Kult-Kolumnist Max Küng über seinen neuen Roman
«Beim Erfinden gebe ich mir echt Mühe»

Ferienhorror als Steckenpferd: Kult-Kolumnist Max Küng entfesselt im neusten Roman Urlaubs-Albträume. Beim Besuch in seiner Schreibstube verrät der Schriftsteller, wer ihn zu den Figuren in «Supertoskana» inspirierte.
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Gespannt: In seiner Zürcher Lieblingsweinhandlung fiebert Küng der Veröffentlichung seines neuen Romans entgegen.
Foto: Fabienne Bühler

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Max Küng verliebte sich via SMS in Zilla Leutenegger vor 15 Jahren
  • 848 SMS pro Monat und Geschenke wie Silberringe vertieften ihre Beziehung
  • Küng schreibt täglich 7000 bis 10'000 Zeichen in Zürich Seefeld
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René Haenig
Schweizer Illustrierte

Dass der «Kolumnist der Nation» Max Küng (57) heute auch Romanschreiber ist, verdankt er indirekt seiner Frau Zilla. Oder, um genau zu sein, der aussergewöhnlichen Geschichte über den Beginn ihrer Liebe. Niedergeschrieben hat sie der seit einem Vierteljahrhundert für «Das Magazin» des «Tages-Anzeigers» tätige Kolumnist und Reporter vor ziemlich genau 13 Jahren in einer Sondernummer des «Süddeutsche Zeitung Magazin» zum Thema Liebe.

Demnach verliebte sich Max Küng in seine Frau, die Künstlerin Zilla Leutenegger (58) via SMS. Zwei Jahre lang schrieben sich die beiden nur: neben SMS (in einem Monat 848 Stück) Briefe. Er schickte aber auch mal Pakete: mit Turnschuhen, die er für sie in Tokio gekauft hatte. Mit Silberringen, die er bei einem Juwelier in Chicago erstand. Darin eingraviert ihre Namen Max und Zilla. Das erste Mal in die Augen sahen sie sich nach 24 Monaten …

Von Kunst statt Sex getriggert

Ein Verlag wurde auf Küngs Liebesgeschichte aufmerksam. «Eine Lektorin rief mich an. Sie wollten die Geschichte als Buch. Meinen Einwand, dass ich auf einer Seite im ‹Süddeutsche Zeitung Magazin› alles geschrieben hätte, was es dazu zu erzählen gebe, und nicht wüsste, warum ich auch noch ein Buch schreiben sollte, konterten sie nonchalant: ‹Wegen so und so vielen Euros.›»

Geld und Rechnen liegen Max Küng. Ursprünglich machte er das KV bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, der heutigen UBS, wechselte zum Bankverein, wo er sich als Computerprogrammierer versuchte, jedoch bald merkte, «dass ich dafür zu dumm bin». Er jobbte als Buchhalter, legte als DJ auf – und landete schliesslich an der Ringier-Journalistenschule. Dabei wollte er ursprünglich Künstler werden. «Das war mein Traum!» In seinem Elternhaus spielten Kunst und Kultur keine Rolle.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Aufgewachsen ist Küng zusammen mit drei älteren Geschwistern – einem Bruder sowie zwei Schwestern – auf einem Bauernhof in Maisprach BL. Die Eltern sind Landwirte. Bei der jährlichen Papiersammlung im Dorf wird Max als Jugendlicher zum ersten Mal auf Kunst aufmerksam – als ihm eine alte Ausgabe des «Art»-Kunstmagazins in die Hände fällt. «Das triggerte mich mehr als die Sex- und Auto-Heftli, auf die meine Schulkollegen scharf waren.»

Als Schriftsteller ist Max Küng heute selbst ein Schreibkünstler. Ein sehr disziplinierter dazu. Mindestens 7000 bis 10 000 Zeichen pro Tag hat er sich zum Ziel gesetzt. Läufts an einem Tag mal gar nicht, greift er am nächsten Tag mehr in die Tasten und tippt doppelt so viel in seinen Laptop. «Ich sehe Schreiben als Arbeit – und Arbeit muss getan werden», sagt Küng nüchtern. Darum geht er jeden Morgen in seine Schreibstube im Zürcher Seefeld-Quartier – und abends wieder heim zur Familie. Er und seine Frau Zilla haben zwei fast erwachsene Söhne. Zu Hause wird nicht geschrieben. Der Feierabend gehört der Familie. «Das finde ich ganz wichtig!»

Es bleibt amüsant und bissig

Genauso wichtig ist ihm sein Freundeskreis. In Küngs Büchern gilt eine eiserne Regel: Für keine seiner Romanfiguren greift er auf Charaktere aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis zurück. «Freundschaften bedeuten mir sehr viel. Deshalb gebe ich mir echt grosse Mühe, alle meine Figuren in den Romanen frei zu erfinden.» – Obwohl, manchmal greift Max auf sich selbst zurück. Man sollte jetzt aber nicht anfangen zu rätseln, hinter welchem «Supertoskana»-Protagonisten sich Max Küng verbirgt. Denn: «Die Figur, die ich beschreibe, kann genau so sein, wie ich auf gar keinen Fall sein will.»

Drei Romane hat er bereits veröffentlicht. Sein neuster, «Supertoskana», ist eine Art Fortsetzungsgeschichte des vor fünf Jahren erschienenen Werks «Fremde Freunde». Während es sich Küngs Romanfiguren damals in Frankreich gut gehen liessen, verlegt er jetzt den Handlungsort nach Italien, wartet aber mit alten Bekannten, frischem Personal und neuen Problemen auf. Dass es amüsant und bissig bleibt, dafür garantiert Küng. «Ich schreibe, um zu unterhalten und damit meine Leser Spass und Freude haben beim Lesen.»

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