Darum gehts
- Britischer Ex-Prinz Andrew wegen Missbrauchsvorwürfen erneut im Fokus der Ermittlungen
- FBI-Akten zeigen mögliche Weitergabe sensibler Daten an Jeffrey Epstein
- Umfragen: Monarchie-Zustimmung in Grossbritannien stabil bei 59 Prozent
Der Skandal um Andrew Mountbatten-Windsor (66) verschärft sich weiter. Nur kurze Zeit nach seiner Festnahme im Februar sieht sich der britische Ex-Prinz mit neuen polizeilichen Schritten konfrontiert. Die Ermittler haben einen dringenden Aufruf an die Öffentlichkeit gestartet, um weitere Zeugen und potenzielle Opfer zu finden.
Wie die BBC berichtet, konzentriert sich die komplexe Untersuchung der Polizei auf schwerwiegende Vorwürfe im Umfeld der königlichen Residenzen. Die Behörden suchen insbesondere Kontakt zu Personen, die Angaben zu mutmasslichen Sexualstraftaten machen können. Die Ermittler riefen weitere mögliche Betroffene aus dem Umfeld des Missbrauchsskandals dazu auf, sich zu melden. Andrew, der alle Vorwürfe stets vehement bestritten hat, steht unter erheblichem Druck.
Der Schatten von Jeffrey Epstein
Auslöser der jüngsten Entwicklungen ist die Veröffentlichung von FBI-Akten durch das US-Justizministerium im Januar. Die Dokumente werfen ein neues Licht auf Andrews enge Verbindung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019). Die Ermittler prüfen den konkreten Verdacht auf Amtsmissbrauch: Andrew soll während seiner Amtszeit als Sonderbeauftragter für internationalen Handel und Investitionen – eine Rolle, die er von 2001 bis 2011 innehatte – sensible Regierungsdokumente und kommerzielle Informationen an Epstein weitergegeben haben. Zudem prüfen die Behörden Vorwürfe, wonach Epstein im Jahr 2010 eine Frau für sexuelle Begegnungen mit Andrew nach Windsor geschickt haben soll.
«Die Queen wusste, dass er nicht der Hellste ist»
Für das britische Königshaus bedeutet die anhaltende Untersuchung eine massive Belastung. Monarchie-Experte Richard Fitzwilliams (76) erklärte dazu im Interview mit Blick, dass die königliche Familie die Probleme des Ex-Prinzen schon lange habe kommen sehen – spätestens seit seinem erzwungenen Rücktritt als Sonderbeauftragter im Jahr 2011. Die verstorbene Queen Elizabeth II. (1926–2022) habe ein klares Bild von ihrem Lieblingssohn gehabt: «Die Queen wusste, dass Andrew nicht der Hellste ist. Er tat ihr leid», so Fitzwilliams.
Während die Polizei weiter ermittelt, bleibt die Frage der Finanzierung von Andrews immensen Anwaltskosten ungeklärt. Seine Pension aus der Marine gilt als gering. Bereits beim Zivilprozess um Virginia Giuffre (1983–2025) kam es zu einer geschätzten Vergleichszahlung von 12,5 Millionen Franken, bei der laut Fitzwilliams wohl die Familie aushalf.
König Charles III. (77) und der Palast halten sich mit öffentlichen Stellungnahmen zurück und verweisen darauf, dass das Recht seinen Lauf nehmen müsse. Der Imageschaden für die Krone ist dennoch spürbar, auch wenn die Zustimmung für die Monarchie in Grossbritannien laut aktuellen Umfragen stabil bei rund 59 Prozent liegt.