Darum gehts
- Manuela Frey sprach mit SRF über ihre Modelkarriere und Bodenständigkeit
- Mit 15 gewann sie den «Elite Model Look»-Contest, zog nach New York
- Heute lebt sie in Zürich, leitet eine Talentagentur und unterstützt Hilfsprojekte
Wenn Manuela Frey aus ihrem Leben erzählt, glaubt man oft kaum, dass da ein internationales Topmodel spricht: Die 29-Jährige überrascht immer wieder mit ihrer offenen, bodenständigen Art.
So auch Ende März in der Radiosendung «Focus», die SRF diese Woche als TV-Fassung zeigt. Mit Stefan Büsser plauderte sie unter anderem über die ebenso faszinierende wie gnadenlose Modewelt – und ihre Wurzeln im aargauischen Brugg. Was uns zurückführt zur eingangs erwähnten Bodenständigkeit.
Kennt die dunkle Seite der Branche
Denn nebst Fleiss und Respekt war diese einer jener Werte, den ihr die Eltern mit auf den Weg gaben, verrät Frey gegenüber «Tele». «Alle drei begleiten mich bis heute.»
Dabei war sie als Kind beileibe kein braves Lämmchen. Im Gegenteil: «Ich hatte meinen eigenen Kopf, war neugierig und mutig! Das hat mir aber auch geholfen, Chancen zu nutzen.»
Die bislang wegweisendste bot sich ihr am 23. August 2012: Mit gerade mal 15 Jahren gewann sie den «Elite Model Look»-Contest, zog nach New York und baute sich dort, trotz teils widriger Umstände, eine erfolgreiche Karriere auf. Sie wurde unter anderem für «Vogue» und «Harper’s Bazaar» abgelichtet, lief für Chanel, Dior, Yves Saint Laurent und andere grosse Modehäuser.
2018 bis 2021 war sie zudem in «Switzerland’s Next Topmodel» (ProSieben/Sat.1 CH) drei Staffeln lang quasi das helvetische Pendant ihres einstigen Vorbilds Heidi Klum. Eine Karriere, von der Millionen junger Frauen träumen!
Obwohl Frey auch die dunkle Seite der Branche kennt: Kritik an ihrem Aussehen, Oberflächlichkeit, Konkurrenzkämpfe, Alkohol, Drogen … Doch sie liess sich davon nicht beirren. «Ich habe früh gelernt, meine Werte nicht aus den Augen zu verlieren», sagt sie. Geholfen hätten ihr ihr gutes Umfeld, eine gewisse Struktur sowie die Fähigkeit, sich klar abzugrenzen.
«Musste auf einiges verzichten»
Auf die Frage, ob sie nicht ein Stück ihrer Jugend verpasst habe, antwortet sie offen: «Natürlich musste ich auf einiges verzichten. Dafür durfte ich die Welt sehen, Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen kennenlernen und einzigartige Erfahrungen sammeln.» Nein, sie bereue nichts und würde sich wieder für denselben Weg entscheiden.
Nach sieben Jahren in New York kehrte Manuela Frey 2021 in die Schweiz zurück. Geblieben ist ein leichter US-Akzent, der auch im SRF-Gespräch immer mal wieder durchdrückt, und die Erinnerung an «eine phantastische Zeit und grosse Lebensschule».
Ihre Erfahrungen gibt sie mittlerweile an andere weiter: Zusammen mit ihrem besten Freund und Manager Ronny Nenniger hat sie eine Talentagentur gegründet. Wichtigstes Credo: «Eine Karriere ist kein Sprint, sondern ein Marathon!»
Rückblickend sei der oft steinige Weg spannender gewesen als der im Grunde «eher langweilige Erfolg».
«Arbeitsintensiver, als viele denken»
Ähm … langweilig? «Ja, denn die Erfahrungen sammelt man unterwegs. Manchmal fällt man hin und muss wieder aufstehen. All dies ist prägend und macht dich stark.»
Ein ständiges Blitzlichtgewitter braucht sie heute nicht mehr. Wie viel Glamour gibt es noch in ihrem derzeitigen Leben? Sie überlegt kurz: «So um die 20 Prozent.»
Das seien etwa Auftritte an Events, bei Modekampagnen oder auch mal auf einem roten Teppich. «80 Prozent besteht aus einem Alltag, der viel normaler und arbeitsintensiver ist, als viele denken.»
Am 1. Oktober wird Manuela Frey 30 Jahre alt. Ein fast biblisches Alter für ein Model. Dennoch ist sie nach wie vor gefragt, reist für Fotoshootings regelmässig in die USA.
Der Lebensmittelpunkt ist aber Zürich. Hier lebt auch Bubu, ihr «sehr sozialer, unkomplizierter und unglaublich lustiger Kater», wie sie ihn schmunzelnd beschreibt. «Bubu pendelt zwischen meinem Bruder und mir hin und her und fühlt sich dabei pudelwohl.»
Und dann ist da noch ein weiteres Herzensprojekt: Als Botschafterin des Roten Kreuzes hat sie in den letzten Jahren Projekte in Togo, Malawi und Guatemala begleitet.
«Diese Reisen gehören zu den wertvollsten Erfahrungen meines Lebens», betont Manuela Frey.
«Gerade der Kontrast zur Modewelt erdet mich immer wieder und erinnert mich daran, worauf es im Leben wirklich ankommt.»