So kam es zum Drama in Crans-Montana
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Feuer-Hölle in Bar:So kam es zum Drama in Crans-Montana

Der Bund kann nicht eingreifen
Warum das Wallis die Ermittlungen trotz Kritik behalten darf

Die Kritik an der Untersuchung der Tragödie von Crans-Montana reisst nicht ab. Besonders Italien macht Druck auf die Schweiz. Experten und Politiker fordern eine unabhängige Untersuchung, doch das Wallis winkt ab – und kommt damit durch. Die Gründe.
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Jurist Alain Macaluso kritisiert die Staatsanwaltschaft wegen der Untersuchung der Tragödie in Crans-Montana.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Untersuchung nach Tragödie Crans-Montana: Kritik und Forderung nach Sonderstaatsanwalt
  • Macaluso bemängelt Professionalität, fordert Durchsuchungen und kritisiert Vertrauensverlust
  • Entscheidung über externe Staatsanwaltschaft liegt im Wallis
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Die Kritik an der Untersuchung nach der Tragödie von Crans-Montana VS reisst nicht ab. Besonders vonseiten Italiens wächst der Druck nicht nur auf das Wallis, sondern auf die gesamte Schweiz. Dass die Fehlerliste der Staatsanwaltschaft dabei immer länger wird, trägt dabei nicht unbedingt zur Beruhigung der Lage bei. Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, gab im Interview am Dienstag weitere Versäumnisse der Walliser Ermittlungsbehörden zu.

Alain Macaluso, Direktor des Lausanner Universitätszentrums für Strafrecht und Anwalt, hatte bereits zwei Wochen nach der Katastrophe in der «NZZ» einen ausserordentlichen Staatsanwalt aus einem anderen Kanton bejaht. Macaluso sparte dabei nicht mit harten Worten zur Untersuchung: «Die Staatsanwaltschaft hat unglaubliche Fehler gemacht.» Zu Beginn habe es «auf gravierende Weise an Professionalität» gemangelt. 

Hält Beatrice Pilloud dem Druck stand?

Die Staatsanwaltschaft hat mehrere Entscheide zurücknehmen müssen. «Womöglich wurde der Druck durch Medien, Politik und Gesellschaft zu gross», so Macaluso. «Sie hätte sofort Durchsuchungen durchführen müssen, in den Wohn- und Geschäftsräumen der Barbetreiber sowie in der Gemeindeverwaltung.» Vielleicht habe es an Erfahrung gefehlt, so Macaluso.

Aus den Fehlern der ersten Tage könne ein Vertrauensverlust entstehen. «Die Opfer und ihre Angehörigen können nicht sicher sein, dass sich das Verfahren in den richtigen Händen befindet.» Der Wille für eine vollständige Aufklärung müsse nun «fassbar und erkennbar werden». 

Keine ausserordentliche Staatsanwaltschaft

Am 22. Januar 2026 hatte die Walliser Staatsanwaltschaft entschieden, keinen ausserordentlichen oder externen Staatsanwalt einzusetzen – trotz Gesuchen von Opferanwälten. 

Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud begründete dies mit fehlenden objektiven oder subjektiven Gründen für eine Befangenheit. Stattdessen übernimmt die Zentrale Dienststelle Spezialermittlungen mit einem erweiterten Team aus vier Staatsanwälten und zusätzlichem Personal.

Wallis darf selbst entscheiden

Blick forderte schon kurz nach der Katastrophe in einem Kommentar eine externe Untersuchung oder zumindest eine unabhängige Aufsicht. Auch die «Neue Zürcher Zeitung» und der «Tages-Anzeiger» kommentierten ähnlich. In Frankreich, Italien und Belgien wurden bereits eigene Untersuchungen aufgenommen.

SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (60) sagte zu Blick, es müsste «im ureigenen Interesse der Walliser sein, den Fall an einen ausserkantonalen Sonderstaatsanwalt abzutreten». Auch alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (80, SP) hatte Bedenken wegen Walliser Vetternwirtschaft geäussert. 

Doch den Entscheid für einen Sonderstaatsanwalt könnten nur die Walliser Behörden selbst fällen, wie die Schweizerische Staatsanwaltschaftskonferenz (SSK) auf Blick-Anfrage bestätigte. Der Bund hat keine rechtliche Handhabe, das Verfahren zu übernehmen oder einem anderen Kanton zu übertragen. Das Wallis darf weiter selbst entscheiden.

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