Darum gehts
- BVB annullieren Ausschreibung für 23 neue Trams in Basel
- Stadler-Tram erfüllte Anforderungen, scheiterte aber an Erschütterungsgrenzwerten
- 116 Doppelstockzüge der SBB gehen an Siemens statt Stadler
Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) ziehen die Ausschreibungen für 23 neue Trams zurück. Die Ausschreibung – die ursprünglich 2024 gestartet war – wurde bereits einmal verlängert und jetzt annulliert.
Zwar gibt es einen Anbieter, der auch die technischen und kommerziellen Anforderungen erfüllt hat, aufgrund von zu hohen «Erschütterungsgrenzwerten» habe der Zuschlag nicht erteilt werden können.
Die Verkehrsbetriebe nennen den Namen des betroffenen Unternehmens nicht, dass eine Offerte eingereicht hat. Wie die «bz Basel» schreibt, sei aber belegt, dass es sich um das «Tina»-Tram des Schweizer Anbieters Stadler Rail handle.
Dieses ist bereits im Nachbarkanton Basel Landschaft im Einsatz und ist dort als «Rumpel-Tram» bekannt. Das Fahrzeug sei aber im laufenden Betrieb verbessert worden.
Hohe Anforderungen
Die Anforderungen an ein Basler Tram seien hoch. Das hat auch einen politischen Hintergrund: Die Verkehrskommission des Grossen Rates habe das Anforderungsprofil «überfrachtet», Basel sei wegen der engen Kurven verbunden mit Steigungen sowieso eine Herausforderung.
Für Stadler wäre es erneut eine Schlappe in der Schweiz. Während der Zugbauer immer wieder auch grosse Aufträge aus dem Ausland an Land ziehen kann, unterlagen die Ostschweizer um Patron Peter Spuhler (67) kürzlich bei einem SBB-Auftrag. 116 Doppelstockzüge darf Konkurrent Siemens bauen. Der Aufschrei war gross, der Ruf nach Heimatschutz wurde laut.
Eine Blick-Anfrage zur Beschaffung in Basel hat Stadler bislang noch nicht beantwortet.