«Die Führung im VBS orientiert sich stark an der Nato»
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Ueli Maurer:«Die Führung im VBS orientiert sich stark an der Nato»

«Die Hütte abfackeln lassen»
Mitte-Pfister kanzelt Ueli Maurer ab

Ex-Verteidigungsminister Ueli Maurer kritisiert die heutige Verteidigungsspitze in einem Podcast scharf. Doch nun muss sich der SVP-Mann selbst Kritik anhören. Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister sagt, Maurer habe «die Hütte abfackeln lassen».
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Ueli Maurer kritisiert die Schweizer Armee in einem Gespräch massiv.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Alt Bundesräte wie Ueli Maurer mischen sich aktiv in die heutige Politik ein
  • Maurer kritisiert die Armee scharf: «Kein Konzept, keine Strategie»
  • Christoph Blocher (85) und Ruth Dreifuss (86) sind politisch weiterhin aktiv
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Schweizer Rentner sind gesund und bleiben länger fit. Sie arbeiten noch mit 70, wandern mit 80 steile Berge hoch. Sie tun, was man in ihrem Alter früher nicht getan hätte.

Das Phänomen der «Super Ager» hat längst auch den alt Bundesrat erfasst. Vorbei ist die Zeit, als galt: Wer aus dem Amt scheidet, äussert sich nicht mehr zur Tagespolitik. 

In der Schweiz mischen sich gerade so viele alt Bundesräte ins Tagesgeschäft ein wie noch nie. SVP-Doyen Christoph Blocher (85) kommentiert das Geschehen wöchentlich in einer eigenen Fernsehsendung. Die ehemalige SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss (86) äussert sich pointiert und aktivistisch zu Gaza oder zu Sozial-Abstimmungen. Dreifuss’ Parteikollegin und Ex-Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (80) erklärt ihren Nachfolgern regelmässig, was sie besser machen könnten. Der Ex-FDP-Magistrat Pascal Couchepin (84) durchstreift als Staatsphilosoph die politische Landschaft – und schiesst gegen die SVP. 

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Und dann ist da Ueli Maurer (75). Er provozierte als SVP-Präsident ebenso gerne wie als Bundesrat. Und er denkt nicht daran, aufzuhören. Er besucht in halb offizieller Mission chinesische Gedenkfeiern, will die Schweiz mit den Urkantonen neu gründen, schickt Videobotschaften an AfD-Veranstaltungen und so weiter (eine Auswahl an Fettnäpfchen findest du hier.)

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«VBS-Spitze macht auf Gutmenschentum»

Jetzt hat Maurer erneut eine kleine Bombe gezündet. Der ehemalige Verteidigungsminister kritisierte in einem Video mit der «Schweizer Zeit» die Armee aufs Schärfste. CH Media hat zuerst darüber berichtet.

Maurer wehrt sich im Video gegen die EU, setzt sich für die Neutralität ein – und kritisiert die Armee scharf. Die Ausrüstung der Armee sei nicht auf dem «richtigen Dampfer». Es fehle der Wehrwille; der Dienst könne quasi nach dem «Freiwilligkeitsprinzip» absolviert werden. Bezüglich Drohnen befinde sich das Verteidigungsdepartement im «Niemandsland». Ein Teil im VBS wolle sich der Nato annähern. Die Armee sei deswegen gespalten und trete an Ort. «Die Schweiz hat kein Konzept, keine Strategie.» Die VBS-Spitze mache auf «Gutmenschentum». So weit, so fatal.

Maurer und die CS: «Die Hütte abfackeln lassen»

Doch wer sich pointiert äussert, löst Reaktionen aus. Und wer eine Vergangenheit als Bundesrat hat, bietet immer auch Angriffsfläche. Diese nutzt nun der ehemalige Mitte-Präsident und Zuger Nationalrat Gerhard Pfister (63). Ein Mann, der auf X schneidend, angriffig und bisweilen zynisch drauflosschiesst.

Jetzt trifft es also den alt Bundesrat. Pfister rechnet in wenigen Worten mit Maurer und dessen Leistung als Mitglied der Landesregierung ab.

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Der Zuger Mitte-Politiker erinnert Maurer daran, dass dieser als Verteidigungsminister die Abstimmung für den Gripen-Kampfjet verloren und die beste Armee gefordert habe – diese aber offenbar nicht erreicht habe, trotz steigendem Verteidigungsetat während seiner Zeit.

Pfister geht dann noch auf die Zeit von Maurer als Finanzminister ein: Der SVP-Magistrat sei zwar kurz vor dem Untergang der Credit Suisse zurückgetreten. In der entscheidenden Phase sei Maurer aber im Hintergrund involviert gewesen. Er habe den übrigen Bundesräten, wie später der Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission gezeigt habe, wichtige Informationen vorenthalten und die CS-Spitze zu geheimen Gesprächen getroffen. Er habe «die Hütte abfackeln lassen».


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