So kam es zum Drama in Crans-Montana
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Feuer-Hölle in Bar:So kam es zum Drama in Crans-Montana

Italien-Vize Salvini rechnet mit Verantwortlichen von Crans-Montana ab
«In der Schweiz wird sich für viele das Gefängnis öffnen»

Nach der Brandkatastrophe im Wallis zeigt sich Italien tief erschüttert. Matteo Salvini rechnet in einem Post ab – der Lega-Politiker fordert Gefängnisstrafen. Viele der Opfer kommen aus dem Nachbarland.
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Italiens Vizeregierungchef Matteo Salvini: «In der zivilisierten Schweiz werden sich für viele Menschen die Gefängnistüren öffnen müssen.»
Foto: Imago/ZUMA Press Wire

Darum gehts

  • Italienischer Spitzenpolitiker Salvini fordert Strafen für Verantwortliche der Brandkatastrophe
  • Italienischer Aussenminister Tajani besuchte Crans-Montana nach tödlichem Brand am Freitag
  • Grosse Anteilnahme in der Politik, viele Anlässe abgesagt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Zahlreiche Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS kommen aus Italien. Die Anteilnahme im Land ist gross. Am Freitag reiste Aussenminister Antonio Tajani (72) in den Skiort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Er wählte zurückhaltende Worte, dankte den Helferinnen und Helfern.

Doch aus der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) kommen auch andere Töne. Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini (52), der Chef der rechtspopulistischen Lega-Partei, fordert harte Konsequenzen für die Verantwortlichen der Tragödie.

Salvini holt zum Rundumschlag aus

In einem längeren Post in den sozialen Medien gedenkt Salvini ebenfalls den Opfern. Er äussert sein Unverständnis darüber, dass in Medien und sozialen Netzwerken Kritik an Jugendlichen geäussert würde, die sich während des Ausbruchs des Brands falsch oder zu zögerlich verhalten hätten. Dies während Familien «noch verzweifelt nach ihren Kindern suchen», so Salvini. Er spricht von «Kommentaren voller Oberflächlichkeit, Zynismus und Bosheit». Der Brand sei nicht deren Schuld. 

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Dann holt Salvini zu einem Rundumschlag aus. Er zählt auf, wer aus seiner Sicht die Verantwortung zu tragen hat. Dabei nimmt er sowohl Barbetreiber als auch Behörden ins Visier – und erhebt schwere Vorwürfe.

Im Wortlaut schreibt er: «Die einzigen Verantwortlichen, die einzigen mit einem schmutzigen Gewissen, die einzigen Verbrecher sind jene, die in diesem Kellerraum die Sicherheit nicht gewährleistet haben, jene, die nicht kontrolliert haben, jene, die Genehmigungen erteilt haben, jene, die aus Geldgier Hunderte von Jugendlichen in einem Untergeschoss zusammengepfercht haben – mit offenen Feuern und versagenden Notfallsystemen.»

Deswegen gehörten die Verantwortlichen ins Gefängnis, fordert der stellvertretende Regierungschef. Er schreibt wortwörtlich: «In der zivilisierten Schweiz werden sich für viele Menschen die Gefängnistüren öffnen müssen.»

Grosse Anteilnahme in der Schweizer Politik

Auch in der Schweizer Politik ist die Anteilnahme nach dem Brandinferno mit mindestens 40 Toten und 119 Verletzten überwältigend. Politikerinnen und Politiker aller Couleur äusserten sich bestürzt. Bundespräsident Guy Parmelin (66, SVP) verschob seine Neujahrsansprache, besuchte die Gemeinde noch am Donnerstag und liess die Flaggen beim Bundeshaus auf halbmast setzen. Auch Parteianlässe zum Jahresauftakt wurden abgesagt. 

Mit Kritik an mutmasslichen Verantwortlichen oder gar Schuldzuweisungen hielt sich die Schweizer Politik bisher strikt zurück. Tatsächlich stehen die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden erst am Anfang. 

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