Darum gehts
- Moschee-Bau in Siebnen sorgt für Spannungen, islamische Gemeinschaft wollte Liegenschaft
- Starker Gegenwind; Gemeinschaft hob ursprüngliche Pläne auf
- Jetzt die Wende: Die Gemeinschaft will nun ein anderes Grundstück
Der Bau von Moscheen erhitzt die Gemüter. Während sich die einen über die Vielfalt freuen, fürchten sich andere vor fremden Einflüssen und Kulturen – so auch in Siebnen SZ. Das Dorf ist auf die drei Gemeinden Galgenen, Schübelbach und Wangen aufgeteilt.
Ursprünglich wollte die Albanisch-Islamische Gemeinschaft Altendorf (AIG) das Grundstück des ehemaligen Bébéhaus Läuffer an der Glarnerstrasse mitten im Dorfzentrum kaufen und in ein islamisches Kulturzentrum umbauen. Es bestand bereits eine Einigung mit dem Eigentümer. Der Kanton hatte ebenfalls keine Einwände.
Doch die Gemeinde Schübelbach erhob Beschwerde beim Regierungsrat – und Teile der Bevölkerung äusserten sich klar ablehnend. Die SVP Schübelbach startete eine Online-Petition. Rund 5000 Personen unterzeichneten diese.
Nur ein vorzeitiger Rückzug
Daraufhin legte die islamische Gemeinschaft den Kauf des Grundstücks an der Glarnerstrasse ad acta. Die Gegner der Moschee waren beruhigt – das jedoch zu früh. Wie Blick weiss, wurde die Bevölkerung diese Woche an der Galgener Gemeindeversammlung darüber informiert, dass die islamische Gemeinschaft Interesse an einer anderen Liegenschaft bekundet hat – dem bisherigen Restaurant Krone im Dorfzentrum von Siebnen-Galgenen. Das bestätigt der Gemeinderat auf Anfrage. Vorgesehen sei unter anderem eine «gemeinnützige Nutzung in Form von Begegnungs-, Bildungs- und Aktivitätsräumen, führt sie aus.
Die AIG habe dem Gemeinderat ein Gespräch angeboten – dieses werde in der kommenden Woche stattfinden. Doch bis zur Realisierung einer Moschee dürfte es noch ein langer Weg sein. «Ein Liegenschaftserwerb ist ohne Mitwirkung der zuständigen Behörden und Ämter nicht möglich», so die Gemeinde. Falls die AIG ihr Vorhaben weiterführen wolle, stünden insbesondere Aspekte wie Zonenkonformität, Parkplatzsituation, Lärmschutz und Brandschutz im Fokus.
Auch eine Beschwerde der Gemeinde wäre wohl möglich – wie zuvor auch beim Bébéhaus an der Glarnerstrassse. Die Albanisch-Islamische Gemeinschaft Altendorf war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.