Als Deutschschweizer am Paléo-Festival
Wein, schlaflose Kinder und Katy Perry

Das Paléo-Festival in Nyon zieht jährlich 250'000 Besucher an und wurde 2026 als Europas bestes Festival ausgezeichnet. Doch lediglich ein Prozent der Gäste stammt aus der Deutschschweiz.
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Das Paléo-Festival lockt jährlich 250'000 Menschen an. Hier trägt das Publikum Katy Perry in einer aufblasbaren Flasche über die Menge.
Foto: Ludwig Wallendorff

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Paléo-Festival in Nyon wurde kürzlich als Europas bestes ausgezeichnet
  • Jährlich besuchen 250'000 Menschen, nur 1 % aus der Deutschschweiz
  • Ein Glas Champagner kostet 11.50 CHF, Fondue ab 26 CHF pro Person
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Michel ImhofTeamlead People

Gurten, Gampel, St. Gallen und Frauenfeld: Die Liste der grossen Deutschschweizer Festivals ist lang. Doch es gibt ein Schweizer Festival, das grössenmässig allen den Rang abläuft und kürzlich zum besten von ganz Europa gekürt wurde: das Paléo-Festival in Nyon VD, das am Samstag zu Ende ging. 250'000 Menschen strömen jährlich während sechs Tagen an den Musikevent am Genfersee, doch nur gerade ein Prozent der Besucher stammt aus der Deutschschweiz. Lohnt sich die Reise an den Lac Léman? Blick war vor Ort und nahm an der 49. Ausgabe einen Augenschein zwischen Weinständen, Vereinskultur und US-Star Katy Perry (41).

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Glas und Wein

Erfahrene Konzert- und Festivalbesucher reiben sich am Paléo verwundert die Augen: Es wird nicht nur Wein in Glasflaschen verkauft, man kann auch so viele Getränke aufs Gelände mitnehmen, wie man will. Sicherheitschecks am Eingang werden nur stichprobenartig durchgeführt. «Paléo setzt seit vielen Jahren auf einen Sicherheitsansatz, der auf Risikoanalyse, Prävention und der Eigenverantwortung des Publikums basiert, statt auf systematische Einschränkungen», erklärt Bastien Bento (33), Pressesprecher des Paléo-Festivals im Gespräch mit Blick. «Ziel ist es, ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten und gleichzeitig den offenen, freundlichen und zugänglichen Charakter des Festivals zu bewahren.»

Zudem gibt es an den Ständen ein breit gefächertes Weinangebot in den verschiedensten Preisklassen. Einen halben Liter Sauvignon blanc gibt es beispielsweise für 20 Franken, ein Glas Champagner in der Champagnerbar schon für 11.50 Franken. 

Es gibt verschiedene Weine zu kaufen. Und das sogar in Glasflaschen.
Foto: Michel Imhof
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Die grösste Chilbi der Schweiz

Hier geht es nicht um Fahrgeschäfte, sondern um die Vereinskultur. Die Bars am Paléo werden von 40 Klubs aus der Region geführt. So gibt es unter anderem Bars der Schwimmer, Handballer, Eishockeyspieler und Fussballer. Das Angebot bestimmen nicht sie selbst, doch ein Anteil der Einnahmen kommt der eigenen Vereinskasse zugute. Spannend: Das Paléo ist selbst ein Verein und nicht profitorientiert. Ein allfälliger Einnahmenüberschuss fliesst in die nächsten Ausgaben.

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Fondue mitten auf dem Festivalplatz

Die Kulinarik ist ein wichtiger Punkt am Paléo. An 119 Essensständen kann man sich durch die Spezialitäten aus aller Welt probieren. Witzig: Es gibt auch diverse Restaurants, in denen man sich an einem Tisch eine Pause gönnen kann. Legendär ist hier das Moitié-Moitié-Fondue für 26 Franken pro Person. Der Laden ist proppenvoll. Und der Magen danach auch.

Blick-Reporter Michel Imhof geniesst ein Fondue am Paléo-Festival.
Foto: Fabian Gyr
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Französisch ist Trumpf!

Das Line-up am Paléo ist hauptsächlich auf das frankophone Publikum zugeschnitten, als Deutschschweizer kennt man viele der Acts nicht – ausser man kennt sich mit der dortigen Musikszene aus. Immerhin: Wenn man nicht ständig von Konzert zu Konzert rennt, kann man das Gelände umso mehr geniessen und neue Dinge entdecken. «Wir achten darauf, regelmässig Künstlerinnen und Künstler aus allen Regionen des Landes ins Programm aufzunehmen – beispielsweise Nemo im Jahr 2025 oder Soft Loft im Jahr 2026», sagt Sprecher Bastien Bento. «Wir freuen uns darüber, künftig noch mehr Festivalbesucherinnen und -besucher aus der Deutschschweiz zu erreichen.»

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Auch die Kleinsten bleiben lange

Katy Perry staunte, als sie nach Mitternacht ins Publikum blickte und teils nicht mal zehnjährige Kinder in der Menge entdeckte. «Du solltest doch ins Bett!», meinte sie. Am Paléo ist es keine Seltenheit, viele Kinder noch zu später Stunde zu sehen. Der Eintritt ist bis 12 Jahre kostenlos, für Kinder bis 8 Jahre gibt es sogar einen Hort. Und manche Eltern bauen ihren Kindern ein Bett in einem Leiterwagen, falls sie dann doch die Müdigkeit ereilt.

Das Paléo-Festival ist das grösste Open Air der Schweiz.
Foto: Paléo/LUCIE GERTSCH
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Die Romands machen tolle Stimmung

Die Romands scheinen ihr Festival zu lieben. «Von den Festival-Gigs, die ich bis jetzt hatte, seid ihr die Lautesten», meinte Katy Perry bei ihrem Konzert am Samstagabend zum Publikum. Tatsächlich glich ihr mit Hits gespicktes Konzert einem Karaoke-Abend für die Tausenden von Zuschauern. Und auch politisch brachte die Menge ihre Haltung zum Ausdruck. Es gab Solidaritätsbekundungen mit Palästina und als Katy Perry von ihrer kurzen Reise ins All erzählte, buhten viele im Publikum. 

US-Sängerin Katy Perry war beeindruckt von der Stimmung am Paléo-Festival.
Foto: Paléo/LUCIE GERTSCH
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