Darum gehts
- Moutier wechselte an Silvester 2026 vom Kanton Bern zum Kanton Jura
- Zürich will Jura mit 16,3 Millionen Franken beim Finanzausgleich unterstützen
- Jura fehlen 65 Millionen Franken, Genf zahlt 22,6 Millionen Franken dazu
Es war eine historische Silvesterfeier. Als der zwölfte Glockenschlag in Moutier JU zum Neujahr 2026 definitiv verklungen war, hätte ein jahrzehntelanger Konflikt endgültig beendet werden sollen. Die 7000 Einwohnerinnen und Einwohner, die im vergangenen Jahr noch Bürgerinnen und Bürger des Kantons Bern waren, konnten in den Kanton Jura wechseln.
Doch noch immer sind viele Fragen offen. Nicht nur, dass über 400 Pensionierte eine doppelte AHV-Rente bekamen – die Folgen reichen bis nach Zürich. Der Regierungsrat um Finanzdirektor Ernst Stocker (70) beantragt, dem Kanton Jura über 16 Millionen Franken zu schenken. Zuerst hatte die «NZZ» darüber berichtet.
Jura fehlen 65 Millionen Franken
Hintergrund ist der sogenannte Finanzausgleich. Reiche Kantone unterstützen jene mit weniger Geld. So sollen die Unterschiede zwischen den Kantonen nicht zu gross werden. Der Kanton Jura bekommt traditionell Geld, der Kanton Zürich gibt jeweils Geld an andere Kantone.
Der Kantonswechsel von Moutier wird im Finanzausgleich erst ab 2032 voll berücksichtigt. «Zwar bekommt der Kanton Jura umgehend diejenigen Gelder, die der Kanton Bern für Moutier bekommen hätte. Dies ist aber weniger, als wenn Moutier schon immer im Kanton Jura gewesen wäre», heisst es in einer Medienmitteilung.
65 Millionen Franken fehlen dem Kanton also. Um dieses Loch zu schliessen, hatte der Bundesrat ursprünglich einen anderen Plan ausgearbeitet, der beim Kanton Zürich gar nicht gut ankam. Denn diese Lösung hätte den Kanton 32 Millionen Franken gekostet.
Auch Genf und Waadt bezahlen
Also setzte man sich mit den anderen Geberkantonen zusammen und teilte die Beträge neu auf. Zürich bezahlt 16,3 Millionen Franken. Noch tiefer müssen Genf (22,6 Millionen Franken) und die Waadt (16,7 Millionen Franken) in die Tasche greifen. Auch Basel-Stadt mit 9 Millionen Franken sowie Zug und Schaffhausen beteiligen sich mit «kleineren» Beiträgen.
Noch muss der Kantonsrat das Millionen-Geschenk an den Jura absegnen. Auch ein Referendum ist noch möglich.