Darum gehts
- Gülsha Adilji (40) spricht im Podcast über Berühmtheit und Bescheidenheit in der Schweiz
- Ihr SRF-Erfolgspodcast wurde 2026 abgesetzt, doch sie bleibt pragmatisch
- Adilji: «Ich will Spass haben und authentisch ich selbst bleiben»
Wer sich in der Schweiz einen Namen machen will, bekommt schnell Widerstand zu spüren – das findet zumindest Podcasterin Gülsha Adilji (40). Zu gross sei hierzulande das Bedürfnis nach Bescheidenheit.
Im Podcast «Elephant in the Room» spricht Adilji offen über ihren persönlichen Umgang mit der eigenen Berühmtheit und mit Rückschlägen – und darüber, dass sie sich nicht kleiner machen will, als sie ist.
«Ich will eine gute Zeit haben»
Dass der Erfolgspodcast «Zivadiliring», den Adilji gemeinsam mit Maja Zivadinovic und Yvonne Eisenring führte, im Frühjahr von SRF abgesetzt wurde, traf sie damals tief. Doch Adilji konnte den Verlust mittlerweile verkraften: «Ich trauere Dingen nicht lange nach. Ich kann mich nicht mehr zurückversetzen in die Emotion, die ich da hatte.»
Heute sieht sie die Sache pragmatisch: «Jetzt denke ich mir so: Ja, mein Gott, in dem Business, in dem ich arbeite, ist das immer so.» Böses Blut gebe es keines, ihr sei es wichtiger, «eine gute Zeit» zu haben.
«Ich bin nicht humble genug»
Adilji lebt teilweise in Berlin. Wenn die 40-Jährige in Deutschland unterwegs ist, erzählt sie, stelle sie sich anderen immer so vor: «Ich bin Gülsha, ich bin berühmt – in der Schweiz.» Über diesen Spruch muss sie selbst lachen: «Das ist meine Catchphrase.»
Auf die Frage, wie es denn sei, in der Schweiz berühmt zu sein, findet Adilji eine klare Antwort: «In der Schweiz darf man eigentlich nicht berühmt sein. Man darf nicht sagen, dass man berühmt ist. Man muss ganz humble sein.» So seien die ungeschriebenen Gesetze im Land.
Wer den eigenen Erfolg nicht herunterspielt, gelte schnell als arrogant. «Wenn man selber die Marke ist – uh, schlecht. Das wird nicht gerne gesehen. Das ist so etwas, wo man mit gesenktem Kopf sagen muss: ‹Ja, ich bin jetzt leider berühmt.›»
Sie selbst passe nicht in dieses Ideal: «Ich bin nicht humble genug. Dass ich mich hinstelle und sage: ‹Gülsha ist meine Marke. Ich bin megagut in dem, was ich mache. Ich bin schlagfertig und intelligent und eloquent. Und ich habe das Zeug zum Moderieren und bin witzig› – das ist ganz unsympathisch.»
«Würde ich genau so unterschreiben»
Adilji ist mit ihren Ansichten offenbar nicht allein. In den sozialen Medien pflichten ihr gleich mehrere Schweizer Promi-Kolleginnen entschieden bei. Mit einem einfachen «Feel you» bekundet die Politikerin und Journalistin Anna Rosenwasser (36) ihre Solidarität. Der selbst ernannte «König der Schweiz», Jonas Lauwiner (31), schreibt: «Amen». Auch Autorin Lisa Christ (35) stimmt Adilji zu: «True, true, true.» Moderatorin Andrea Jansen (46) findet das, was sie im Podcast sagt, entgegen dem Klischee «sehr sympathisch».
Influencerin Anja Zeidler (33) hat etwas mehr zum Thema zu sagen. Auf Schweizerdeutsch schreibt sie: «Würde ich genau so unterschreiben und sogar noch ergänzen: Man darf in der Schweiz am besten einfach gar nicht erfolgreich sein. Sobald man erfolgreich ist, frisst sich der Nachbar fast auf vor Neid, egal in welcher Branche man tätig ist.» Man sollte am besten auf überhaupt gar keine Weise auffallen, «sonst ist man direkt unsympathisch!»