Bligg wird 50
«Ich bin näher am Wasser gebaut, als man denkt»

Wann weint Bligg, worüber regt er sich auf und was würde er an der Schweiz ändern? Blick hat dem Mundart-Star 50 schnelle Fragen zum 50. Geburtstag gestellt.
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Bligg wird am 30. September 50 Jahre alt. Das Alter mache ihn gelassener, sagt er im Interview mit Blick.
Foto: Sven Germann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Musiker Bligg wird am 30. September 50 Jahre alt, Jubiläumsshow am 5. Dezember 2026
  • Letztes Konzeptalbum «The Bligg Picture» erscheint am 2. Oktober
  • Bligg gewann 7 Swiss Music Awards, 3 Prix Walo in 30 Jahren
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Michel ImhofTeamlead People

Mundart-Star Bligg feiert am 30. September seinen 50. Geburtstag. Das Jubiläumsjahr hat es in sich: Am 2. Oktober erscheint sein letztes Konzeptalbum «The Bligg Picture», am 5. Dezember 2026 feiert er sein 30-Jahr-Bühnenjubiläum im Zürcher Hallenstadion. Bevor er kürzertritt, stellt er sich 50 schnellen Blick-Fragen.

Blick: Im Stillen oder gross feiern?
Bligg: Eher im kleinen Rahmen und am liebsten mit Menschen, die mir wirklich wichtig sind.

Champagner oder Bier?
Team Bier.

Schlicht oder üppig?
Bei gewissen Dingen schlicht, bei anderen darf es ruhig etwas mehr sein.

Morgenmensch oder Nachteule?
Morgenmensch. 

Älterwerden bedeutet für Sie?
Gelassener werden. Man weiss besser, was einem wichtig ist, und vor allem auch, was nicht.

Was bedeutet die Zahl 50 für Sie?
Eine grosse Zahl, die sich gleichzeitig gar nicht so gross anfühlt. 

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Bei einem emotionalen Moment mit meiner Familie. Ich bin näher am Wasser gebaut, als viele denken.

Worüber können Sie sich total aufregen?
Über Respektlosigkeit, Unzuverlässigkeit und wenn Leute viel reden und wenig machen.

Womit gehen Sie allen auf den Geist?
Wahrscheinlich damit, dass ich bei meiner Musik und Kunst ein Perfektionist bin. Wenn ich eine Idee im Kopf habe, will ich sie auch genauso umsetzen.

Wann hatten Sie den letzten Lachanfall?
Das passiert regelmässig. Meistens wegen irgendeinem völlig absurden Spruch oder einer Situation, die plötzlich komplett aus dem Ruder läuft.

Ihre heimliche Leidenschaft?
Ich verbringe sehr gerne Zeit in meinem Garten, in dem sich unter anderem ein kleiner Rosengarten befindet. Dort kann ich komplett abschalten.

Was bedeutet Luxus für Sie?
Zeit, ohne ständig Termine zu haben.

Wofür geben Sie zu viel Geld aus?
Für Musik und Equipment.

Was liegt auf Ihrem Nachttisch?
Mein Handy, Kopfhörer und ein Buch, in dem ich allerdings seit Wochen keine Seite gelesen habe.

Ihr Berufswunsch als Kind?
Ich wollte Grafiker werden. Die Musik kam erst als Teenager dazu. Dass daraus einmal mein Beruf werden würde, hätte ich niemals zu träumen gewagt.

Der beste Ratschlag, den Sie bekamen?
Geduld bringt Rosen. Oder in meinem Fall «Rosalie» (lacht).

Welches Essen erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Klassische einfache Küche. 

Was kochen Sie am besten?
Spaghetti aglio e olio.

Sommer oder Winter?
Definitiv Sommer.

Auto oder ÖV?
Auto. Ich bin gerne unabhängig. Zudem ist mein Auto mein zweites Studio. Ich kann darin proben, laut sein, Demos anhören und einfach meine Ruhe haben.

Schwamendingen oder Zürichsee?
Beides. Schwamendingen ist Teil meiner Geschichte, der Zürichsee ist heute mein Zuhause.

Raclette oder Fondue?
Raclette.

Süss oder salzig?
Salzig.

Fleisch oder Vegi?
Beides. Mal so, mal so.

Bargeld oder Kreditkarte?
Karte. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal Bargeld benutzt habe.

Strand oder Berge?
Berge. Wobei ich den Strand auch sehr gerne habe.

Persönlich: Bligg

Bligg wurde am 30. September 1976 als Marco Bliggensdorfer geboren und wuchs in Zürich-Schwamendingen auf. Gestartet in den Neunzigern als Rapper, machte er sich Mitte der Nullerjahre mit seinem Musikmix aus volkstümlichen Klängen und mit Mundartpop einen Namen. Bligg hat einen Sohn, Lio (11), und eine Tochter, Vivienne (6), und ist mit seiner Partnerin Fabienne seit Juli 2025 verheiratet.

