Wie kommt Donald Trump (80) da je wieder raus? Nachdem der Iran die Waffenstillstandsvereinbarung gebrochen und auf einen Tanker in der Strasse von Hormus geschossen hatte, liess der US-Präsident iranische Stellungen bombardieren. Er hat mit seinem Krieg gegen die Mullah-Diktatur Amerika in ein Abenteuer mit offenem Ausgang hineingezogen. Trumps Hoffnung auf einen Ausstieg ist das sogenannte MOU, das «Memorandum of Understanding», die Absichtserklärung zwischen Teheran und Washington. Unterzeichnet hatte Trump sie in Versailles, die technischen Verhandlungen dazu begannen aber auf dem Bürgenstock oberhalb des Vierwaldstättersees.
Die Wahl des Ortes ist ein Boost für die gebeutelte Drehscheibe Schweiz, zumal die Konkurrenz auf dem diplomatischen Parkett dem Vernehmen nach gross war. Von Skandinavien über Österreich bis zur Türkei und Oman bewarb man sich als Verhandlungsort. Bern machte das Rennen. Zu verdanken ist dies aber den Katarern. Die Ölmonarchie am Persischen Golf besitzt das Luxusresort auf dem Bürgenstock und hat ein Interesse, die Herberge international zu bewerben. Nach Blick-Informationen übernimmt Katar die ganze Rechnung – diese umfasst neben Kost und Logis auch den Aufwand für all die gebuchten Gäste, die man kurzfristig auslud und an anderen High-Class-Adressen unterbrachte.
Auch Vermittler Pakistan kommt kostenlos davon
Das Aussendepartement (EDA) bestätigt auf Anfrage, dass Bern nicht zur Kasse gebeten wird: «Die Schweiz hat keine Kosten übernommen, welche innerhalb des Bürgenstock-Resorts im Bereich Logistik, Übernachtung und Organisation angefallen sind.» Auch der Vermittler Pakistan bleibt finanziell verschont. Einzig die Sicherheitskosten werden von Kantonen und Bund getragen – durch Verschiebungen der Ressourcen für den Steuerzahler ein Nullsummenspiel.
FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann (63), Präsident der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz-Katar, freuts: «Wir arbeiten heute besser zusammen mit den Golfstaaten wie Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Kuwait. Auf diese Staaten ist mehr Verlass als zum Beispiel auf unsere europäischen Nachbarn.»
Mit dem Manöver sichert sich Katar einerseits einen glitzernden Auftritt – und beschert dem Hotel eine höhere Auslastung. Abgeschlossen ist die Sache für die Schweiz indes nicht. Wie US-Aussenminister Marco Rubio (55) bei einem öffentlichen Auftritt kundgetan hat, sollen die Gespräche mutmasslich ab nächster Woche weitergehen – in der Schweiz.