Wirbel in Winterthur
Welche Deals stecken hinter diesen Blumensträussen?

Wer in ein Amt gewählt wird, bekommt Blumen. Doch die edle Geste hat in Winterthur ZH nun ein Nachspiel. Eine Grünen-Politikerin geht der Beschaffung der städtischen Sträusse auf den Grund. Und sie findet: Heimische Blumen sollten Vorrang haben.
Kommentieren
1/7
Eine feine Geste: Wer in ein politisches Amt gewählt wird, bekommt Blumen. In diesen Genuss kam auch der Winterthurer Stadtrat im März.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Blumensträusse für gewählte Politiker haben Tradition, auch in Winterthur ZH
  • Grünen-Politikerin Frei Glowatz fordert Transparenz bei staatlichen Blumen-Deals
  • Kleine Geschäfte setzen auf lokale Blumen ohne Pflanzenschutzmittel
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
IMG_4140.jpg
Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Sags durch die Blume. Es gehört landauf, landab zum guten Ton in der Politik: Wer in ein Amt gewählt wird, bekommt einen Blumenstrauss überreicht. So war es kürzlich auch in Winterthur ZH. Noch-Stadtpräsident Michael Künzle (61) drückte den gewählten Stadträten feierlich einen Strauss in die Hände.

Doch jetzt werden die Blumensträusse in der zweitgrössten Stadt Zürichs zum Politikum. Grünen-Gemeinderätin Kathrin Frei Glowatz (58) will in einem Vorstoss wissen, wie die Blumen-Deals der Behörden ablaufen. Nach welchen Kriterien beschafft die Stadt die Blumen – und läuft dabei alles sauber ab?

Werden Betriebe benachteiligt?

Die Biodiversität – generell die Natur – sei ihr eine Herzensangelegenheit, sagt die Parlamentarierin. Gegenüber Blick spricht Frei Glowatz von «floralen Würdigungen». Fotos von Politikerinnen und Politikern mit Sträussen erschienen schliesslich prominent in den Medien. «Sie haben Vorbildcharakter und prägen unbewusst, was wir als schön wahrnehmen.» 

Die Landschaftsarchitektin ist vom Fach: Sie unterrichtet Gärtnerinnen an einer Berufsschule, pflegt einen engen Kontakt mit der Branche. In ihrem Vorstoss fragt sie unter anderem: Werden die lokalen Geschäfte möglichst gleichmässig berücksichtigt? Oder greift die Verwaltung stets auf dieselben «zuverlässigen» oder «günstigen» Betriebe zurück?

Frei Glowatz beruft sich auf Gespräche mit Betrieben: Gerade kleinere, jüngere Geschäfte könnten häufiger zum Zug kommen. Denn einige von ihnen setzten bewusst auf einheimische Schnittblumen und verzichteten möglichst auf Pflanzenschutzmittel. Und selbst im Winter achteten sie darauf, zumindest auf europäische Ware zurückzugreifen, sagt sie. «Gleichzeitig berichten mir die Geschäfte, dass sie den Spardruck zunehmend spüren. Organisationen und Firmen achten stärker auf den Preis.» 

Die Stadt sollte auf die Nachhaltigkeit achten, findet Frei Glowatz. «Wenn sie Blumen überreicht, muss sie damit auch ein Zeichen setzen.» Zuerst aber muss die Winterthurer Regierung nun Antworten liefern.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen