Darum gehts
- König Charles äussert Besorgnis über Vorwürfe gegen Bruder Andrew Mountbatten-Windsor
- E-Mails zeigen Weitergabe geheimer Dokumente an Epstein im November 2010
- Andrew informierte Epstein über Dienstreisen nach Singapur, Vietnam, Shenzhen, Hongkong
König Charles hat seine «tiefgreifende Besorgnis» über die Vorwürfe gegen seinen Bruder Andrew Mountbatten-Windsor geäussert. Laut «Daily Mail» erklärte der Buckingham-Palast am Montag, dass der Monarch bereit sei, die Polizei zu unterstützen, sollte diese wegen der Anschuldigungen an ihn herantreten.
Ein Sprecher des Palastes sagte: «Der König hat durch Worte und beispiellose Handlungen seine tiefgreifende Besorgnis über die Vorwürfe zum Ausdruck gebracht, die weiterhin in Bezug auf Herrn Mountbatten-Windsors Verhalten ans Licht kommen. Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir selbstverständlich bereit, sie zu unterstützen.»
Hat er vertrauliche Dokumente weitergegeben?
Die Vorwürfe betreffen Berichte, dass Andrew angeblich geheime Dokumente aus seiner Zeit als Handelsgesandter an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben soll. Laut «Daily Mail» zeigen kürzlich aufgetauchte E-Mails, dass Andrew Epstein im Oktober 2010 über anstehende Dienstreisen nach Singapur, Vietnam, Shenzhen und Hongkong informierte. Begleitet wurde er dabei von Geschäftspartnern Epsteins, wie die BBC berichtete.
Nach seiner Rückkehr habe Andrew gemäss den E-Mails am 30. November 2010 offizielle Berichte über diese Reisen an Epstein weitergeleitet – nur fünf Minuten, nachdem er sie von seinem Sonderberater Amit Patel erhalten hatte. Eine weitere E-Mail vom 24. Dezember 2010 soll einen vertraulichen Bericht über Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan enthalten haben, finanziert durch britische Regierungsgelder und verwaltet von der britischen Armee.
Etwas geht nicht ganz auf
Die Enthüllungen widersprechen Andrews Behauptung, er habe die Freundschaft mit Epstein bereits im Dezember 2010 beendet. Im berüchtigten BBC-Newsnight-Interview 2019 hatte er dies beteuert. Bisher wurde der Buckingham-Palast jedoch noch nicht von der Thames Valley Police kontaktiert.
Der Sprecher betonte zudem: «Ihre Majestäten denken an die Opfer jeglicher Form von Missbrauch.» Auch Prinz William und Herzogin Kate äusserten sich erstmals zu den Enthüllungen. Laut einer Palastquelle seien sie «zutiefst besorgt» und ihre Gedanken gälten den Opfern.