Darum gehts
- Veronica Fusaro tritt am 14. Mai im zweiten ESC-Halbfinale in Wien auf
- Ihr Ziel: eine authentische Performance, die ihre Leidenschaft für Musik zeigt
- Schweiz strebt siebten ESC-Finalplatz in Folge an, Finale am 16. Mai
Am Donnerstag singt die Schweizer ESC-Hoffnung Veronica Fusaro (29) im zweiten ESC-Halbfinale in Wien um den siebten Schweizer Finalplatz in Folge. Die Blick-Community hatte vorab über die Webseite und soziale Medien die Gelegenheit, ihre Fragen an Veronica Fusaro zu stellen. Und die Thunerin nahm sich Zeit, diese zu beantworten.
Blick-Community: Was fasziniert dich am ESC?
Veronica Fusaro: Mich fasziniert vor allem wirklich, wie viele Leute das erreicht. Und aus Ländern, an die man von der Schweiz aus nicht als Erstes denkt. Ich durfte zum Beispiel vorher ein Interview machen mit jemandem aus Aserbaidschan. Es ist schön, so viele Leute aus so vielen verschiedenen Ländern kennenzulernen.
Was rätst du jemandem, der selber mal an den ESC gehen will?
Erst an den ESC zu gehen, wenn man weiss, was man will. Das ist sehr wichtig, weil in diesem ganzen Prozess sehr viele Leute eine Meinung haben werden – was man anziehen soll, wie man singen soll, wie man tönen soll und so weiter. Aber das Wichtigste an der Musik ist die Authentizität.
War es schon immer dein Traum, am ESC mitzumachen?
Es war nicht spezifisch der ESC mein Traum, obwohl ich es schon ein paar Mal probiert habe, also Songs eingereicht habe, um für die Schweiz teilzunehmen. Aber mein grundsätzlich grosser Traum ist es, meine Musik mit der ganzen Welt teilen zu können. Und ich habe Eurovision immer als Plattform gesehen, als grosse Möglichkeit und potenzielles Trampolin. Darum ist es mir eine riesengrosse Ehre und eine riesengrosse Freude, dabei sein zu dürfen.
Wie gehst du mit der Teilnahme Israels um?
Ich habe mir viele Gedanken gemacht, bevor ich überhaupt Songs eingereicht habe, ob ich dahinterstehen kann oder was für eine Message ich an den ESC bringe, wenn ich teilnehme. Ich für mich musste sagen: Ich respektiere das, das ist die Entscheidung der EBU und nicht meine. Ich stehe auf dieser Bühne für den Frieden, ich stehe für die Musik, für Authentizität und auch für die Botschaft von meinem Song. Das ist eine einmalige Chance, dem Thema Gewalt an Frauen so eine grosse Plattform zu geben, und diese Chance wollte ich packen.
Wie bist du zur Musik gekommen?
Das ist sehr natürlich passiert. Meine Eltern sind selber nicht wirklich musikalisch, aber sie hören gerne Musik. Und von meiner Seite her ist einfach immer dieses Interesse da gewesen. Ich habe immer gerne gesungen, ich habe gerne Gitarre gespielt, Instrumente gespielt, und dann hat sich das nach und nach in die Leidenschaft verwandelt, die ich heute als Job ausleben darf. Was verrückt ist.
Was ist deine Botschaft an die Welt?
Ich finde, Musik zeigt uns etwas mega Schönes, und zwar, dass es eine internationale Sprache ist. Das grösste Kompliment, das ich bekommen kann, ist, wenn Leute finden: «Hey, dieser Song hat mich berührt, dieser Song hat mir eine Geschichte erzählt.» Musik bringt uns bei, zuzuhören. Und ich glaube, auf dieser Welt sollten wir alle ein bisschen mehr einander zuhören können, auch wenn es uns im ersten Moment vielleicht nicht so passt. Durch das Zuhören lernt man, und das finde ich gut.
Wie stehst du zu Pride und queeren Menschen?
Natürlich sehr positiv. Ich fand es beispielsweise mega schön, an der Bern Pride 2024 auftreten zu können. Und finde es sehr schade, dass Zürich dieses Jahr kein Festival hat. Aber mal schauen, ob ich an die Demonstration gehen kann. Ich finde es wichtig und eine schöne Gemeinschaft.
Wie hast du den Meistertitel vom FC Thun gefeiert?
Es hat mich wirklich berührt. Ich hatte Hühnerhaut, als ich die Leute auf den sozialen Medien gesehen habe, wie sie aufs Feld gerannt sind. Auch wenn ich nicht per se ein Fan vom FC Thun bin, finde ich es einfach schön, wenn so eine Geschichte am Schluss tatsächlich gewinnt. Und es ist natürlich meine Heimatstadt und es freut mich, Thun gewinnen zu sehen.
Was ist dein ultimativer Wien-Tipp?
Einen Schal dabeihaben. Es ist zwar mega schönes Wetter, aber es windet die ganze Zeit. Und für alle, die heiser sind oder Sängerinnen und Sänger sind wie ich, kann der Wind sehr gefährlich sein.
Wen siehst du dieses Jahr ganz vorne?
Also ich sehe schon, dass Finnland und Dänemark mega Favoriten sind. Ich habe auch das Gefühl, dass Sal da Vinci aus Italien weit vorne sein wird. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie gewinnen. Dieses Jahr könnte es einen überraschenden Sieg geben.
Was machst du kurz vor deinem Auftritt?
Augen zu, Hand auf den Bauch, schnaufen und mich auf die Musik konzentrieren, auf meine Leidenschaft, auf die Liebe, die ich für die Musik habe.
Was willst du am ESC erreichen?
Ich möchte eine Performance auf die Beine stellen und abliefern, auf die ich stolz bin. Ganz egal, was am Schluss herauskommt, möchte ich sagen können: «Weisst du was? Ich finde das stark, ich finde das eine tolle Performance.» Ich habe an mich selber einen sehr hohen Anspruch.
Die Halbfinals des Eurovision Song Contest sind am 12. und 14. Mai um 21 Uhr auf SRF 2 zu sehen, das Finale am 16. Mai um 21 Uhr auf SRF 1. Die Schweizer ESC-Hoffnung Veronica Fusaro tritt im zweiten Halbfinale am 14. Mai auf.