Pizzeria verschwindet
Noble Goldküstengemeinde verliert ihre letzte Dorfbeiz

Zumikon ZH muss seinen Dorfplatz sanieren. Deshalb muss die Pizzeria Da Remo weichen. Einheimische kämpfen für den Erhalt der letzten Beiz. Sie stossen bei der Nobelgemeinde aber auf taube Ohren. Macht jetzt das alte Rössli wieder auf?
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Die Pizzeria Italia 2000 da Remo, die letzte Beiz in Zumikon, muss schliessen.
Foto: Ristorante Pizzeria Italia 2000 Da Remo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Zürcher Goldküstengemeinde Zumikon verliert sein letztes Restaurant
  • Gemeinderat lehnt Initiative für Erhalt ab, verweist auf Urnenentscheid
  • Arbeitsgruppe überprüft mögliche Übergangslösung
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Es droht die gastronomische Leere: In Zumikon ZH gibt es nur noch eine Beiz im ganzen Dorf – und die soll jetzt auch noch weg. Die Goldküstengemeinde will ab Frühjahr 2027 ihren Ortskern neu gestalten. Deshalb soll die Pizzeria Italia 2000 da Remo weichen. Zuvor gingen schon der Gasthof Rössli, das Triangel und die Frohe Aussicht zu. Eine Gruppe von Zumikerinnen und Zumikern kämpft nun um die letzte Dorfbeiz.

Wilfried Schweizer reichte Ende März eine Initiative ein. Die Forderung: Die Pizzeria soll als einziges bestehendes Lokal am Dorfplatz bleiben, bis ein anderes Restaurant als Ersatz eröffnet hat. Damit soll es auch während des Umbaus am Dorfplatz dort ein Gastroangebot geben. Dass nebenan künftig ein neues Restaurant betrieben werden soll, ist für Schweizer keine Lösung: «Solange man noch keine Baueingabe hat, ist ein Restaurant dort noch in weiter Ferne», betonte Schweizer gegenüber dem «Zolliker Zumiker Boten». Auf eine Anfrage von Blick hat Schweizer bisher nicht reagiert.

Der Gemeinderat weist die Initiative ab

Jetzt hat der Zumiker Gemeinderat die Initiative für ungültig erklärt, wie zuerst der «Zolliker Zumiker Bote» berichtet hat. Sie würde in ihrem Ziel der Urnenabstimmung widersprechen, in der die deutliche Mehrheit für die Erneuerung des Dorfkerns gestimmt hat, schreibt der Gemeinderat in seinem Sitzungsbericht.

Es muss eine andere Lösung her. Da zeigt sich der Gemeinderat vorsichtig optimistisch: Eine Arbeitsgruppe, in der auch Initiant Schweizer sitzt, überprüft, ob der Gasthof Rössli übergangsweise als alternatives Gastroangebot genutzt werden könnte. Erste Gespräche sind positiv verlaufen, schreibt der Gemeinderat. Dennoch – eins zu eins könnte der Gasthof wiedereröffnet werden, der Zustand des Gebäudes würde Investitionen verlangen. Abklärungen, wie das gemacht werden könnte, laufen noch.

Schweiz steckt in einer Gastrokrise

Die Goldküstengemeinde Zumikon ist beileibe nicht die einzige Schweizer Ortschaft, die um ihre Restaurants bangt – und immer mehr zur Schlafgemeinde wird. Alleine im Kanton Zürich gingen zuletzt einige Gastroinstitutionen zu, wie diese Beispiele zeigen: Das Rössli in Erlenbach ZH musste Ende April schliessen. Für die Sonne am Pfäffikersee in Auslikon ZH war es im März nach 180 Jahren vorbei: Der Pächter war pleite. Und im Januar traf es das Rössli in Adliswil ZH, weil die Kosten aus dem Ruder liefen.

Dass die Schweizer Gastronomie in einer Krise steckt, zeigen auch die Zahlen: Letztes Jahr stellten laut Wirtschaftsauskunftsdienst Crif über 1200 Restaurants den Betrieb ein – ein Anstieg gegenüber 2024 von fast 35 Prozent. Die Gründe des Beizensterbens sind vielfältig. Und leider ein schon länger anhaltender Trend. «Was wir aktuell erleben, ist kein einzelnes Krisenjahr, sondern ein tiefgreifender Strukturwandel, der jetzt sichtbar wird», sagte Gastroexperte Daniel Marbot (58) Ende 2025 zu Blick.

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