Darum gehts
- Unbewilligte Demo am 11. Oktober 2025 in Bern eskaliert massiv
- Gefälschte Polizeimitteilungen kritisieren Öffentlichkeitsfahndung der Kantonspolizei Bern
- Bundesrat Cassis und Sicherheitsdirektor Müller schwer beschuldigt
Angriffe auf Einsatzkräfte, ein brennendes Traditionslokal und eine verwüstete Innenstadt: Bei einer unbewilligten Demonstration am 11. Oktober 2025 kam es in Bern zu massiven Ausschreitungen. Die Vandalen werden derzeit von der Berner Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung gesucht. Zuerst wurden die Bilder der tatverdächtigen Personen verpixelt, danach unverpixelt veröffentlicht.
Gegen dieses Vorgehen wird in Bern nun Stimmung gemacht – und zwar mit falschen Polizeimitteilungen. Auf Berner Stadtboden tauchen gar Zeugenaufrufe mit gefälschten Polizeiwappen auf. Ein QR-Code führt zu einer Website, die eine «mediale Hetzjagd» gegen die Demonstrierenden beklagt und dazu aufruft, stattdessen «die wahren Verbrecher» zu jagen. Datiert ist die Fake-Meldung auf den 20. März.
Schwere Vorwürfe gegen Politiker
Die «Trumps und Netanyahus dieser Welt beuten aus, morden und unterdrücken», heisst es auf der Website. Trotzdem sei die Empörung in der Schweiz grösser, wenn ein paar Scheiben bei der UBS eingeschlagen würden. Aktivistinnen, die gegen die «imperialistischen Staatsoberhäupter» demonstrierten, würden nun im Internet blossgestellt und vorverurteilt.
Auf der besagten Seite werden falsche Vorwürfe gegen Politiker und Behörden erhoben: So werde etwa Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis (64, FDP) wegen Beihilfe zum Genozid und Kriegsverbrechen gesucht. Nach der Kantonspolizei Bern werde wegen Einsatz von Chemiewaffen, Rassismus und der Verletzung von Menschenrechten gefahndet, und nach dem Berner Sicherheitsdirektor Philippe Müller (62, FDP) wegen Aufruf zu Gewalttaten, menschenrechtswidriger Politik und häuslicher Gewalt.
Polizei prüft rechtliche Schritte
Die Urheber sind nicht bekannt. Betrieben wird die Website nach eigenen Angaben von einer Gruppierung, die «in verschiedenen Bereichen gegen Ausbeutung und Unterdrückung» kämpft.
Die Kantonspolizei Bern bestätigt auf Anfrage von Blick, dass ihr die Plakate bekannt sind. «Bei uns sind Abklärungen im Gang, und wir behalten uns rechtliche Schritte vor.» Entsprechende Ermittlungen würden allenfalls nach Abschluss dieser Abklärungen aufgenommen – oder wenn entsprechende Strafanträge eingehen.