Darum gehts
- Schweizer Botschafter in Teheran sorgt mit Alkohol-Aussage für diplomatische Spannungen
- Iranische Botschaft findet Aussage provokativ
- Schweiz verbot Überflüge, darunter einen der Emirate
Auslöser ist eine Aussage des Schweizer Botschafters in Teheran, Olivier Bangerter (55). An einer Medienkonferenz in Bern sprach er offen darüber, dass in der Schweizer Residenz in Teheran ein Kühlschrank voller Alkohol stehe – ein Affront aus Sicht der iranischen Behörden.
Die iranische Botschaft in Bern zeigt sich gegenüber Blick «not amused» und erinnert an die Wiener Diplomatenkonvention. Wer Privilegien geniesse, müsse auch die Gesetze des Gastlandes respektieren. Öffentliche Aussagen gelten als Provokation in der Mullah-Diktatur.
Pakistan gefragt, die Schweiz abgemeldet
Das Aussendepartement (EDA) stellt klar: Der Botschafter habe seine Aufgaben stets im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen wahrgenommen. Unklar bleibt, wie lange der Schweizer Botschafter im Berner Exil bleibt. Anders als andere Länder, die nach wie vor in Teheran präsent sind, kehrte Bangerter aus Sicherheitsgründen in die Schweiz zurück.
Klar ist: Die Schweiz spielt im aktuellen Krieg keine Rolle. Wie der Schweizer Botschafter ausplauderte, nutzen weder die USA noch die Schweiz aktuell den Kanal, den Bern als Schutzmachtmandat bereitstellt. Die aktuellen Vermittlungsversuche laufen nicht über die Schweiz, sondern über Pakistan.
Bazl verbietet Überflüge
Neuigkeiten gibts auch aus dem Luftraum: Aufgrund der Neutralität hat die Schweiz militärische Überflüge im Zusammenhang mit dem Irankrieg verboten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) bestätigt gegenüber Blick, dass sowohl die USA als auch die Vereinigten Arabischen Emirate letzte Woche entsprechende Gesuche gestellt haben. Die USA wollten am 31. März und 1. April den Schweizer Luftraum nutzen – zogen ihre Anfragen jedoch zurück. Ein Gesuch der Emirate, am vergangenen Donnerstag die Schweiz zu überfliegen, hat die Schweiz abgelehnt.