«Erhebliche Risiken für die öffentliche Gesundheit»
SP-Wyss fordert vom Bundesrat Meldepflicht für Kühlanlagen

In Basel sind 28 Menschen an Legionellen erkrankt, eine Person starb. SP-Nationalrätin Sarah Wyss fordert vom Bund eine Meldepflicht für Kühlanlagen, um künftige Gesundheitsrisiken zu verhindern.
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In Basel erkrankten in den letzten zwei Wochen mehr als zwei Dutzend Menschen aufgrund von Legionellen.
Foto: Science Picture Co

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Basel erkrankten 28 Personen durch Legionellen aus einer Kühlanlage
  • Eine Person starb, sechs befinden sich derzeit im Spital
  • Bereits 2017 zwei Vorfälle, aber keine nationale Meldepflicht eingeführt
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

In Basel grassieren die Legionellen. Aufgrund einer Kühlanlage im Quartier Kleinbasel erkrankten innerhalb von zwei Wochen 28 Personen. Sechs Personen liegen aktuell im Spital, eine Person starb, wie das Basler Gesundheitsdepartement mitteilte.

Dass aufgrund der aktuellen Hitze nun verdunstendes Kühlwasser zur grossen Ansteckungsquelle wird, besorgt auch Bundesbern: In einem Vorstoss fordert die Basler SP-Nationalrätin Sarah Wyss (38) von der Landesregierung eine Meldepflicht für Verdunstungskühlanlagen. Der Legionellenausbruch habe gezeigt, dass solche Anlagen «erhebliche Risiken für die öffentliche Gesundheit darstellen können», so die Parlamentarierin.

Auch Tigermücken werden zum Risiko

In einem weiteren Vorstoss will die Basler Nationalrätin vom Bundesrat zudem wissen, welche Lehren er denn aus den Fällen in Basel ziehe. Denn diese sind nur die Spitze des Eisbergs: Durch die zunehmenden Hitzewellen nehmen laut Wyss auch andere Krankheitsrisiken in der Schweiz zu – etwa durch die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, die Erreger für das Dengue- oder Chikungunyafieber verbreiten. «Auch Zecken, Allergene, Luftschadstoffe und weitere klimabedingte Belastungen gewinnen an Bedeutung», schreibt Wyss.

Die Landesregierung soll also darlegen, welche gesundheitlichen Risiken sie aufgrund des Hitze-Horrors als besonders relevant betrachte – und wie sie diese in Zusammenarbeit mit den Kantonen bekämpfen wolle. Denn: Zur Legionellenausbreitung in Wyss' Heimatstadt habe insbesondere beigetragen, dass bei der Suche nach der Infektionsquelle dem Kanton eine vollständige Übersicht fehle.

Basel sind die Hände gebunden

Dabei ist es nicht der erste Vorfall am Rheinknie: Bereits 2017 waren zwei Anlagen in Basel von Legionellen befallen worden. Die Regierung verzichtete jedoch auf Präventionsmassnahmen. Eine kantonale Meldepflicht hätte wohl gegen Bundesrecht verstossen. Nur der Bund könne gemäss dem nationalen Epidemiengesetz eine Registrierungspflicht einführen. «Von dieser Möglichkeit wurde bislang kein Gebrauch gemacht», bemängelt Wyss.

Heisst: Der Bundesrat soll sich schleunigst an eine Gesetzesänderung machen. Mit einem nationalen Register «werden nicht nur Leben geschützt, sondern auch Hospitalisierung und aufwendige Ausbruchsuntersuchungen vermieden», so Wyss. Sowieso hinkt die Schweiz im Vergleich zum Ausland hinterher: «Vergleichbare Meldepflichten bestehen beispielsweise in Deutschland bereits seit mehreren Jahren.»

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