Kauderwelsch auf Arztrechnung
Patienten sollen endlich verstehen, wofür sie zahlen

In der Schweiz sind Arztrechnungen oft kryptisch. Mitte-Nationalrat Christian Lohr verlangt nun vom Bundesrat klare Vorgaben. Sonst bliebe es sowohl für Patienten als auch Krankenkassen schwierig, Missbrauch zu verhindern.
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Arztrechnungen sind für Patienten oftmals wie Rätselraten.
Foto: Getty Images/EyeEm

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nationalrat Christian Lohr fordert klare Regeln für Arztrechnungen in der Schweiz
  • Unverständliche Rechnungen: ZHAW-Report zeigt Problematik seit 2010
  • Fehlbeträge: Krankenkassen korrigieren jährlich bis zu drei Milliarden CHF
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Flattert nach einem Spitalbesuch oder einer Laboruntersuchung die Rechnung ins Haus, kratzen sich viele zuerst einmal am Kopf. Denn: In der Schweiz ist es nicht einheitlich geregelt, was auf dem Papier stehen muss. Für viele Patientinnen und Patienten bleibt es daher kryptisch, für welche Leistungen sie denn nun genau bezahlen müssen.

Das geht einfacher, findet Mitte-Nationalrat Christian Lohr (64). In einem Vorstoss will er vom Bundesrat verbindliche Regeln, was denn wie auf einer Arztrechnung stehen soll. Das stärke das Vertrauen in das Schweizer Gesundheitssystem, ist der Parlamentarier überzeugt.

Patienten verstehen vieles nicht

Lohr stützt sich dabei auch auf einen Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dieser zeigte 2010 auf, dass Rechnungen ohne zusätzliche Erklärungen für Patientinnen und Patienten unverständlich seien.

Der Mitte-Nationalrat gibt in seinem Vorstoss auch bereits Vorschläge ab, wie dies aussehen könnte: verständliche Sprache, keine Abkürzungen und Fachbegriffe sowie eine klare Auflistung, welche Leistungen von der Grundversicherung übernommen werden, seien denkbare Ansätze. Dabei sei wichtig, dass durch die Vorgaben kein bürokratischer Mehraufwand entstünde.

Auch den Krankenkassen hilft ein Standard

Bei Gesundheitsthemen macht sich Lohr in Bundesbern regelmässig stark. Vergangenes Jahr kritisierte er beispielsweise in einem Vorstoss die im Vergleich zum Ausland hohen Kosten für Laboranalysen. Dass solche Rechnungen zudem oftmals auch fehlerhaft sein können, zeigen Zahlen der Krankenkassen. Sie korrigieren jährlich Fehlbeträge auf Arztrechnungen in Milliardenhöhe. Trotz dieser Kontrollen rutschen falsche Abrechnungen dennoch durch – laut Schätzungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Ein Rechnungsstandard im Gesundheitswesen würde daher auch den Krankenkassen helfen, diese Fehler oder bewussten Schummeleien aufzuspüren, argumentiert Lohr. «Das System als Ganzes profitiert, da die ganze Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen Nutzen davon hat», so der Thurgauer in seinem Vorstoss.

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