Er fegt alles weg. Elon Musk hat mit seiner Firma SpaceX am Freitag den grössten Börsengang der Geschichte hingelegt. Jetzt ist er der erste Dollar-Billionär überhaupt. Mehr als 1’000’000’000’000 Dollar ist sein Paket wert. Tausend Milliarden.
Die Superlative machen schwindelig. Skeptiker wie Michael Burry sehen Parallelen zur Dotcom-Blase im Jahr 2000 – ist die Aktie des Unternehmens, das mit dem Satellitennetzwerk Starlink viereinhalb Milliarden Dollar pro Jahr Gewinn macht, womöglich überbewertet? Oder baut sich SpaceX, kombiniert mit seiner AI-Sparte, zum Dominator des technischen Fortschritts aus?
Seine Anhänger sehen in ihm den Johannes Gutenberg der New Economy. Vergessen scheinen seine taumelnden Auftritte um US-Präsident Donald Trump, sein Ketamin-getränkter Autoritarismus, mit dem er sich in europäische Wahlkämpfe einmischte und Tesla-Fahrer vor Scham erröten liess. Elon Musk ist zurück.
Der SpaceX-Coup steht für die technische Vorherrschaft der Vereinigten Staaten, für die Soft Power einer immer wieder totgesagten Supermacht. Dafür stehen auch die anstehenden Börsengänge von OpenAI und Anthropic. Russland hat keinen Elon Musk, China nicht, die arabischen Länder nicht. Das Herz der Welt schlägt immer noch in Amerika.
Im Gegensatz zu Musks Coup verkörpert Donald Trump mit seinem Irankurs in derselben Woche die Schattenseite der militärisch haushoch überlegenen USA: Eine auf dem Schlachtfeld besiegte Mullahdiktatur spielt mit dem Silberrücken in Washington Katz und Maus, wohl wissend, dass dieser rechtzeitig für Musks Börsenparty, für die Fussball-WM und für seinen achtzigsten Geburtstag einen Deal verkünden wollte.
Jedes Abkommen mit dem Regime allerdings droht zur Falle zu werden. Genau darin liegt Trumps Dilemma. Aus dem Konflikt am Persischen Golf wird der Republikaner nicht so schnell herauskommen.
Es ist verrückt: Der einst unangefochtene Trump symbolisiert plötzlich Amerikas Schwäche. Sein gefallener Schützling Musk Amerikas Stärke.