Darum gehts
- SRF-Direktorin Nathalie Wappler tritt Ende April 2026 zurück
- Personelle Verstrickungen sorgen für Kritik bei der Nachfolgersuche
- «Nebelspalter»-Verwaltungsrat berät SRG-Nominationsausschuss
Noch knapp drei Monate, dann ist für SRF-Direktorin Nathalie Wappler (57) Schluss: Per Ende April gibt sie ihren Chefposten bei der SRG ab. Hinter den Kulissen dreht schon längst das Nachfolge-Karussell.
Ein fünfköpfiger Nominationsausschuss, dem auch SRG-Direktorin Susanne Wille (51) angehört, machte sich auf die Suche. Gestützt auf dessen Sondierungen wird der Regionalvorstand der SRG Deutschschweiz dem Verwaltungsrat unter Jean-Michel Cina (62) einen Wahlvorschlag unterbreiten.
Personelle Verstrickungen
Doch nun ist Sand im Getriebe. Es geht dabei um personelle Verstrickungen des eingesetzten Headhunters und einer aussichtsreichen Anwärterin, wie «CH Media» und «Republik» berichten. Beraten wird der Nominationsausschuss nämlich vom Zürcher Executive-Search-Unternehmen Roy C. Hitchman.
Der zuständige Berater ist Sandro Rüegger (57). Er ist mit SVP-Nationalrätin Monika Rüegger (57) verheiratet, war früher «Weltwoche»-Geschäftsführer und sitzt heute im «Nebelspalter»-Verwaltungsrat. Als Verleger und Chefredaktor des mittlerweile rechtsbürgerlichen «Nebelspalters» amtet Markus Somm (60).
Und hier schliesst sich der Kreis: Somms Ehefrau ist SRF-Journalistin Anita Richner (59), die zum Favoritenkreis für den Chefposten zählt.
«Unglückliche Konstellation»
«Diese Konstellation scheint mir unglücklich», sagt die vor wenigen Wochen aus dem SRG-Verwaltungsrat ausgeschiedene frühere Kantonalzürcher Finanzdirektorin Ursula Gut-Winterberger (72) gegenüber «CH Media». Tatsächlich könnte die «unglückliche Konstellation» den Anschein der Kungelei erwecken.
Solche Überlegungen wehrt SRG-Deutschschweiz-Präsident Lukas Bruhin (57) aber ab. «Der externe Suchpartner unterstützt das Verfahren methodisch, verfügt jedoch über keinerlei Entscheidkompetenz», äussert er sich gegenüber der Zeitung. Allfällige private oder berufliche Engagements von involvierten Personen seien transparent offengelegt und im Verfahren berücksichtigt worden. Und Sandro Rüegger hält gegenüber der «Republik» fest: «Das Auswahlverfahren wurde gemäss den Standards der Branche begleitet.»