Nach Fall Ulmen
Grüne fordern ein hartes Vorgehen gegen KI-Pornos

Der Fall Ulmen hat eine Debatte über digitale Gewalt ausgelöst – nicht nur in Deutschland. Nun fordern auch Schweizer Politikerinnen und Prominente schärfere Regeln.
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Schauspielerin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann: Er soll KI-generierte Nacktbilder von ihr verschickt haben.
Foto: IMAGO/Panama Pictures

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fall Fernandes/Ulmen beschäftigt jetzt auch Schweizer Politik
  • Grüne fordern Verbot von Deepfake-Apps und strengere Plattformregulierung
  • Debatte dreht sich um neue Regulierungen
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Der Fall um Collien Fernandes (44) hat eine Schockwelle ausgelöst. Die deutsche Schauspielerin wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen (50) vor, sie «virtuell vergewaltigt» zu haben. In sozialen Netzwerken soll er Fake-Profile von ihr erstellt und mit «Hunderten von Männern» gechattet haben. Zudem sollen KI-generierte pornografische Bilder und Videos von Fernandes verschickt worden sein. Ulmen weist die Vorwürfe zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Die Affäre hat eine Grundsatzdebatte über «digitale Gewalt» ausgelöst. Forderungen nach strengeren Regeln sogenannter Deepfakes werden laut. Die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig (57) kündigte bereits an, sexualisierte Deepfakes unter Strafe stellen zu wollen.

Und in der Schweiz? Politisch blieb es bisher eher ruhig.

Jetzt schalten sich die Grünen ein. In einem offenen Brief, der Blick vorliegt, fordert die Partei den Bundesrat auf, härter gegen sexualisierte Gewalt im Internet vorzugehen. Zu den Erstunterzeichnenden gehören auch prominente Stimmen wie Autorin Franziska Schutzbach (48), Kabarettistin Lisa Christ (35) und Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri (48).

Grüne fordern strengere Plattformregulierung

Die Präsidentin der Schweizer Grünen, Lisa Mazzone (38) sagt zu Blick: «Der Fall Fernandes ist inakzeptabel, ich bin zutiefst empört!» Digitale Gewalt sei ein neues Feld, in dem versucht werde, den Körper der Frau zu kontrollieren. Davon seien viele betroffen – auch Kinder. «Das muss sofort aufhören», sagt sie.

Deshalb fordern die Grünen ein Verbot von Deepfake-Anwendungen und Nudify-Apps, mit denen ohne Zustimmung der Betroffenen sexualisierte Inhalte erstellt werden können.

Zudem setzt sich die Partei für eine strengere Regulierung der Plattformen ein. Mazzone sagt: «Die Plattformen müssen verpflichtet werden, Deepfakes zu verhindern.» Sollte es dennoch zu sexualisierter Gewalt im Netz kommen, müsse diese rasch entfernt werden. Ausserdem fordern die Grünen zusätzliche finanzielle Mittel für Opferschutz, Prävention und Täterarbeit.

Bürgerliche setzen auf laufende Initiativen

Auch auf bürgerlicher Seite ist man sich der Problematik bewusst, gibt sich aber zurückhaltender. Bettina Balmer (59), Nationalrätin und Präsidentin der FDP-Frauen, sagt auf Blick-Anfrage: «Mit den neuen Möglichkeiten von KI steigt das Risiko von Missbrauch, gerade bei Frauen und Kindern. Wir machen uns Gedanken, wie sich dieser eindämmen lässt.» Die FDP setze dabei vor allem auf eine liberale Umsetzung von bereits laufenden Vorhaben – namentlich die Internet-Initiative sowie das neue Plattformengesetz.

In der Schweiz sorgte im Jahr 2023 ein Fall von Deepfake für öffentlichen Wirbel. Vor den Parlamentswahlen veröffentlichte SVP-Nationalrat Andreas Glarner (63) ein KI-generiertes Video, in dem die grüne Nationalrätin Sibel Arslan (45) zur Wahl der SVP und zur Ausschaffung türkischer Krimineller aufrief.

Das Verhalten von Glarner löste heftige Kritik aus. In der Folge hob das Parlament seine parlamentarische Immunität auf, was den Weg für ein Strafverfahren freimachte. Bis heute steht ein Urteil jedoch aus.

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