Darum gehts
- Trump kündigt Abkommen mit Iran für 19. Juni in Genf an
- Schweiz könnte Vermittlerrolle übernehmen und diplomatische Beziehungen stärken
- Noch sind viele Hintergründe unklar
Die Schweiz könnte bei der Annäherung zwischen den USA und dem Iran plötzlich wieder eine Schlüsselrolle spielen. US-Präsident Donald Trump (80) kündigte an, ein Abkommen mit Teheran werde am 19. Juni in Genf unterzeichnet. Damit rückt die Diplomatenstadt ins Zentrum der Weltpolitik. Noch ist allerdings vieles unklar – auch, ob die offizielle Schweiz letztlich «nur» Veranstalterin oder sogar Garantin einer künftigen Vereinbarung wäre. Aus Bern war bisher dazu nur wenig zu vernehmen. Eine Blick-Anfrage beim Aussendepartement ist offen.
Ebenso offen ist, in welcher Form die Unterzeichnung überhaupt stattfinden soll. Für die Amerikaner soll Trumps Vizepräsident J. D. Vance (41) unterschreiben, wie US-Medien übereinstimmend berichten. «Ich habe auf jeden Fall vor, dabei zu sein, aber es ist auch möglich, dass der Präsident selbst dabei sein wird», sagte Vance dem Sender Fox News. Zur Erinnerung: Trump reist Anfang dieser Woche bereits zum G7-Gipfel im französischen Evian an den Genfersee. Wer seitens Iran dabei sein soll, ist noch nicht durchgesickert.
Ein Erfolg für die offizielle Schweiz?
So oder so: Für Bern wäre das ein diplomatischer Erfolg. Seit 1980 vertritt die Schweiz die Interessen der USA im Iran. Sie verfügt über direkte Kanäle zu beiden Seiten und geniesst Vertrauen. Kommt ein Abkommen zustande, könnte sie deshalb auch bei dessen Umsetzung eine wichtige Rolle übernehmen.
Bereits zwischen 2013 und 2015 verhandelten die USA, der Iran und weitere Staaten in Genf und Lausanne über das iranische Atomprogramm. Die Gespräche führten zum Atomabkommen von Wien, das Trump später wieder aufkündigte.
Für das internationale Genf käme die Unterzeichnung zur rechten Zeit. In den vergangenen Jahren stand der Standort unter Druck: Organisationen mussten sparen und Stellen abbauen. Der Bund reagierte sogar mit einem 269-Millionen-Unterstützungspaket, um Genfs Rolle als Zentrum der Diplomatie zu stärken. Umso bedeutender wäre es für die Schweiz, wenn ausgerechnet Genf wieder zum Schauplatz für ein USA-Iran-Abkommen würde.