Bekannt aus «Uli der Knecht»
Emmentaler Kult-Lokal droht das Aus – Gemeinde könnte einspringen

Der traditionsreiche Gasthof Bären in Eggiwil BE könnte bald der Gemeinde gehören. Ohne Übernahme droht das Aus der Dorfbeiz, die seit 1868 besteht. Die Stimmbevölkerung soll über den Kauf abstimmen.
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Die Gemeinde Eggiwil prüft den Kauf des traditionsreichen Gasthofs Bären und will die Bevölkerung darüber abstimmen lassen.
Foto: Emmental Tourismus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eggiwil prüft Kauf des Gasthofs Bären, Abstimmung geplant
  • Traditionslokal seit 1868, finanziell nicht mehr tragbar
  • Schötz kaufte 2025 Beiz für 2,2 Millionen Franken
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Immer mehr Gemeinden werden zu Wirten. Weil sich Dorfrestaurants nicht mehr rechnen, kaufen sie die Beizen kurzerhand selbst. Nun könnte auch Eggiwil im Emmental zum Besitzer eines Restaurants werden. Die Berner Gemeinde prüft den Kauf des traditionsreichen Gasthofs Bären und will die Bevölkerung darüber abstimmen lassen. Das berichtet die «Berner Zeitung». 

Betrieb ist finanziell nicht mehr tragbar

Der Bären besteht seit 1868. Er gilt als wichtiger Treffpunkt im Dorf und ist weitherum bekannt. 1954 war er gar Kulisse des Schweizer Films «Uli der Knecht». Ende Jahr ist allerdings Schluss: Die Stiftung Innovation Emmental-Napf, der das Gebäude seit 2017 gehört, will es verkaufen. Der Betrieb sei finanziell nicht mehr tragbar, sagt Stiftungsrat Marc Baumeler gegenüber der «Berner Zeitung».

Für die Gemeinde stellt sich deshalb eine schwierige Frage. Kommt der «Bären» auf den freien Markt, droht laut Baumeler das Ende der Gastronomie. Wahrscheinlich würden stattdessen Wohnungen entstehen. Gleichzeitig sei auch für die Gemeinde klar, dass sich der Betrieb nicht einfach wirtschaftlich führen lasse.

Die Gemeinde hat das Kaufangebot der Stiftung erhalten und prüft dieses nun. Über einen allfälligen Kauf soll die Stimmbevölkerung entscheiden. 

Gemeinden springen immer öfter ein

Eggiwil ist kein Einzelfall. Auch andernorts stellt sich mit dem Beizensterben die Frage, ob die öffentliche Hand einspringen soll, wenn eine Dorfbeiz vor dem Aus steht. Meist geht es darum, die letzte verbliebene Gaststätte fürs Dorfleben zu erhalten. In Schötz LU etwa kaufte die Gemeinde im Sommer 2025 das Restaurant St. Mauritz für 2,2 Millionen Franken.

Weniger reibungslos verlief die Sache im luzernischen Hochdorf: Dort hiess das Stimmvolk am 28. September 2025 den Kauf des Restaurants «Mare» knapp gut. Kurz darauf ordnete das Kantonsgericht Luzern jedoch an, die Kaufverhandlungen vorerst auf Eis zu legen. Für zusätzlichen Ärger sorgte, dass die Gemeinde das Lokal bereits gekauft hatte, ohne die Beschwerdefrist abzuwarten. Kritiker stellten grundsätzlich infrage, ob es Aufgabe einer Gemeinde sei, eine Beiz zu kaufen.

Und auch in Wädenswil ZH steht eine Übernahme im Raum: Nachdem das «Schützehuus» in Au nach 34 Jahren schliesst, soll die Stadt prüfen, ob sie die Liegenschaft übernehmen könnte. Das dreiköpfige Wirteteam geht in Pension. Politikerinnen und Politiker von links bis rechts setzen sich dafür ein, dass mit dem Restaurant nicht auch ein wichtiger Treffpunkt im Ort verschwindet.

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