So versucht Seoane den Fragen auszuweichen
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«Gehen wir zum Sport … »:So versucht Seoane den Fragen auszuweichen

Analyse zur Schande vom Villa Park
Die irritierende Reaktion auf den Fan-Skandal von YB und der Uefa

Nach dem Skandalspiel von Birmingham: YB irritiert mit seiner Reaktion auf die Vorfälle im Villa Park. Denn was da geschah, ist ein Skandal höherer Güteklasse – eine Analyse.
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Ausser Rand und Band: Einige YB-Fans liefern sich ein Scharmützel mit der englischen Polizei.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • YB-Fans verursachen Skandal bei Spiel gegen Aston Villa
  • Trainer Seoane weicht Fragen aus, YB vermeidet direkte Schuldzuweisung
  • Zwei Fans in Handschellen abgeführt, bis zu 24 Monate Gefängnis möglich
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Alain KunzReporter Fussball

Eine Dreiviertelstunde ist um, seit das Skandalspiel zwischen Aston Villa und YB ein Ende gefunden hat. Der Berner Coach Gerardo Seoane nimmt sich Zeit für die Journalisten der Nicht-Rechte-Inhaber.

Das beherrschende Thema sind natürlich die Fanausschreitungen nach den beiden Toren von Donyell Malen und nicht die Dreierkette. Nicht nur beim Boulevard, in England auch beim Guardian, dem Telegraph – und bei der BBC. Der Grundtenor ist überall derselbe: Was passiert ist, ist eine Schande. YB gehört hart bestraft.

Keine Antwort auf Frage drei

Und so drehen sich die beiden ersten Fragen an Seoane logischerweise um diesen Skandal. Seoane erläutert seine Sichtweise akribisch, inklusive der Einschätzung, dass die Polizei überreagiert habe. Doch nach der dritten Frage, die lautet, ob er etwas Ähnliches jemals erlebt habe, weicht er aus: «Ich würde sagen, wir gehen zum Sport. Wir haben jetzt drei Fragen dazu beantwortet.» Stimmt nicht. Es waren zwei. Wir haken nach: «Okay, das war die letzte Frage zu diesem Thema. Nachher gehen wir zum Sport über.» Seoanes Reaktion: «Das war die Letzte. Gut.» Damit ist das Thema gegessen. Ohne dass die dritte Frage beantwortet wird. Der Trainer duckt sich weg. Geht eigentlich nicht.

Schlägerei mit Stewards – YB-Fan wird abgeführt
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Der Megaskandal im Video:Schlägerei mit Stewards – YB-Fan wird abgeführt

YB vermeidet es, von YB-Fans zu schreiben

Er ist nicht der einzige. Im Statement, das YB um 23.38 Uhr Lokalzeit publiziert, schreiben die Berner, dass sie aufs Schärfste verurteilen, dass Gegenstände Richtung Spieler geworfen wurden, und dass sie sich in aller Form von Gewalt distanzieren. Sowie, dass sie sich für das Verhalten der fehlbaren Personen entschuldigen.

Aber nie steht etwas wie «unsere Fans» oder «der YB-Gästesektor». Man will es sich ja mit den eigenen Fans nicht verscherzen. Am Ende wird der Eindruck erweckt, es seien nur ein, zwei ausser Rand-und-Band-Geratene, welche die Ausschreitungen verursacht hätten.

Natürlich hat nur EIN Fan den Bierbecher geworfen, der Torschütze Donyell Malen traf. Aber es waren Dutzende von Bernern, die Bierbecher und Plastikteile der Sitze geworfen haben. Überdies sind die alle nicht zufällig in Birmingham gelandet. Das sind nicht einzelne Randalemacher, wie man uns in der Schweiz immer wieder versucht glaubhaft zu machen. Das sind Fans. 

Drohen den Krawallbrüdern zwei Jahre Gefängnis?

Zwei davon werden unter dem Jubel der Villa-Fans in Handschellen abgeführt. Sollte es zur Anklage kommen, dann viel Spass für die Becherwerfer. Denn die englische Polizei hat Krawallbrüder Ende Jahrtausend mal zu 18, mal zu 24 Monaten Gefängnis verurteilt und sie mit diesen drakonischen Strafen aus den Stadien rausgekriegt. Das droht den YB-Randalierern auch. Zudem werden die Bilder der Überwachungskameras nun ausgewertet. Der kleine England-Trip kann für einige Protagonisten zum Alptraum mutieren.

Und was macht YB? Der Klub weicht aus. Wie auch andere Beteiligte. Die Uefa blendet jeweils schnellstmöglich weg, wenn es zu solchen Zwischenfällen kommt. Damit die Fans zu Hause ja nichts von diesem Schmuddel mitbekommen. 

Die nächste Stufe der Absurdität erklimmt die Uefa mit ihrer Online-Berichterstattung, in welcher die Vorkommnisse schlicht totgeschwiegen werden, vollständig. Kein Wort darüber. Nichts. In welcher Blase leben die eigentlich? Für wie blöd halten sie die Fussballinteressierten? Ein Klick reicht zur Feststellung, dass das ganze Netz voll ist mit Berichten über die Schande vom Villa Park, mit den Schweizer Fans, die nach den Vorfällen in Manchester und Glasgow erneut auf der Insel randalieren. Also zu Wiederholungstätern werden.

YB hat ein Problem mit seinen Fans und der Aussendarstellung von deren Verhalten. Die Fussballmächtigen eines mit der Störung ihrer heilen Welt. Und viele mit dem Fussball ganz generell. Man kann es verstehen.

«YB-Fans sind Wiederholungstäter»
1:22
Blick-Reporter war vor Ort:«YB-Fans sind Wiederholungstäter»
«Die Polizei hat sich nicht richtig verhalten»
4:31
YB-Benito über Ausschreitungen:«Die Polizei hat sich nicht richtig verhalten»
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Europa League 25/26
Mannschaft
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Olympique Lyon
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Aston Villa
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8
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FC Midtjylland
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8
10
19
4
Real Betis Balompie
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5
FC Porto
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8
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6
SC Braga
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8
6
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SC Freiburg
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8
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AS Rom
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8
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9
KRC Genk
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10
Bologna FC
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8
7
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11
VfB Stuttgart
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Ferencvaros Budapest
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8
1
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13
Nottingham Forest
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8
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14
14
FC Viktoria Pilsen
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8
5
14
15
FK Crvena Zvezda Belgrade
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8
1
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RC Celta de Vigo
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4
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PAOK Thessaloniki
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OSC Lille
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Fenerbahce Istanbul
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20
Panathinaikos Athen
Panathinaikos Athen
8
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Celtic Glasgow
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23
GNK Dinamo Zagreb
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24
SK Brann
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8
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Go Ahead Eagles
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Feyenoord Rotterdam
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FC Basel
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8
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6
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1
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