«Unser ganzes Erspartes ging drauf»
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ESC-Fans verraten ihr Budget:«Unser ganzes Erspartes ging drauf»

Aber nicht alles war schlecht
Schlechtes Zeugnis für Ösi-ESC

Nach dem fulminanten ESC 2025 in Basel bleibt die Wiener Ausgabe hinter den Erwartungen zurück. Kritik hagelt es für die Moderation und Pannen. Auch der grosse Hype blieb aus.
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Die Shows beim 70. Eurovision Song Contest in Wien kommen bei vielen nicht gut an. Auch das Moderationsduo, bestehend aus Victoria Swarovski und Michael Ostrowski, bekommt kein gutes Zeugnis.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • ESC 2026 in Wien enttäuscht: Moderation und Produktion stark kritisiert
  • Schweizerin Veronica Fusaro scheitert im Halbfinale, technische Probleme belasten Auftritt
  • ESC 2025 in Basel mit 166 Millionen Zuschauern
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Michel ImhofTeamlead People

In der Schweiz brach im Mai letzten Jahres eine ESC-Euphorie aus. Insbesondere die rundum gelungene Moderation und die Pausennummer «Made in Switzerland» von Sandra Studer (57) und Hazel Brugger (32) liessen das Land im Stolz erscheinen. Der 69. Eurovision Song Contest in Basel – ein Vollerfolg.

Anders dieses Jahr in Wien. Beim österreichischen Song Contest sprang der Funke nicht über. Der Show fehlte es an Originalität.

Der erfahrene Erfolgsregisseur Max Sieber (83, u. a. «Benissimo») geht mit der Produktion des ORF hart ins Gericht. «Es klauen ja alle in dem Gewerbe. Aber so schlecht zu klauen, ist eigentlich strafbar», meint er. «Oder waren Sandra Studer und Hazel Brugger einfach so gut?»

Schwedischer Kommentator gnadenlos

Tatsächlich wirkte vieles kopiert. Im ersten Halbfinale versuchte eine Nummer, den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Österreich (Austria) und Australien (Australia) auf den Grund zu gehen. Wie bei «Made in Switzerland» wurden Klischees aufgenommen. Der schwedische Kommentator Edward af Sillén (43), der auch schon für die ESCs 2016 in Stockholm und 2024 in Malmö Nummern schrieb, konnte seine Enttäuschung nicht verhehlen. «Es gibt ein Risiko, dass fünf weitere Länder den Event nach dieser Nummer boykottieren», wetterte er danach und spielte damit auf die fünf Länder an, die dieses Jahr den ESC wegen der Teilnahme Israels boykottieren: Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien.

Auch sonst hielt sich af Sillén nicht mit Kritik zurück. Besonders das Moderationsteam, bestehend aus Victoria Swarovski (33) und Michael Ostrowski (53), bekam sein Fett weg. «Zum Glück ist das kein Humor-Wettbewerb, den wir hier schauen», sagte er nach der Eröffnungsnummer des zweiten Semifinales, in der das Duo eine Parodie auf den Siegerauftritt von JJ (25) vom letzten Jahr in Basel hinlegte. Auch das eine abgekupferte Idee. Schweden hatte sie 2024 in Malmö mit Loreens Auftritt zu «Tattoo». Und als Ostrowski eine Nummer zum The-Pointer-Sisters-Hit «I’m So Excited» anstimmte – ein Lied, das nichts mit dem ESC zu tun hat –, meinte Af Sillén bloss: «Um Himmels willen ...»

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Fehlende Harmonie der Moderation

Fans vor Ort monierten die fehlende Harmonie des Moderationsduos und vermissten die Hingabe und Leidenschaft zum Eurovision Song Contest. Bei Sandra Studer und Hazel Brugger und auch bei anderen Hosts der Vorjahre habe man gemerkt, dass sie für den Musikwettbewerb brennen. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.

Auch bei der Produktion selbst gabs Probleme. Die Schweizer ESC-Hoffnung Veronica Fusaro, die im Halbfinale vom Wettbewerb ausschied, hatte mehrfach Komplikationen mit der Crew vor Ort. In der ersten Probe hatte man falsches Klebematerial für die Seile beim Requisit verwendet, bei der zweiten wurde ein Objekt zu spät auf die Bühne geschoben. «Ich habe mir das professioneller vorgestellt», sagte Fusaro zu Blick. Bei ihrer ersten Generalprobe fehlten dann sogar mehrere Requisiten. Diese wurden irrtümlicherweise in ein Lager gefahren.

Hype in Wien blieb aus

Doch nicht alles in Wien war schlecht. Die Österreicher zeigten sich gewohnt von einer sehr gastfreundlichen Seite. Ein Party-Tram fuhr vom Eurovision Village auf dem Rathausplatz zur Stadthalle. Trotz Eurovision-Bootsfahrten und Ausstellungen blieb der grosse Hype aber aus. Noch während der Woche waren Tickets für die Show zu haben, die Hotelpreise blieben moderat.

An den ESC 2015, als Wien zuletzt den ESC beheimatete, kommt die diesjährige Ausgabe jedenfalls genauso wenig heran wie an jene im letzten Jahr in Basel. Das ist schon vor dem Finale klar.

Das Finale vom Eurovision Song Contest läuft um 21 Uhr auf SRF 1. Blick.ch tickert den Event live. 

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