«Man muss den Häusern zuhören»
So lebt Erfolgsautor Tim Krohn im Val Müstair

Der bekannte Schriftsteller Tim Krohn ist in seiner Wahlheimat Santa Maria im Münstertal GR auch Gastgeber für Menschen, die Ruhe und intellektuelle Erbauung suchen. Für das SRF-Format «Ding Dong» mit Viola Tami hat er die Türen geöffnet.
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«Ding Dong – Alpentour», Winterstaffel Folge 4: Das Moderationspaar Viola Tami (o. r.) und Jan Fitze zu Besuch bei Familie Krohn in Santa Maria im Val Müstair GR.
Foto: SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tim Krohn lebt mit seiner Familie seit zwölf Jahren in Santa Maria GR
  • Er ist auch Gastgeber und vermietet Ateliers an andere Autorinnen oder Musiker
  • Sein Zuhause ist am Freitag, 6. März, im SRF-Format «Ding Dong» zu sehen
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Zurzeit ist das SRF-Moderationspaar Viola Tami (44) und Jan Fitze (42) für ihr TV-Format «Ding Dong» in den Alpen unterwegs – am kommenden Freitag, 6. März, in Santa Maria GR bei Erfolgsautor Tim Krohn (61) und seiner Frau Micha Friemel (44).

Der im Glarnerland aufgewachsene Schriftsteller lebt seit zwölf Jahren im Val Müstair. Doch Krohn hat sich dort nicht in den künstlerischen Elfenbeinturm zurückgezogen, in dem schon das Ticken einer Uhr stört. Dank seiner vier Kinder herrscht Dauerbetrieb. Ein grosser Spielsaal und ein Musikzimmer fördern die Kreativität zusätzlich.

Die Familie gab auch den Ausschlag, von Zürich in eine der entlegensten Ecken der Schweiz zu ziehen. «Das zweite Kind war unterwegs, als wir unsere Mietwohnung verlassen mussten. Und wir fanden, auf dem Land sei es besser zum Aufwachsen», blickt Krohn gegenüber Blick zurück.

Fantasie wurde Wirklichkeit

Im Internet wurden sie auf die Liegenschaft in Santa Maria aufmerksam. «Sie stand seit 30 Jahren leer und umfasste auch zwei Ställe. Der Eigentümer wollte sie nur im Ganzen verkaufen, was viele Leute abschreckte. Als wir bei der Besichtigung die Gewölbeküche sahen, war es um uns geschehen», sagt Krohn.

«Nichts war schön im damaligen Zustand. Doch wir wussten, wie wir es schön machen könnten. Und unsere Fantasie wurde Wirklichkeit.»

Auf einem Spaziergang sahen sie wenig später ein weiteres grosses Haus aus dem Jahr 1619, vermutlich ein früherer Warenumschlagplatz, wo auch Pferde ausgetauscht werden konnten. Geld, um die Chasa Parli zu kaufen, hatten sie aber nicht, und Banken wollten zuerst nicht einsteigen.

«Ich erwähnte auf meinen Lesetouren dann regelmässig, dass wir gern ein Haus kaufen würden. Tatsächlich legten einige Leserinnen und Leser ihr Geld bei uns an und machen hier nun regelmässig Ferien», sagt Krohn.

Nebst einer Ferienwohnung sind sechs Ateliers entstanden. «Darin lässt sich malen, schreiben oder ganz einfach die Welt überdenken. Dieses Haus hat eine ganz grosse Ruhe und Kraft. Es tut den Menschen gut, darin zu leben», so Krohn.

«Man muss viel Geduld haben»

Die Inneneinrichtung sei vor allem die Handschrift ihres Mannes, sagt Micha Friemel in der Sendung. «Ich segne nur ab.» Gegenüber Blick sagt Tim Krohn: «Man muss den Häusern zuhören. Sie sagen einem, wie sie gern gestaltet werden würden. Vieles ergibt sich von selber. Und man muss mit den Handwerkern sprechen, was überhaupt möglich ist.»

Krohn ist oft auf der Suche nach geeigneten Gegenständen. Und er verbringt Stunden auf Onlineplattformen. «Es braucht handgemachte Möbel. Und nach 2000 angeklickten Objekten finde ich wieder ein geeignetes. Man muss viel Geduld haben. Aber die hat man hier.»

Mittlerweile hat sich die Familie mit den Vermietungen ein zweites Standbein aufgebaut. «Mit Literatur verdient man nur noch wenig, seit Corona hat sich vieles verändert», sagt Krohn.

Dennoch publiziert er regelmässig. Zuletzt erschienen sind «Die Stille der Höhe» und der Kolumnen-Sammelband «Bigna und die Berge». Und er ist mit dem musikalisch-literarischen Programm «Wes Kind ich bin» unterwegs, im April 2026 auch in Zürich. Daneben schreibt er auch Texte für bekannte Sängerinnen wie die Bündnerin Martina Linn (35).

Zürich ist weit weg

Die Urbanität von Zürich vermisst er nicht. «Es kommen genug spannende Leute als Gäste zu uns, machen Hauskonzerte, und es ergeben sich gute Gespräche. Bei manchen Lesungen kommen die Kinder mit. Und meine Frau bringt im Sommer ihren ersten Roman heraus. Dann sind wir auch regelmässig auf Reisen. Ein, zwei Mal im Jahr nach Zürich ist okay, aber mehr brauche ich nicht mehr.»

Deshalb habe er mit seiner Familie nach reiflicher Überlegung auch bei «Ding Dong» mitgemacht, obschon er das Format nicht gekannt habe und auch keinen Fernseher besitze. «Wir wollten zeigen, dass man hier oben sehr gut leben kann. Wir können es uns gar nicht mehr anders vorstellen.»

«Ding Dong – Zeig mir dein Zuhause!» läuft am Freitag, 6. März, um 21 Uhr auf SRF 1. 

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