Darum gehts
- Oesch's die Dritten beenden 2028 ihre Karriere nach 30 Jahren.
- Die Abschiedstour 2027/2028 endet am 20. Mai 2026 in Bern.
- Tickets für das Abschiedskonzert sind ab sofort bei Ticketcorner erhältlich
30 Jahre sorgten Oesch's die Dritten für Unterhaltung und zählten zu den bekanntesten Volksmusikbands der Schweiz. Nun verabschiedet sich die Formation aus Schwarzenegg im Berner Oberland in den Ruhestand. «Unsere 30 Jahre Merci-Tour 2027 und 2028 wird unsere letzte Tournee sein, danach wird es Oesch's die Dritten in der Form und Besetzung nicht mehr geben», verkündet die Gruppe in einem Statement. Doch was heisst das genau? Blick hat bei Melanie Oesch (38) nachgefragt.
Blick: Wie ging es Ihnen, als Sie die Abschiedsnachricht verschickten?
Melanie Oesch: Sehr gemischt und emotional. Beim Verfassen der Texte und Nachrichten sind ganz viele Tränen geflossen. Die Band ist eine Art Lebenswerk als Familie. Es sind ganz, ganz viele Begegnungen, Erlebnisse, Konzertmomente, auch all die Lieder und Botschaften, die in all den Jahren entstanden sind und sehr nahegehen. Gleichzeitig freue ich mich auch, dass wir gemeinsam und in guter Verfassung und Gesundheit jedes Einzelnen bestimmen konnten, dass wir das jetzt so machen. Jetzt können wir noch einmal alles geben für die letzte Zeit, und wer Lust hat, kommt mit auf die letzte Etappe.
Der Entscheid fiel bereits vor einem Jahr. Warum verkünden Sie das Aus erst heute?
Vor einem Jahr haben wir entschieden: Wir wollen nichts dem Zufall überlassen, wie das Projekt Oesch's die Dritten irgendwann ausläuft. Wir wollen das letzte Kapitel aktiv mitgestalten. Deshalb haben wir uns Zeit genommen, die Ideen und Wünsche, die noch da sind, aufzunehmen und zu schauen, was wir davon realisieren können. Das hat jetzt ein Momentchen gedauert.
Was waren die springenden Punkte fürs Band-Ende?
Es gibt keinen einzelnen Punkt oder ein Erlebnis, das den Ausschlag gegeben hätte. Es ist mehr ein Gefühl von allen. Wir sind so erfolgreich wie noch nie und dürfen so viele schöne Konzerte geben. «Auf dem Höhepunkt aufhören», das war immer so ein Spruch von uns. Da haben wir gesagt: Dann machen wir das auch. Klar sind wir traurig, aber es ist auch eine riesengrosse Dankbarkeit da für all das, was wir erleben durften.
Inwiefern spielten da auch Gedanken an gesundheitliche Probleme Ihres «Vätus» Hansueli eine Rolle?
Anfang Jahr war das ein sehr grosses Thema. Gott sei Dank geht es ihm wieder so gut, dass das für ihn eigentlich kein Grund in dem Sinn ist. Logisch werden wir alle älter, aber das war jetzt nicht der ausschlaggebende Punkt. Es ist wirklich dieses gemeinsame Gefühl: dass wir nach 30 Jahren bewusst Abschied nehmen wollen.
Ist der Weg jetzt frei für Oesch's die Vierten?
Das wissen wir noch gar nicht und lassen es offen. Erstens ist die Zeit jetzt so intensiv und wir sind noch voll dabei. Wer uns kennt, weiss: Wir wollen das Programm, das noch vor uns liegt, zu 100 Prozent durchziehen. Da bleibt sehr wenig bis gar kein Platz und keine Zeit, um darüber hinauszudenken. Wir lassen Zeit verstreichen und melden uns dann, wenn wir etwas Konkreteres fühlen oder wissen.
Könnten Sie sich vorstellen, danach als Solokünstlerin weiterzumachen?
Ich konnte mir das weder früher noch zum heutigen Zeitpunkt vorstellen. Ich werde privat oft darauf angesprochen, aber ich merke, dass ich gar keine Lust habe, mich jetzt mit solchen Ideen zu beschäftigen. Für mich ist klar: Die Musik ist immer ein Teil von mir, das ist mein Lebenselixier. Das wird nicht aufhören mit dem letzten Konzert von Oesch's die Dritten. Aber in welcher Form, lasse ich komplett offen.
Aber Sie denken nicht an einen Rückzug aus dem Musikbusiness?
Ich kann mir vorstellen, mal eine Pause zu machen. Aber wie lange – das weiss ich alles noch nicht. Wir sagen immer: Die Zeit wird uns den Weg weisen. Ich will mich jetzt auch noch nicht zu fest gedanklich herausnehmen. Dafür ist mir das viel zu wichtig – das ist mein Lebenswerk, ein Teil meines Lebens. Ich freue mich jetzt wirklich auf all die Sachen, die noch kommen.
Wie blicken Sie auf die kommenden zwei Jahre?
Mit grosser Vorfreude. Ich glaube, ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie das sein wird, wenn man immer mehr merkt, wie die kommenden Konzerte weniger werden. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und wahrscheinlich wird mich das nochmals sehr mitnehmen. Es ist schon sehr viel Wehmut dabei. Aber auch Dankbarkeit, die ich spüre. Denn ich finde: Hey, wer hätte das gedacht? Es ist eine unglaubliche Reise. Dass man das erleben darf, sogar als Familie, das ist schon ein riesiges Geschenk.
Wie planen Sie die Abschiedstournee?
Die Musik wird, wie immer bei uns, im Vordergrund stehen. Und natürlich hat jeder Ideen, wie man die Fans überraschen könnte. Das sind alles Sachen, die jetzt auf uns zukommen. Wir sind gerade auch noch dabei, ein neues Album aufzunehmen, weil wir nicht so Best-of-Fans sind. Vielleicht gibt es das später auch noch, aber wir hatten noch Lust, neue Ideen umzusetzen. Das wird neben den bekanntesten Hits sehr stark in die Abschiedstournee einfliessen.
Die Tour und Ihr Leben mit Oesch's die Dritten endet 2028 in Bern – wie gross ist die Angst, danach in ein Loch zu fallen?
Angst habe ich nicht. Ich habe eine Familie, die mich immer sehr braucht – natürlich meine Kinder und mein Partner. Andererseits bin ich jemand, die immer Dinge hat, die sie gerne macht. Es gibt Projekte wie meine Markenbotschafter-Aufgaben, die nicht direkt an Oesch’s die Dritten gekoppelt sind und weiterlaufen. Es wird bei mir also nicht von 100 auf 0 fallen. Darum mache ich mir keine grossen Sorgen.
Tickets für das Abschiedskonzert von Oesch's die Dritten am 20. Mai 2028 in der Bernexpo in Bern gibt es ab sofort bei Ticketcorner.