Diese schrecklichen Szenen erlebten die Augenzeugen
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Anwältin Nina Fournier zu Katastrophe von Crans-Montana
«Wir fordern Gerechtigkeit für die Opfer dieser Tragödie»

40 Tote und 116 teils Schwerverletzte hat die Brandkatastrophe von Crans-Montana gefordert. Die Gemeinde hat an einer Medienkonferenz Versäumnisse eingeräumt.
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40 Tote und 116 teils Schwerverletzte hat die Brandtragödie von Crans-Montana gefordert.
Foto: keystone-sda.ch

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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Fünf Tage nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana ist klar: Der Betrieb «Le Constellation» wurde seit 2019 nicht mehr kontrolliert. «Wir haben eine Lücke der Kontrollen zwischen 2020 und 2025 des betroffenen Betriebs festgestellt», erklärte Gemeindepräsident Nicolas Féraud (55) vor den Medien. «Wir können uns nicht erklären, wie das passieren konnte.»

Die Opferanwältin Nina Fournier vertritt eine Mutter und einen Vater. Sie macht klar: «Wir fordern vor allem Gerechtigkeit für die Opfer dieser Tragödie sowie für ihre Familien und Angehörigen.»

Zum jetzigen Zeitpunkt müssten noch viele Aspekte geklärt werden, um die Umstände dieses tragischen Brandes vollständig zu verstehen. «Wir erwarten von der Staatsanwaltschaft, dass sie uns transparent über die bereits eingeleiteten und geplanten Ermittlungsschritte informiert, damit das Verfahren sachlich und unparteiisch geführt werden kann.»

«Einige Äusserungen haben uns zutiefst schockiert»

Was die Medienkonferenz der Gemeinde betrifft, so habe sich diese zwar bemüht. Aber: «Einige Äusserungen haben uns zutiefst schockiert.» Dass sich die Gemeinde selbst als «Opfer» bezeichnete, sei angesichts der rechtlichen Definition dieses Begriffs gemäss schweizerischer Strafprozessordnung kaum akzeptabel.

«Ich stehe nicht mehr zu meiner Aussage»
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«In der aktuellen Situation, in der Familien trauern, Kinder ihr Leben verloren haben und Menschen schwer verletzt sind und lebenslange Folgen erleiden werden, erscheinen solche Aussagen unangemessen», sagt Fournier. Dies sei umso problematischer, als in diesem Verfahrensstadium keine Verantwortung ausgeschlossen werden könne, auch nicht die der Gemeinde. «Mehr Zurückhaltung und Feingefühl wären wünschenswert gewesen.»

Kritik an «Spektakel»

Die betroffenen Familien seien überrascht über die erklärte Absicht der Gemeinde, «sich jeglicher Verantwortung zu entziehen und ein solches Spektakel zu inszenieren», so die Anwältin. Stattdessen sollte sich die Gemeinde direkt an die Staatsanwaltschaft wenden – «und zwar in einer Anhörung, in der beide Seiten gehört werden».

Damit spielt Fournier auf die Forderung ihres Kanzleikollegen Jean-Luc Addor (61) an. Der Walliser SVP-Nationalrat hatte zuvor vergeblich ein Verbot der Medienkonferenz beantragt.

Ob die Gemeinde die Tragödie hätte verhindern können, müsse die Untersuchung zeigen. «Sie wird die Fakten hoffentlich aufklären und ermöglichen, auf allen Ebenen Lehren daraus zu ziehen, um ähnliche Tragödien künftig zu verhindern.»

Sofortmassnahmen positiv

Die von der Gemeinde getroffenen Sofortmassnahmen, wonach sämtliche öffentliche Gebäude speziell überprüft und die Verwendung von jeglichem Feuerwerk in Innengebäuden verboten wird, bewertet Fournier als positiv. «Wir hoffen, dass dies weitere Tragödien verhindert.»

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Ob es weitere Massnahmen – allenfalls auch auf nationaler Ebene – braucht, müsse das Parlament beurteilen. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass viele Regeln nicht im Gesetz, sondern in den Verordnungen von Berufsverbänden verankert seien. «Das Hauptproblem scheint auf den ersten Blick nicht in den Verordnungen selbst, sondern in deren Durchsetzung zu liegen», so Fournier.


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