Schwerverdiener von SRG bis Suva
Sie sind nicht ganz oben – verdienen aber mehr als Topchefs

Bei bundesnahen Konzernen sorgen meist die Löhne der Topchefs für Schlagzeilen. Doch es zeigt sich: Auch abseits der Geschäftsleitungen gibt es Spitzenverdiener – manche kassieren sogar mehr als Mitglieder der Geschäftsleitung.
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Bei mehreren bundesnahen Betrieben verdienen Kader ausserhalb der Geschäftsleitung mehr als einzelne GL-Mitglieder.
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Darum gehts

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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Im Organigramm ist die Sache klar: oben die Geschäftsleitung, darunter der Rest. Doch auf der Lohnliste sieht die Hierarchie manchmal anders aus. Bei mehreren bundesnahen Betrieben verdienen Kaderangestellte ausserhalb der Geschäftsleitung (GL) mehr als einzelne Mitglieder der obersten Führung.

Ihre Saläre finden wenig Beachtung. In der öffentlichen Debatte geht es meist um die Bundesbosse: Was bekommen die Geschäftsleitungsmitglieder von Post, SBB oder SRG, von Suva oder Ruag? Dabei können Vergütungen unterhalb der Konzernspitze mit jenen der GL-Topshots mithalten – oder sie sogar übertreffen.

Unter dem Deckel dürfen solche Fälle nicht bleiben. Wo der Staat mitmischt, müssen die Spitzenlöhne transparent gemacht werden. Die sogenannte Kaderlohnverordnung erfasst neben den Geschäftsleitungen auch Personal, das «in vergleichbarer Höhe» entlöhnt wird. Die Angaben finden sich eher unauffällig im Kleingedruckten der entsprechenden Berichte. Und wer mehr wissen will, stösst auf eine Mauer des Schweigens. 

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Bei der SRG erhielten 2025 sechs Personen ausserhalb der nationalen GL mehr als deren tiefstentlöhntes Mitglied.
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Der Fall Suva

Zum erlauchten Kreis der Topverdiener gehört etwa eine Führungskraft bei der Unfallversicherung Suva. Dort verdiente 2025 eine Person ausserhalb der Geschäftsleitung mehr als das am tiefsten entlöhnte GL-Mitglied.

Zum Vergleich: Suva-Chef Felix Weber (61) erhielt 2025 eine Vergütung von über 663'000 Franken, bei den übrigen drei GL-Mitgliedern waren es im Schnitt 610'000 Franken (jeweils ohne Arbeitgeberbeiträge an die berufliche Vorsorge).

Was für einen Posten hat die Person inne, die mehr verdient als ein GL-Mitglied? Eine Suva-Sprecherin verrät auf Anfrage einzig: Es handle sich um «eine Führungskraft des oberen Managements». Mehr gibt die Suva nicht preis. Weder nennt sie die konkrete Funktion noch die Vergütung der Person – auch der Lohn des tiefstbezahlten GL-Mitglieds bleibt unbekannt. Als Grund nennt die Suva den Datenschutz. Nähere Angaben würden eine Identifizierung ermöglichen.

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Der Fall SRG

Breiter ist das Phänomen bei der SRG. Dort verdienten 2025 gleich sechs Personen mehr als das tiefstentlöhnte Mitglied der Geschäftsleitung. Generaldirektorin Susanne Wille (52) kam auf 514'000 Franken, die übrigen GL-Mitglieder im Schnitt auf 397'000 Franken.

Welche Posten haben diese sechs Topverdiener inne? Und mit welchem Preisschild? Das bleibt unter Verschluss. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes könne man keine genaueren Angaben machen, sagt eine Sprecherin. Mit Ausnahme der Generaldirektorin veröffentliche die SRG keine personalisierten Lohndaten.

Gut möglich, dass sich unter den sechs Topverdienern Spitzenmanager von regionalen Einheiten wie SRF oder RTS befinden. Sie sitzen zwar nicht in der nationalen GL, tragen aber grosse Führungsverantwortung. 

Immerhin: Das öffentliche Medienhaus nennt von sich aus Durchschnittslöhne weiterer Ebenen. Demnach verdienten die Mitglieder der Geschäftsleitungen von Unternehmenseinheiten der Tochter Swiss TXT 2025 im Schnitt 251'000 Franken. Die Vergütung variiere jedoch stark – sie sei abhängig von Grösse und Aufgabenportfolio der jeweiligen Einheit.

Die SRG-Sprecherin weist zudem darauf hin, dass sich die Führungsstruktur inzwischen verändert hat: Die SRG stellt sich im Rahmen eines Transformationsprogramms neu auf. Die Zahlen für 2025 entsprächen deshalb nicht mehr der heutigen Organisation.

Der Fall Ruag

Einen konkreten Betrag nennt der bundeseigene Rüstungsbetrieb Ruag MRO. Dort kam ein Kadermitglied ausserhalb der Geschäftsleitung 2025 auf eine Gesamtvergütung von 392'000 Franken. Darin enthalten sind auch Nebenleistungen und Arbeitgeberbeiträge. Die Person arbeitet laut offiziellen Angaben für eine Tochterfirma. Weitere Auskünfte gebe man «aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes» nicht, sagt eine Sprecherin.

Zur Einordnung: Der damalige Ruag-Chef Ralf Müller kam 2025 ohne Arbeitgeberbeiträge an Sozialversicherungen und berufliche Vorsorge auf 572'000 Franken, mit diesen auf rund 698'000 Franken. Bei den übrigen GL-Mitgliedern waren es im Schnitt rund 303'000 beziehungsweise 368'000 Franken – damit lag der besagte Kaderangestellte also sogar über deren Durchschnitt.

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