Mehr Rücksicht gefordert – Politikerinnen schlagen Alarm
Wechseljahre dürfen kein Karriere-Killer mehr sein

Die Wechseljahre sollen politisch stärker ins Zentrum rücken: Zürcher Kantonsrätinnen verschiedener Parteien fordern mehr Sensibilität für die Folgen am Arbeitsplatz. Denn eine Umfrage zeigt: Viele Frauen fühlen sich im Job mit ihren Beschwerden alleingelassen.
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Die Wechseljahre stellen eine Belastung dar. Das wollen Zürcher Kantonsrätinnen nun breiter thematisieren.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vier Zürcher Kantonsrätinnen wollen die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Wirtschaft eindämmen
  • 20 Prozent der Frauen reduzieren laut Befragungen Arbeitspensum wegen Wechseljahr-Symptomen
  • In zehn Jahren könnte ein Viertel mehr Frauen betroffen sein
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Patrick GerberRedaktor Politik

Die Wechseljahre sind kein Tabuthema mehr. Vieles deutet darauf hin, dass heute offener über die hormonellen Umstellungen bei Frauen ab etwa 40 Jahren gesprochen wird. Doch ausgerechnet im Berufsalltag sind sie noch immer kaum ein Thema, wie Blick aufzeigte. Das wollen vier Zürcher Kantonsrätinnen von links bis zur Mitte ändern. Sie fordern: Die Auswirkungen der Wechseljahre am Arbeitsplatz müssten besser aufgefangen werden.

Laut Schätzungen befinden sich allein im Kanton Zürich rund 300'000 Frauen in den Wechseljahren. Die überparteiliche Allianz macht nun in einem Vorstoss geltend, die hormonelle Umstellung habe direkte negative Folgen für die Volkswirtschaft. Frauen mit starken Beschwerden würden häufig ihr Arbeitspensum reduzieren oder sich krankschreiben lassen. «Das Thema wird immer drängender», so die Kantonsrätinnen in ihrer Anfrage an die Zürcher Regierung. Sie wollen auch klären lassen, ob die Einrichtung einer Fachstelle sinnvoll wäre.

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Die Politikerinnen verweisen auf eine repräsentative Befragung unter 30- bis 67-jährigen Frauen in der Schweiz. Diese habe gezeigt, «dass die hormonelle Umstellung direkte negative Folgen auf die Volkswirtschaft hat», so die Kantonsrätinnen Sabine Arnold (49, Grüne), Renata Grünenfelder (59, SP), Alexia Bischof (58, Mitte) und Andrea Grossen-Aerni (53, EVP). Ähnliche Erhebungen in Österreich und Deutschland seien zum selben Schluss gekommen. Der Deutsche Bundestag forderte deshalb bereits eine nationale Menopausen-Strategie.

Arbeitsausfälle wegen Wechseljahren

In der Schweizer Befragung gaben rund 20 Prozent der Frauen an, ihr Arbeitspensum wegen Symptomen reduziert zu haben, die sie auf die Wechseljahre zurückführen. Etwa 15 Prozent liessen sich bereits mindestens einmal krankschreiben, 5 Prozent schlugen eine Beförderung aus. Weitere 6 Prozent erklärten zudem, wegen der Beschwerden vorzeitig in die Pension gegangen zu sein.

Wechseljahre: Die Begriffe

In den Wechseljahren stellen sich die Hormone um. Meist beginnen sie im fünften Lebensjahrzehnt. Der Begriff Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung, wird im Volksmund aber als Synonym für Wechseljahre verwendet. Die Prämenopause beginnt ab 40 mit unregelmässigeren Blutungen und ersten Symptomen. Die Perimenopause ist die Zeit ein bis zwei Jahre vor bis ein Jahr nach der letzten Blutung. Die Postmenopause beginnt 365 Tage nach der letzten Menstruation.

In den Wechseljahren stellen sich die Hormone um. Meist beginnen sie im fünften Lebensjahrzehnt. Der Begriff Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung, wird im Volksmund aber als Synonym für Wechseljahre verwendet. Die Prämenopause beginnt ab 40 mit unregelmässigeren Blutungen und ersten Symptomen. Die Perimenopause ist die Zeit ein bis zwei Jahre vor bis ein Jahr nach der letzten Blutung. Die Postmenopause beginnt 365 Tage nach der letzten Menstruation.

Zu den häufigsten Symptomen zählen körperliche und geistige Erschöpfung, Schlafstörungen sowie depressive Verstimmungen. «Damit diese Symptome nicht zu Arbeitsausfällen führen, hilft eine offene Kommunikation im Betrieb über das Thema und eine Verankerung im betrieblichen Gesundheitsmanagement», schreiben die vier Kantonsrätinnen. 

Nun wollen die Politikerinnen von der Zürcher Regierung wissen, inwiefern dem Kanton als Arbeitgeber die Folgen der Wechseljahre bewusst sind und ob die Einrichtung einer kantonalen Fachstelle sinnvoll wäre. Zudem verlangen sie Auskunft darüber, welche Präventionsmassnahmen bereits bestehen – und welche Arbeitsmodelle den Verbleib von Frauen mit starken Symptomen im Berufsleben fördern könnten.

Für die Politikerinnen ist klar: «Gut ausgebildete, weibliche Angestellte nach ihrer reproduktiven Phase am Arbeitsplatz zu halten, ist angezeigt.»

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