Darum gehts
- Kaderangestellte verdienten 2025 teils mehr als Geschäftsleitungsmitglieder in bundesnahen Betrieben
- Informatiker mit Spezialwissen: 177'938 Fr./Jahr, mehr als mittleres Management
- Es gibt verschiedene Gründe, dass das Lohngefüge nicht der Hierarchie entspricht
Nicht nur die ganz oben können bei bundesnahen Betrieben einen Spitzenlohn erzielen: Bei Suva, SRG und Ruag erhielten 2025 einzelne Kaderangestellte ausserhalb der Geschäftsleitung mehr als gewisse GL-Mitglieder.
Mehr verdienen als der Chef? Möglich ist so etwas zum Beispiel dann, wenn jemand zwar nicht der nationalen Konzernspitze angehört, aber eine grosse Geschäftseinheit führt. Oder wenn Topkräfte einen hoch spezialisierten Aufgabenbereich haben.
Da gibt es etwa verdiente Kader, die ins zweite Glied zurückgetreten sind, aber weiterhin einen hohen Lohn haben. Oder hoch spezialisierte Fachkräfte, deren Know-how einen schönen Extrabatzen bedeutet. Auch Boni können dazu führen, dass eine Angestellte in einem guten Jahr mehr verdient als ihr Vorgesetzter.
Blick präsentiert eine Auswahl solcher Fälle.
Informatiker
Fachkarriere überholt Führungskarriere: Besonders in der Informatik kann Spezialwissen mehr wert sein als ein Chefposten. Laut der Salärstudie 2026 des Verbandes swissICT verdienen «Senior Experts» in Bereichen wie KI, Cloud oder Cybersecurity im Mittel 177'938 Franken pro Jahr. Das mittlere Management kommt auf 156'000 Franken. Grund dafür ist die hohe Nachfrage nach Know-how in diesen Bereichen, wie Blick berichtete.
Traderinnen
Traderinnen und Trader handeln mit Aktien, Rohstoffen oder Energie. Ein ordentlicher Teil ihrer Vergütung ist häufig erfolgsabhängig. Deshalb können Top-Händler mehr kassieren als ihre Chefs, wie Lohnstudien zeigen. Für Aufsehen sorgte 2022 dieser Fall: Blick berichtete unter Berufung auf ehemalige Kader, einzelne Trader beim Stromkonzern Axpo könnten mehrere Millionen Franken verdienen – mehr als der CEO mit damals gut einer Million. Axpo schwieg zwar zu den Beträgen, verwies aber auf die erfolgsabhängige Vergütung.
Banker
Auch bei den Banken kann der Bonus die Lohnhierarchie durcheinanderbringen. Gerade Investmentbanker können neben dem Fixlohn hohe erfolgsabhängige Vergütungen erhalten. In besonders guten Jahren kann ihr Gesamtlohn deshalb auch über jenem von Vorgesetzten liegen.
Kader in spezieller Rolle
Manchmal ist der höhere Lohn einfach ein Überbleibsel aus dem vormaligen Job. Fällt etwa bei einer Umstrukturierung eine Kaderstelle weg, kann der Betroffene eine Position weiter unten übernehmen, ohne dass sein Gehalt sofort entsprechend sinkt. So kann es passieren, dass langjährige Mitarbeitende plötzlich mehr verdienen als die Person in der Hierarchie über ihnen. Ähnlich kann es bei Mitgliedern regionaler Geschäftsleitungen oder von Bereichsgremien aussehen: Sie gehören zwar nicht zur Konzernspitze, tragen aber teilweise grosse operative und personelle Verantwortung. Entsprechend gut kann auch ihr Lohn sein.
Bundesräte
Die Cheflöhne bundesnaher Betriebe stehen unter besonderer Beobachtung. Im Vergleich mit der Privatwirtschaft fallen sie teilweise klar tiefer aus. Gleichzeitig verdienen die Spitzen bundesnaher Unternehmen häufig mehr als die Mitglieder der Landesregierung, die für die strategische Steuerung der Beteiligungen verantwortlich sind. Bundesrätinnen und Bundesräte erhalten 2026 rund 478'000 Franken Bruttojahreslohn plus 30'000 Franken Spesenpauschale. Die Chefs von SBB oder Post etwa kommen auf höhere Vergütungen. Ja, selbst die Magistraten müssen sich manchmal hinten anstellen!