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Gewerkschaften pochen auf faire Löhne
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Am 1. Mai ist Tag der Arbeit – und gerade jetzt stellt sich die Frage: Welche Löhne sind in welchen Branchen üblich? Ein Online-Lohnrechner zeigt es auf. Der Gewerkschaftsbund will damit Arbeitnehmenden helfen, faire Löhne einzufordern.
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«Die höheren Preise wegen des Iran-Kriegs drohen die kleinen Lohnerhöhungen aus dem letzten Jahr wieder wegzufressen», sagt Urban Hodel vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund.
Foto: Thomas Egli

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Medianlohn 2024: 7024 Franken
  • Gewerkschaftsbund kritisiert ungenügende Lohnentwicklung trotz Anstieg im letzten Jahr
  • Online-Lohnrechner analysiert 2,3 Millionen Löhne aus 35'000 Unternehmen
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

7024 Franken – so viel betrug der monatliche Medianlohn per 2024 in der Schweiz. Die Hälfte der Verdienenden hat dabei mehr, die andere Hälfte weniger im Sack. Die Zahl dürfte mittlerweile wieder etwas gestiegen sein, vermeldete das Bundesamt für Statistik für das letzte Jahr doch einen Anstieg der Löhne um 1,8 Prozent. Zieht man die Teuerung von 0,2 Prozent ab, bleiben immer noch 1,6 Prozent mehr im Portemonnaie.

Für die Gewerkschaften ist das allerdings kein Grund zum Jubeln. Schon gar nicht am 1. Mai als Tag der Arbeit, an dem die Verteidigung von Jobs und Löhnen im Fokus steht.

Teuerung frisst Lohnerhöhungen

«Die höheren Preise wegen des Iran-Kriegs drohen die kleinen Lohnerhöhungen aus dem letzten Jahr wieder wegzufressen», sagt Urban Hodel (40) vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) zu Blick. «Gleichzeitig gibt es grossen Nachholbedarf, denn in den letzten Jahren sind die Löhne real gesunken, und viele Arbeitnehmende haben heute weniger Kaufkraft als früher.»

So setzt sich der Medianlohn 2024 zusammen
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Dabei sei die Ausgangslage in vielen Branchen gut. Die Produktivität steige und die Margen entwickelten sich gut, so der Gewerkschafter. «Die Unternehmen haben Spielraum für spürbare Lohnerhöhungen.» Klar also, dass in den kommenden Lohnrunden für Diskussionsstoff gesorgt ist. 

Online-Lohnrechner soll helfen

Der Gewerkschaftsbund nimmt dabei auch die Arbeitnehmenden in die Pflicht: «Man sollte sich nicht erst bei einem Stellenwechsel um die Lohnsituation kümmern», sagt Hodel. «Gerade langjährige Mitarbeitende sollten sich regelmässig über angemessene Löhne informieren und diese bei ihren Chefs auch geltend machen.»

Helfen kann dabei der Online-Lohnrechner des Gewerkschaftsbunds, der auf den neusten Daten aus der Lohnstrukturerhebung 2022 des Bundesamts für Statistik basiert und das seitherige Lohnwachstum bis 2024 berücksichtigt.

Die Statistik umfasst rund 2,3 Millionen Löhne aus 35’000 Unternehmen. Über die vollständig überarbeitete Online-Plattform lassen sich so die üblichen Löhne in 100 Branchen und 15 regionalen Arbeitsmärkten berechnen. In die Analyse fliessen neben Beruf und Branche auch Ausbildung, Alter oder Arbeitsort mit ein.

Dazu ein paar Beispiele:

  • Ein 37-jähriger Strassenbauer in Luzern, der mit Berufslehre seit 10 Jahren beim gleichen Arbeitgeber tätig ist, kommt auf einen Medianlohn von 6760 Franken monatlich.
  • Ein 45-jähriger Reinigungsmitarbeiter in der Hotellerie in Biel BE mit 23 Jahren Berufserfahrung kann im Mittel mit 4420 Franken monatlich rechnen.
  • Für eine 55-jährige kaufmännische Angestellte in einer Zürcher Arztpraxis schauen nach 30 Jahren Berufserfahrung 6940 Franken Monatslohn heraus.
  • Eine 28-jährige Pflegefachfrau in einem Churer Spital mit 7 Jahren Berufserfahrung kann mit 6420 Franken rechnen.
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Der SGB-Lohnrechner zeigt nicht nur den mittleren Lohn für das eingegebene Profil an, sondern auch die Bandbreite der üblichen Löhne. Hinzu kommen Informationen zu den in den Gesamtarbeitsverträgen geltenden Mindestlöhnen.

Mit Transparenz gegen Lohndiskriminierung

«Damit erkennen die Nutzerinnen und Nutzer, ob sie einen fairen Lohn erhalten oder unterbezahlt sind», sagt Hodel. Gerade auch Frauen, die vielerorts immer noch weniger verdienen als Männer, sollten den Lohnrechner nutzen, empfiehlt er.

Auch viele Personalabteilungen in den Firmen würden auf den SGB-Lohnrechner zurückgreifen, weiss Hodel. Er macht klar: «Lohntransparenz ist ein zentraler Hebel im Kampf gegen Lohndiskriminierung. Der Lohnrechner gibt Arbeitnehmenden das nötige Wissen für faire Löhne und starke Verhandlungen auf Augenhöhe.»

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