Darum gehts
- In Basel wird am Samstag eine unbewilligte Anti-Israel-Demo erwartet
- Plakate zeigen Hamas-Symbole, Juden fühlen sich bedroht
- Seit Oktober 2023 starker Anstieg antisemitischer Übergriffe in der Schweiz
«Death to Zionism» – «Tod dem Zionismus»: Unter diesem Motto wird am kommenden Samstag in der Stadt Basel zu einer unbewilligten Demonstration aufgerufen. Die Kantonspolizei Basel-Stadt bewertet die Kundgebung als nicht grundrechtskonform. Ein Bewilligungsgesuch soll bei den Behörden nicht eingegangen sein, schreibt sie zudem in einer Medienmitteilung. Die angekündigte Demonstration wäre auch angesichts expliziter Gewaltaufrufe nicht bewilligungsfähig.
Die Sicherheitsbehörden sind also vorbereitet und wollen die jüdische Gemeinschaft in Basel schützen. Weitere Angaben zu den dafür vorgesehenen Massnahmen macht man laut Medienmitteilung nicht.
Jüdinnen und Juden fürchten um ihre Sicherheit
Conradin Cramer (47), Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt, drückte in einem Post auf X seine Unterstützung für die Vorkehrungen für die Demo aus. «Ich verurteile die Parolen und Symbole, mit denen aufgerufen wird. Jüdinnen und Juden sollen sich hier sicher fühlen. Für Antisemitismus und Gewaltaufrufe ist kein Platz», schrieb er.
Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, finden sich auf Plakaten, die zur Teilnahme an der Israel-Hasser-Demo aufrufen, rote Dreiecke wieder. Mit denen markiert die palästinensische Terrororganisation Hamas für gewöhnlich ihre Ziele. Die Israelitische Gemeinde Basel werte dies als «Einschüchterung» und «Gewaltandrohung» gegen jüdisches Leben, schreibt die Zeitung.
«Das ist Aufruf zum Mord»
Seit dem Hamas-Überfall auf Israel im Oktober 2023 ist die Zahl der antisemitisch motivierten Übergriffe in der Schweiz sprunghaft angestiegen. Wie weit der Hass Menschen treiben kann, zeigt das Beispiel eines Messerstechers aus Zürich. Der zum Tatzeitpunkt 15-jährige Schweizer mit tunesischen Wurzeln stach im März 2024 auf einen Familienvater ein. Der Jude überlebte die brutale Attacke nur knapp.
Auch eine Pro-Palästina-Demo in Bern 2025 lässt sich als Beispiel nennen, warum man solchen Kundgebungen vielleicht besser nicht freien Lauf lässt. Die Kundgebung mutierte damals in eine Gewaltorgie. 18 Polizisten wurden verletzt, der Schaden ging in die Millionen.
«Bei diesem Demo-Aufruf wird eine Sprache gewählt, die sich nicht mehr unterstützend für ein Anliegen ausspricht, etwa für die Palästinenser. Sondern ganz deutlich gegen etwas. Gegen Israel, und auch gegen jüdische Menschen. Da sind keine Feinheiten mehr drin, beispielsweise konkrete Kritik an der Regierung Israels. Das ist viel mehr. Das ist Aufruf zum Mord», findet Erik Petry, Professor am Zentrum für Jüdische Studien der Uni Basel, gegenüber der «NZZ» deutliche Worte. Das sei inakzeptabel.