Kommentar zur Botschaft in Teheran
Keller-Sutter sollte einen Bunker bauen

Die Schweizer Botschaft in Teheran ist nicht bombensicher. Der Bund sollte das schleunigst ändern, damit die Schweiz vor Ort Präsenz zeigen kann.
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Die Schweiz solle einen Bunker in Teheran bauen, damit die Botschaft bombensicher sei, kommentiert Raphael Rauch.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Botschafter in Teheran enthüllt Alkoholvorrat und ungenutzten US-Iran-Kanal
  • Schweizer Botschaft in Teheran ohne Schutzbunker, trotz geopolitischer Bedeutung Irans
  • Millionen für Botschaftsbau in Kamerun
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Der Schweizer Botschafter in Teheran weilt zurzeit in Bern – und ist in Plauderlaune. Am Montag verriet er vor den Medien, dass seine Residenz einen Kühlschrank voller Alkohol habe – ein Sakrileg im streng schiitischen Iran. Und, politisch weit brisanter: Der Botschafter sagte auch, dass der Kanal zwischen Washington und Teheran offen sei, aber nicht genutzt werde. Er hätte auch sagen können: Kein Schwein ruft uns an!

Für Trumps Launen und die Strategie der Mullahs kann die Schweiz nichts. Trotzdem ist es ein Armutszeugnis, dass die Schweiz die Gunst der Stunde nicht besser nutzt. Obwohl sie das Schutzmachtmandat für die USA in Teheran wahrnimmt, ist die Schweiz nicht vor Ort präsent. Dabei sind andere Nationen, darunter auch westliche, nach wie vor vor Ort.

Was macht das Bundesamt für Bauten?

Seit Jahren ist bekannt, dass die Schweizer Botschaft in Teheran keinen Schutzbunker hat. Trotzdem schaut der Bund tatenlos zu. Das Bundesamt für Bauten, das Bundesrätin Karin Keller-Sutter untersteht, baut für Millionen ein «klimafreundliches» neues Botschaftsgebäude in Kamerun. Nichts gegen Kamerun – aber wäre der Iran geopolitisch nicht ebenfalls wichtig? Warum baut die Schweiz in Teheran keinen bombensicheren Schutzraum, von dem aus eine Rumpfbesatzung die Botschaft am Laufen halten könnte?

Digitale Kanäle hin oder her: Persönliche Kontakte sind in der Diplomatie Gold wert. Die Schweiz sollte es sich als neutrales Land nicht zu bequem einrichten, sondern das machen, was grössere Länder nicht machen: auch in schwierigen Situationen Präsenz zeigen. Gerade dann kann die Schweiz mit ihren guten Diensten einen Mehrwert leisten. Höchste Zeit für eine Arbeitsgruppe zwischen Aussenminister Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter. Das Ziel: Ein Bunker für Teheran!

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