Darum gehts
46 Schwerverletzte werden im Ausland versorgt
Bundesrätin Baume-Schneider würdigt die funktionierende Rettungskette und die Leistung des Gesundheitspersonals
Neben der medizinischen Heilung stehe die psychologische Unterstützung für Betroffene und Helfende im Fokus
Nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana in der Silvesternacht 2026 wurden mindestens 116 Menschen verletzt, viele davon schwer. 83 Schwerverletzte befinden sich derzeit in Schweizer Spitälern, aber auch im Ausland, in Behandlung. Die Mitarbeitenden, das Pflegepersonal, die Ärztinnen und Ärzte sind seit Tagen stark gefordert. In einer Pressekonferenz im Spital in Sion VS sprach Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (62).
Laut Gesundheitsministerin Baume-Schneider hat die Rettungskette nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana gut funktioniert. «Ich bin stolz, wie alles organisiert worden ist.»
Dankbar für Gesundheitspersonal, Angehörige und Rettungskräfte
Das Gesundheitspersonal habe unglaublich viel geleistet, sagte Baume-Schneider im Spital Wallis in Sion vor den Medien. Im Namen des Bundesrats, der Kantone und der Bevölkerung wolle sie ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, auch für die Angehörigen der Rettungskräfte.
«Kein Land ist in der Lage, sich um so viele Verletzte in so kurzer Zeit zu sorgen», sagte Baume-Schneider an die Adresse von Kritikerinnen und Kritikern, welche das Schweizer Gesundheitssystem am Anschlag gesehen haben. «Ja, wir waren und sind angewiesen auf die Hilfe im Ausland.» Das heisse aber nicht, dass die Strukturen in der Schweiz schlecht seien.
Derzeit werden laut der Gesundheitsministerin 46 Verletzte im Ausland behandelt. Es werde diskutiert, wie man Angehörigen helfen könne, deren Kinder weit weg von zu Hause im Spital sind. Das «immense Drama» werde Spuren hinterlassen, sagte die Gesundheitsministerin weiter.
«Wir haben sehr grosse Hoffnungen für sie»
Nach der Brandkatastrophe sind am Dienstag zwölf Schwerverletzte in den Walliser Spitälern in Behandlung gewesen. «Die Angehörigen müssen eine unmögliche Situation stemmen», sagte Spitaldirektor Eric Bonvin.
Am Standort Sitten waren am Dienstag noch vier Schwerverletzte in Behandlung. Diese seien nun langsam dabei, ihre körperlichen Funktionen zurückzuerlangen. «Wir haben sehr grosse Hoffnungen für sie», sagte er. Ursprünglich seien 55 Verletzte in Walliser Spitäler eingeliefert worden.
Der Kanton sei nach wie vor mit der Katastrophe konfrontiert, fügte der Walliser Spitaldirektor an und sprach dem Gesundheitspersonal seine Anerkennung aus. «Sie erwachen aus einem Albtraum.» Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams zeichne den Kanton aus.
Professionalität, Solidarität und Menschlichkeit
Der Walliser Staatsrat Mathias Reynard hat den Rettungskräften gedankt für ihr grosses Engagement. «Ohne ihren Einsatz hätte das Feuer noch mehr Todesopfer gefordert.»
Die Professionalität, Solidarität und Menschlichkeit der Rettungskräfte habe Leben gerettet, sagte Reynard. «Wir sind stolz auf das Spital, das zu Beginn mehr als die Hälfte der Verletzten aufgenommen hat.»
Arbeit noch lange nicht abgeschlossen
Laut dem Gesundheitsdirektor des Kantons ist das Spital an seine Kapazitätsgrenzen gestossen. Es handle sich um ein Ereignis, wie es das Wallis noch nie gekannt habe. «Jeder Tote ist einer zu viel», sagte Reynard, «aber ohne das Engagement der Rettungskette wären es noch mehr Tote gewesen.»
Die Arbeit ist laut Reynard noch lange nicht abgeschlossen. Der Kanton habe auch deshalb die psychologische Hilfe, auch für Pflegende- und Ärzteteams, verstärkt. Es gelte, die vielen psychologischen Traumata aufzuarbeiten.
Der Ticker zum Nachlesen:
Medienkonferenz beendet
Die Medienkonferenz ist beendet. Eine Zusammenfassung folgt.
«Für mich sind es Helden»
«Für mich sind es Helden», sagt Baume-Schneider. Alle hätten im Spital ihre Expertise eingesetzt.
Zusammenarbeit mit den anderen Ländern
«Kein Land kann eine Antwort für so viele Personen in so wenig Zeit finden», sagt Baume-Schneider bezüglich der Behandlung der Verletzten. Man müsse wissen, was man gut kann, und mit den anderen Ländern eine gute Beziehung pflegen.
Baume-Schneider zu Spitalverlegungen
«Es ist nicht leicht, wenn Eltern ihre Kinder im Ausland haben», so Baume-Schneider. Man müsse schauen, wie man den Familien mit dem Administrativen unter die Arme greifen könne.
Baume-Schneider hat noch keine Verletzten getroffen
Baume-Schneider habe selbst keine Verletzten getroffen. Sie denke viel an die Familien der Opfer, es sei eine sehr schmerzhafte Situation.
Fragerunde beginnt
Nun können Fragen gestellt werden.
«Der Weg ist noch lang»
«Der Weg ist noch lang», sagt Baume-Schneider. Für die Betroffenen, für die Familien. Die Einsatzkräfte und Mitarbeitenden müssen nun in einem zweiten Schritt aus dem sehr alarmierten Zustand herauskommen.
Grosser Dank an Mitarbeitende
Baume-Schneider bedankt sich bei den Einsatzkräften, aber auch bei ihren Familien und Nächsten. Die geleistete Arbeit sei bemerkenswert.
Dutzende Verletzte in den ersten Stunden aufgenommen
«Hier im Spital Wallis wurden dutzende Verletzte in den ersten Stunden behandelt.» Das sei wichtig zu betonen, dass das System hier funktioniert habe, so Baume-Schneider. Die kollektive Arbeit habe in diesem Spital gut funktioniert, aber auch in den anderen Institutionen, in denen die Verletzten behandelt wurden.
«Ich bin da, um Dankbarkeit gegenüber den Mitarbeitenden auszudrücken»
Nun spricht Bundesrätin Baume-Schneider. «Ich bin da, um Dankbarkeit gegenüber den Mitarbeitenden auszudrücken», beginnt Baume-Schneider. Alle hätten schnell ihren Platz gefunden. In den letzten Tagen sei der Einsatz der Mitarbeitenden besonders gefordert gewesen.