Darum gehts
- Bundesrat unterstützt Schweizer Olympia-Kandidatur 2038
- Bund soll dafür 200 Millionen Franken beitragen
- Schweiz hat gute Chancen, wenn sie Bewerbung wirklich will
Gerade läuft die Fussball-WM auf Hochtouren. Doch die Schweiz macht dieser Tage den nächsten Schritt Richtung Olympische Winterspiele 2038! Der Bundesrat will diese in unser Land holen und hat heute seine Botschaft zur Unterstützung der Schweizer Kandidatur vorgelegt. «Damit hat das Projekt einen weiteren grossen Schritt erreicht, darüber freue ich mich sehr!», sagte Mitte-Sportminister Martin Pfister (62) vor den Medien.
2,2 Milliarden Franken sollen die Spiele insgesamt kosten. Die Finanzierung soll dabei weitgehend privat erfolgen. Der Bund will 200 Millionen Franken übernehmen. Der Bundesbeitrag wird verwendet für die Mitfinanzierung der Paralympischen Spiele (60 Millionen), die Verbilligung der ÖV-Nutzung durch Besucherinnen und Besucher (50 Millionen), die Mitfinanzierung von weiteren Aufwänden der Trägerorganisation (80 Millionen) sowie die Deckung möglicher, heute noch nicht absehbarer Aufwände (10 Millionen). Auch die Kantone und Gemeinden sollen 200 Millionen Franken beitragen.
«Keine Spuren in der Landschaft hinterlassen»
«Mit ‹Switzerland 2038› konzipieren wir etwas Neues», sagte er. «Die Schweiz hat die einmalige Chance zu zeigen, dass sie einen der weltgrössten Sportanlässe auf eine Weise organisieren kann, die zu einem kleinen, wertebasierten Land und in die heutige Zeit passt.» Er hob hervor, dass die Spiele dezentral und nachhaltig organisiert werden sollen. «Gastgeber ist ein Land: die Schweiz», erklärte Pfister. «Wir möchten Olympische Spiele, die keine Spuren in der Landschaft hinterlassen, sondern viele positive Erinnerungen bei Schweizerinnen und Schweizern und in der Gesellschaft.»
Die Chancen auf den Zuschlag sind einmalig – wenn die Schweiz wirklich will. Zieht sie die Bewerbung durch, geniesst sie beim Internationalen Olympischen Komitee einen Sonderstatus – ohne Konkurrenz: Das Datum ist für die Schweiz freigehalten. Legt sie bis Ende 2027 ein Dossier vor, dass die IOK-Anforderungen erfüllt, bekommt sie den Zuschlag.
Keine nationale Volksabstimmung
Die grösste Hürde bleibt aber die Bevölkerung. Die Bundesbeteiligung selbst ist zwar nicht dem fakultativen Referendum unterstellt, da dafür die Tragweite zu wenig gross sei. Eine nationale Volksabstimmung wird es also nicht geben. Trotzdem hat das Stimmvolk ein Wörtchen mitzureden: «Weil die Spiele dezentral ausgelegt sind, können dort, wo Wettkämpfe stattfinden, Parlamente und Bevölkerung mitsprechen.»
Für Pfister ist klar, dass es nun landesweit die Freude für das Projekt zu entfachen gilt. «Wir brauchen positive Veranstaltungen in unserem Land, die den Gemeinsinn fördern», sagte er. «Wir müssen Dinge durchführen, die Freude bereiten. Es ist ein Projekt des nationalen Zusammenhalts!»
Als Nächstes entscheidet dann das Parlament über einen sogenannten Grundsatz- und Planungsbeschluss.