Darum gehts
- Moutier wechselte am 1. Januar 2026 vom Kanton Bern zum Jura
- 430 Rentner erhielten fälschlicherweise doppelte Rente aus beiden Kantonen
- Insgesamt wurden 830’000 Franken zu viel ausbezahlt, Rückzahlungen gefordert
An Silvester hatten die Menschen im Städtchen Moutier mehr zu feiern als nur den Jahreswechsel. Mit Beginn des neuen Jahres wechselt die beschauliche Gemeinde vom Kanton Bern zum Jura. Und der Festrausch war noch nicht ganz abgeklungen, da gab es für 430 Seniorinnen und Senioren in Moutier weiteren Anlass zur Freude: Sie erhielten unverhofft eine doppelte Rente – einmal aus Bern und einmal aus Delsberg.
Doch schnell zeigte sich: Der Geldsegen war keineswegs als Berner Abschiedsgeschenk für die «Fahnenflüchtigen» gedacht. Der Berner Ausgleichskasse passierte eine peinliche Panne: Sie schickte die Beiträge trotz Kantonswechsel weiter nach Moutier. Die Pensionierten erhielten inzwischen einen Einzahlungsschein – mit der Bitte, das Geld zurückzuschicken.
«Komplex und einmalig»
Insgesamt flossen 830’000 Franken fälschlicherweise nach Moutier. Die Kasse nennt es ein «Missverständnis» und erklärt gegenüber SRF: Ein Kantonswechsel sei komplex und einmalig.
Was wie ein Behörden-Fauxpas und eine amüsante Anekdote wirkt, passt für die Berner GLP-Grossrätin Melanie Gasser ins schlechte Bild der Berner Ausgleichskasse. Vor einem halben Jahr wurde bekannt, dass ihr schon 2028 der finanzielle Kollaps droht. Ein Millionen-Sparkurs inklusive Personalabbau wurde angekündigt. «Offenbar gibt es nun auch in der Organisation Handlungsbedarf», sagt Gasser.
Evi Allemann muss Stellung nehmen
Sie fordert von der Berner Kantonsregierung klare Antworten: Wie kams zur Rentenpanne in Moutier? Welche Kräfte bindet die Bereinigung – bei der eh wackelnden Kasse?
Die zuständige Regierungsrätin, die SP-Justizdirektorin und ehemalige Bundesratsanwärterin Evi Allemann, wird sich in der Frühlingssession dazu äussern müssen.