Bligg gewann in seiner Karriere drei Prix Walo, unter anderem 2014 in der Kategorie «Hip-Hop».
Show Szene Schweiz | PRIX WALO

Bligg wurde am 30. September 1976 als Marco Bliggensdorfer geboren und wuchs in Zürich-Schwamendingen auf. Gestartet in den Neunzigern als Rapper, machte er sich Mitte der Nullerjahre mit seinem Musikmix aus volkstümlichen Klängen und mit Mundartpop einen Namen. Bligg hat einen Sohn, Lio (11), und eine Tochter, Vivienne (6), und ist mit seiner Partnerin Fabienne seit Juli 2025 verheiratet.

Fitnesscenter oder Sofa?
Fitnesscenter. Ich bin gar kein Sofamensch.

Vinyl oder Streaming?
Streaming ist im Alltag praktischer, aber Vinyl bleibt für mich die schönere Art, Musik zu erleben.

Schlagzeile oder Ruhe?
Ruhe. Ich muss nicht ständig in den Schlagzeilen stehen.

Applaus oder Geld?
Gesundheit.

Im Studio oder auf der Bühne?
Das Studio ist die kreative Spielwiese, auf der Bühne der Moment, wo alles zusammenkommt. Ich brauche beides.

Welchen Song mögen Sie, obwohl Ihnen das peinlich ist?
Es gibt viele Songs, bei denen ich sofort mitsingen kann. Aktuell gehört «Golden» von Huntr/x dazu. Meine Tochter hört den rauf und runter, und mittlerweile kann ich auch jede Zeile mitsingen. Der Song ist unglaublich eingängig.

Welcher Song nervt Sie?
Songs, die einem wochenlang überall begegnen und danach monatelang im Kopf
hängen bleiben.

Welches eigene Lied können Sie kaum mehr hören?
Da gibt es keines. Ich höre privat eigentlich nie meine eigene Musik. Nur wenn ich Konzerte spiele und natürlich während der jeweiligen Entstehungsphase eines Songs.

Was bereuen Sie bis heute?
Ich versuche, nicht in «Was wäre gewesen, wenn ...?» zu leben. Fehler gehören dazu. Wichtig ist, dass man daraus etwas lernt.

Worauf sind Sie stolz?
Auf meine Familie und auf meine zwei Kinder. Und darauf, dass ich seit 30 Jahren Musik machen darf.

Grösster Unterschied von Bligg zu Marco Bliggensdorfer?
Bligg ist auf der Bühne und eher extrovertiert. Marco hingegen ist eher introvertiert.

Welchen peinlichen Moment würden Sie am liebsten vergessen?
Im Wankdorfstadion in Bern vor 40'000 Menschen mit einem epischen Intro auf die Bühne zu kommen ohne funktionierendes Mikrofon. Die Minute fühlte sich wie Stunden an. Zum Glück hat das Publikum den Text mitgesungen und mir aus dem Malheur geholfen.

Ländler oder Techno?
Beides. Hauptsache, es hat Charakter und bringt mich irgendwohin. Es sind allerdings nicht die beiden Musikstile, die bei mir als Erstes in der Playlist landen.

Wunsch-Kollaboration mit welchem Musik-Act?
Da gibt es ein paar. Generell gerne mit einem Act, der musikalisch etwas wagt und nicht einfach das Erwartbare macht.

Mit wem wollen Sie nicht im Lift stecken bleiben?
Auf jeden Fall nicht mit einem Menschen mit Blähungen (lacht).

Wo wird man Sie nie sehen?
Im «Sag-niemals-nie-Land».

Was würden Sie gerne besser können?
Ich würde gerne ein Klavier richtig virtuos spielen können. Ich kann vieles musikalisch, aber ein richtig guter Instrumentalist zu sein, wäre schon cool.

Zu wem blicken Sie auf?
Zu Menschen, die trotz Erfolg bescheiden und auf dem Boden bleiben und andere respektvoll behandeln.

Wie gut sind Sie erreichbar?
Zu gut. Mein Handy ist immer dabei. Ich sollte öfter nicht erreichbar sein.

Wo ist zu Hause für Sie?
Dort, wo meine Familie ist. Und natürlich in Zürich.

Was wollen Sie Ihren Kindern mitgeben?
Dass sie ihren eigenen Weg gehen dürfen. Sie müssen nicht das erfüllen, was andere von ihnen erwarten. Und dass Respekt, Anstand und Humor einen im Leben ziemlich weit bringen.

Was würden Sie mit Ihren letzten 100 Franken machen?
Ich würde den Schein einrahmen und in meiner Galerie aufhängen, im Wissen, dass es mein letzter ist.

Was würden Sie an der Schweiz sofort ändern?
Den bürokratischen Apparat leichter und agiler machen. Genau dieses Thema greife ich auch in meinem Song «Helvetia» auf meinem kommenden Album auf.
Und ich würde mir wünschen, dass wir manchmal etwas mutiger wären – gerade auch bei Kultur, Musik und neuen Ideen. 

Ihr Wunsch für die Zukunft?
So abgedroschen es klingt: gesund bleiben, Zeit mit meiner Familie haben und weiterhin Dinge machen, die mich wirklich begeistern. Und wenn ich damit noch ein paar Menschen glücklich machen kann, wäre das perfekt.

Tickets für die grosse Jubiläumsshow von Bligg gibts bei Ticketcorner.  

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