Darum gehts
- Schweizer Badis kämpfen mit Überfüllung an heissen Sommertagen
- Basler Politiker fordert bessere Eintrittssteuerung
- Beschränkungen in Badi Ostermundigen BE, «Auslastung»-Rubrik im Seebad Luzern
Die ganz grosse Hitze ist vorerst vorbei, auch die drückende Schwüle hat nachgelassen. Doch fast überall in der Schweiz bleibt es sommerlich warm. Weiterhin Badi-Wetter also! Der Ansturm auf die Freibäder war in den vergangenen Wochen gross und führte an verschiedenen Orten sogar zu Zugangsbeschränkungen, wie Blick aufzeigte.
Jetzt beschäftigt das Thema auch die Politik. Im Kanton Basel-Stadt gelangt Grünen-Grossrat Jérôme Thiriet (43) mit einem Vorstoss an die Kantonsregierung. Die Anfrage liegt der «Basler Zeitung» vor. Thiriet will, dass die Regierung Massnahmen prüft, weil die Badis an besonders heissen Sommertagen regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Unter anderem bringt er unterschiedliche Eintrittspreise für Einheimische und auswärtige Gäste ins Spiel.
Können technische Lösungen helfen?
In der Region gab vor allem das Gartenbad Bettingen (im Volksmund «Bettinger Bädli») zu reden. Hier konnten während der jüngsten Hitzewelle dreimal wegen des grossen Andrangs kurzfristig keine weiteren Gäste mehr eingelassen werden.
Laut Thiriet sind einzelne Quartierbäder an besonders heissen Tagen zunehmend von einer Form des Freizeit- und Badetourismus betroffen, «die punktuell Züge eines Overtourismus annimmt». Anwohner seien besorgt, dass die Badis ihre Funktion als wohnortsnahe Erholungsorte verlören. Zudem verweist er gemäss «Basler Zeitung» auf das hohe Verkehrsaufkommen rund um die Anlagen sowie auf Einschränkungen der Aufenthaltsqualität durch den grossen Andrang.
Der Grünen-Politiker regt an, neben Besucherobergrenzen auch technische Lösungen zu prüfen. Als Vorbild nennt er das Seebad in der Stadt Luzern, wo man die aktuelle Auslastung online einsehen kann. Zudem stellt er «tarifliche Lenkungsmassnahmen» zur Diskussion, wie die Zeitung weiter schreibt – etwa unterschiedliche Eintrittspreise für Einwohner des Kantons und auswärtige Gäste.
Diese Beschränkungen gibt es in Badis
In Luzern funktioniert die Lösung ganz einfach: Auf der Website des Seebads gibt es die Rubrik «Auslastung». Da sieht man schon von zu Hause aus, ob man noch Chancen hat auf Einlass.
Die Badi im aargauischen Villnachern reagierte kürzlich ebenfalls auf den zu erwartenden Ansturm. Aus Sicherheitsgründen sehe man sich «leider gezwungen, die Anzahl Badegäste auf 350 zu beschränken».
Seit dem vergangenen Wochenende gilt in der Berner Badi Ostermundigen ein ähnlicher Einlassstopp: Nicht mehr als 1500 Personen dürfen gleichzeitig in der Badi sein, was etwa 3000 Eintritten pro Tag entspricht. Laut Gemeinde ist die Massnahme nötig, «um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten sowie die Anforderungen an Wasserqualität, Hygiene und Betriebssicherheit einhalten zu können». Wer keinen Zutritt erhält, kann warten, bis Leute das Bad verlassen.
Und auch die Badi in Rüti ZH hat dieses Jahr gemäss Nau schon zweimal Besucher abgewiesen. Eine fixe Obergrenze gibt es nicht, das Personal entscheidet vor Ort.