Hier wird Ex-Prinz Andrew nach Hause kutschiert
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Er soll in diesem Auto sitzen:Hier wird Ex-Prinz Andrew nach Hause kutschiert

«Überall Gleitgel und Kondome»
Neue Details zu Andrews Sex-Partys enthüllt

Der einstige Prinz Andrew wurde am Donnerstagmorgen wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet. Er soll sensible Informationen an den veruteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben. Mountbatten-Windsor stritt jegliches Fehlverhalten stets ab.
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Ex-Prinz Andrew verliess die Polizeiwache in einem dunklen Auto.
Foto: Reuters/Phil Nobe

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der einstige Prinz Andrew wurde am Donnerstagmorgen festgenommen, ihm mit Amtsmissbrauch vorgeworfen
  • König Charles III. äussert sich zu der Verhaftung seines Bruders und meint, das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen
  • Millionen Dokumente werden geprüft, Ermittlungen könnten noch Jahre andauern
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Vor dem aktuellen Wohnsitz Wood Farm von Andrew Mountbatten-Windsor (66) in Sandringham wurden heute Morgen gemäss britischen Medien sechs zivile Fahrzeuge der Polizei gesichtet. Während eines davon laut «Metro» vor den Eingang fuhr, begaben sich die anderen fünf Fahrzeuge hinter das Haus. Drei der Autos sollen nach einer halben Stunde das Anwesen wieder verlassen haben. Der genaue Grund für den Einsatz beim einstigen Prinzen, der heute Donnerstag seinen 66. Geburtstag feiert, war zunächst unklar. Kurz darauf berichtet die BBC, dass Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen wurde. Zu Beginn des Jahres erschienen erstmals Berichte, wonach Mountbatten-Windsor dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in seiner Position als britischer Handelsgesandte geheime Informationen weitergegeben haben soll.

Die Polizei erschien zeitgleich mit Aussagen von Premierminister Keir Starmer (63), dass «niemand über dem Gesetz» stehe, auch nicht Andrew Mountbatten-Windsor. Die Thames Valley Polizei gab in einem Statement folgendes bekannt: «Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute (19.2.) einen Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durch. Der Mann befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam.» Den Namen des Verhafteten werden sie allerdings nicht preisgeben, so die Polizei weiter. Bei der Adresse in Berkshire dürfte es sich um die Royal Lodge handeln, in der Andrew Mountbatten-Windsor während mehrerer Jahrzehnten wohnhaft war.

Der stellvertretende Polizeichef Oliver Wright sagte gemäss BBC: «Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingeleitet. Es ist wichtig, dass wir die Integrität und Objektivität unserer Ermittlungen wahren, während wir gemeinsam mit unseren Partnern diesen mutmasslichen Straftatbestand untersuchen. Wir sind uns des grossen öffentlichen Interesses an diesem Fall bewusst und werden zu gegebener Zeit über den aktuellen Stand informieren.»

Schwere Vorwürfe durch Ex-Beamten

Bereits zuvor berichtete die BBC, die britische Metropolitan Police habe «vorläufige Untersuchungen» eingeleitet, die das Verhalten ehemaliger Personenschützer des Ex-Prinzen betreffen. Hintergrund sind schwere Vorwürfe, wonach Beamte der Spezialeinheit Royalty and Specialist Protection (RaSP) bei Besuchen auf der Privatinsel des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (1953-2019) bewusst weggesehen haben könnten.

Auslöser der Untersuchung sind demnach Aussagen eines namentlich nicht genannten ehemaligen leitenden Met-Beamten gegenüber dem Sender LBC. Dieser behauptet: Mitglieder des Schutzteams könnten während der Besuche auf Epsteins Insel «Little St. James» vorsätzlich die Augen vor kriminellen Aktivitäten verschlossen haben.

Das Team soll Andrew mindestens zweimal auf die Insel begleitet haben, wobei einmal sogar Epsteins Privatjet genutzt wurde. Laut dem Informanten gab es um die Jahrtausendwende Bedenken, dass Leibwächter ihren Schutzbefohlenen zu nahe standen. Personal habe zudem «Angst» davor gehabt, bei Kritik herabgestuft zu werden.

Die Metropolitan Police betonte laut BBC in einer Stellungnahme, dass bisher «kein Fehlverhalten festgestellt» wurde. Die aktuellen Nachforschungen dienten dazu, die Faktenlage zu klären. Sollten sich konkrete Anhaltspunkte für Fehlverhalten ergeben, würde das Independent Office of Police Conduct (IOPC) eine weiterführende Untersuchung übernehmen.

Fall Epstein: Flächendeckende Ermittlungen in ganz Grossbritannien

Doch die Nachforschungen beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Hauptstadt. In einem beispiellosen Vorgang prüfen Polizeikräfte in fast allen Teilen Grossbritanniens ihre Akten auf Verbindungen zum Epstein-Netzwerk. Die Met Police ermittelt zudem gegen den ehemaligen Minister Peter Mandelson wegen des Verdachts der Weitergabe von Marktwissen an Jeffrey Epstein. Die Thames Valley Police untersucht den Vorwurf, eine zweite Frau sei für Prinz Andrew nach Grossbritannien geschickt worden. Der einstige Prinz soll zudem junge Frauen in den Buckingham Palast geschleust haben, berichteten unter anderem britische Medien. Das Personal sei über das jahrelange vorgehen im Bilde gewesen.

Die Polizeibehörden in Essex, Bedfordshire und den West Midlands prüfen derzeit Flugprotokolle sowie die Nutzung der Flughäfen Stansted, Luton und Birmingham durch Jeffrey Epsteins Privatjet. Die Surrey Police geht parallel einem Vorwurf von Menschenhandel und sexuellem Übergriff aus den 1990er-Jahren nach. In Schottland wiederum sucht die Polizei nach möglichen Zeugen im Zusammenhang mit Epsteins Flügen über den Flughafen Edinburgh.

Angesichts von «Millionen von Dokumenten» und komplexen internationalen Rechtsfragen hat der Rat der Polizeichefs (NPCC) eine nationale Koordinierungsgruppe eingesetzt. Die Ermittler stehen vor der enormen Aufgabe, umfangreiches Material aus den USA auszuwerten und Zuständigkeiten über Ländergrenzen hinweg zu klären. Während Prinz Andrew weiterhin jedes Fehlverhalten bestreitet, gehen die Behörden davon aus, dass die Aufarbeitung dieses Geflechts aus Macht, Geld und Missbrauch noch Jahre dauern dürfte.

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