Darum gehts
- VBS gibt 15 Millionen Franken für externe Berater bei 14 Rüstungsprojekten aus
- Die externe Beratung für das Projekt Air2023 kostet fast 12 Millionen Franken
- Ein ehemaliger Offizier erhielt 413'000 Franken für 15-monatige Tätigkeit während der Pandemie
Im Verteidigungsdepartement VBS läuft es nicht immer rund. Mehrere Top-Beschaffungsprojekte – etwa der Kauf der Kampfjets F-35A – stehen regelmässig in den Schlagzeilen. In der aktuellen weltpolitischen Lage fällt das besonders ins Gewicht. Gut bezahlte externe Berater sollten eigentlich dafür sorgen, dass diese Situation nicht eintritt – und jetzt wird an diesem System Kritik laut.
Schon seit Monaten versuchte «SRF Investigativ», die Namen der Qualitäts- und Risikoberater der Top-Projekte herauszufinden. Doch das VBS wehrte sich dagegen – und gab sie erst nach einer Schlichtungsverhandlung beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten frei.
Kritik wegen möglicher Abhängigkeit von Beratern
Die veröffentlichten Zahlen lassen aufhorchen: Für die Betreuung von 14 Beschaffungsprojekten gab der Bund insgesamt rund 15 Millionen Franken aus. Alleine das Projekt Air2023 – das von einer einzigen Firma beraten wurde – kostete diesbezüglich fast 12 Millionen. Air2023 umfasst unter anderem die neuen Kampfflugzeuge oder die Patriot-Luftverteidigungssysteme. Kritiker bemängeln derweil nicht nur die Höhe der Honorare, sondern auch die potenzielle Abhängigkeit von einzelnen Beratern.
Viele der Mandate wurden zudem ohne Ausschreibung vergeben, wie «SRF Investigativ» weiter berichtet. Auch ein ehemaliger VBS-Generalsekretär erscheint auf der Liste. Doch damit soll nun Schluss sein: Das Verteidigungsdepartement hat die Beratermandate für neue Top-Projekte nun öffentlich ausgeschrieben.
Skandale sind nichts Neues
Doch bereits zuvor stand das VBS wegen seiner Handhabung von externen Beratern in der Kritik. Während der Covid-Pandemie erhielt etwa ein ehemaliger Berufsoffizier 413'000 Franken für 15 Monate Beratertätigkeit. Ein Luzerner Anwalt reichte daraufhin Strafanzeige ein.
Für Aufsehen sorgte 2024 unter anderem auch die Entscheidung der ehemaligen Bundesrätin Viola Amherd (63, Mitte), ihre langjährige persönliche Mitarbeiterin über die vom Bund verbindliche Alterslimite von 70 Jahren hinaus zu beschäftigen.