Wegen Produktivität und Teuerung
Gewerkschaftsbund fordert 2,5 Prozent mehr Lohn für alle!

Der Gewerkschaftsbund fordert für 2027 eine generelle Lohnerhöhung von 2,5 Prozent. Angesichts von aufgelaufener Teuerung und Produktivitätssteigerung ortet er deutlichen Nachholbedarf.
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«Viele Menschen können sich mit ihrem Lohn weniger leisten als noch vor zehn Jahren», kritisierte Unia-Präsidentin Vania Alleva den Kaufkraftverlust.
Foto: STEFAN BOHRER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gewerkschafsbund fordert 2027 Lohnerhöhungen von generell 2,5 Prozent
  • Nachholbedarf wegen Produktivität, Teuerung und Krankenkassenprämien
  • Niemand soll weniger als 4500 Franken monatlich verdienen
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Der Gewerkschaftsbund pocht auf höhere Löhne für alle! 2027 sollen diese generell um 2,5 Prozent steigen. In den vergangenen zehn Jahren hätten sich die Löhne angesichts der steigenden Produktivität nur schwach entwickelt, kritisierte Unia-Präsidentin Vania Alleva (57) vor den Medien in Bern. «Viele Menschen können sich mit ihrem Lohn weniger leisten als noch vor zehn Jahren.» 

Auch angesichts der aufgelaufenen Teuerung der letzten Jahre und weiter steigender Krankenkassenprämien brauche es nun Lohnerhöhungen auf breiter Front. Neben der generellen Anpassung legt der Gewerkschaftsbund einen Fokus auf die Tieflohnbranche und angemessene Mindestlöhne. «Jede zehnte Stelle ist eine Tieflohnstelle», so Alleva. Ihre Forderung: «Keine Löhne unter 4500 Franken und mindestens 5000 Franken für Arbeitnehmende mit Lehrabschluss.»

Mittlerer Lohn müsste 500 Franken höher sein

«Geld für bessere Löhne ist da», unterstrich SGB-Zentralsekretär David Gallusser (42). Die Geschäfte der hiesigen Unternehmen liefen mehrheitlich gut. «Die Firmen verzeichnen steigende Umsätze. Und sie erzielen solide Margen.» Besonders gut gehe es der Pharmaindustrie, der Bauwirtschaft und den Banken. Zuletzt sei es aber auch in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie wieder aufwärtsgegangen. «Von der besseren Konjunktur müssen auch die Arbeitnehmenden profitieren», so Gallusser.

Wie stark, rechnete er gleich vor: Der mittlere Lohn von aktuell gut 7200 Franken pro Monat müsste heute demnach «fast 500 Franken höher» liegen, wäre er in den letzten zehn Jahren im gleichen Ausmass wie die Produktivität gewachsen – nämlich bei 7731 Franken. 

Als besorgniserregend erachtet Gallusser den Trend weg von allgemeinen Lohnerhöhungen. «Dort, wo Arbeitgeber doch zu Lohnerhöhungen Hand bieten, verlangen sie vermehrt, die abgemachten Lohnerhöhungen individuell zu verteilen», moniert er. «In der Realität bedeutet das oft, dass die Chefs nach eigenem Dafürhalten entscheiden, wer einen besseren Lohn bekommt.» Teilweise würden Lohnerhöhungen dafür missbraucht, um neue Mitarbeitende einstellen zu können.

Ältere Arbeitnehmende besonders betroffen

«Es versteht sich von selbst, dass viele Arbeitnehmende dadurch leer ausgehen oder nur eine geringe Lohnerhöhung erhalten», so Gallusser. Dies treffe besonders ältere Arbeitnehmende, die teilweise schon lange keinen höheren Lohn mehr erhalten würden. «Die Löhne der älteren Arbeitnehmenden entwickelten sich dadurch noch schlechter als im Durchschnitt.»

Langfristig will der Gewerkschaftsbund die Kaufkraft der Arbeitnehmenden sichern, indem in sämtlichen Gesamtarbeitsverträgen ein automatischer Teuerungsausgleich eingeführt wird. Weiter soll ein Mechanismus für regelmässige Lohnverhandlungen über den Teuerungsausgleich hinaus dazukommen.

Der Verband Travailsuisse forderte für 2027 bereits durchschnittlich 2 Prozent mehr Lohn. Der Arbeitgeberverband hielt dagegen, die Reallöhne seien in den vergangenen Jahren stärker als die Produktivität gestiegen. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und geopolitischer Risiken sei kein breiter Aufschwung zu erwarten. Bei einer prognostizierten Teuerung von 0,6 Prozent hält der Arbeitgeberverband deshalb eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 1 Prozent für realistisch, was einem Reallohnplus von 0,4 Prozent entspräche.

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