Darum gehts
- Placebo veröffentlicht Neuaufnahme ihres Debütalbums «Placebo Re:Created»
- Album entstand in nur 13 Tagen und enthält moderne Ergänzungen
- Konzert am 4. November im Hallenstadion Zürich geplant
Wenn Placebo am 4. November ins Hallenstadion Zürich kommen, freut sich Sänger Brian Molko (53) ganz besonders auf unser Land. Warum? «Ich mag den Duty-Free in euren Flughäfen. Weil die Schweiz nicht Teil der EU ist, müssen keine schlimmen Warnungen auf die Zigarettenpackungen – man bekommt sie noch mit schönem Produktdesign», sagt der Frontsänger mit einem Lachen im Gespräch mit Blick. «Der Genfer Duty-Free ist mein Favorit. Und das Open Air St. Gallen mag ich auch sehr.»
Doch Molko kommt nicht nur wegen der Zigaretten: «Placebo Re:Created» heisst die neue Platte, die die dreiköpfige Band am 19. Juni rausbringt und am Konzert in Zürich präsentiert. Eine tiefgreifende Neuinterpretation ihres gleichnamigen Debütalbums aus dem Jahr 1996. Auf der Setlist für die Konzerte stehen Songs aus dem ersten und zweiten Album – «nicht chronologisch, sondern so arrangiert, dass sie gemeinsam die stärkste Geschichte erzählen».
«Unsere Erfahrungen damals waren sehr begrenzt»
Der Songwriter erklärt, warum die Band das Album 30 Jahre später nochmals angefasst hat. «Unsere Erfahrungen damals waren sehr begrenzt. Wir wussten nicht, was wir im Studio tun sollten und spielten die Songs einfach so, als würden wir sie live spielen», erklärt er.
«Ich spielte Gitarre und sang, Stefan Olsdal spielte Bass und Robert Schultzberg die Trompeten. Das war alles, was wir kannten.» Wenn eine Aufnahme gut genug klang, sei sie fertig gewesen. Dass es trotzdem ankam, beweisen die Zahlen: Im Lauf ihrer Karriere hat die Rockband weltweit über 12 Millionen Tonträger verkauft.
Inspiriert von Tricky
Für Molko ist das originale Album sehr wertvoll: «Das erste Album ist in seiner ursprünglichen Form ein sehr präzises Dokument davon, wie wir als Band damals waren.» Die Idee zur Neuaufnahme kam Ende 2024 – inspiriert vom britischen Rapper und Musikproduzenten Tricky (58), der mit seinem Debütalbum «Maxinquaye» ähnliches gemacht hatte.
«Er hat mich sofort inspiriert. Und da ich ein 30-jähriges Jubiläum vor mir hatte, dachte ich mir: Diese Idee ist so gut, dass ich sie klauen muss», erklärt Molko. Innerhalb von 13 Tagen konnten sie ihr Albumprojekt realisieren: «Das ist das kürzeste Albumprojekt, das ich je gemacht habe.»
Das Ergebnis versteht der Sänger als «Directors Cut». Ausser dem Didgeridoo sei nichts vom Original entfernt worden. Stattdessen habe man ergänzt: «Mehr Gitarren, modernere Schlagzeugsounds, und wir haben die Bässe überarbeitet», so Brian Molko. «Sogar vergessene Aufnahmen von den Original-Master-Tapes wurden wiederentdeckt und ins Album integriert.»
Und Molko hat noch einen besonderen Plan: «Ich möchte ein Bubble-Universum für die Fans schaffen – so, dass es fast so ist, als würden sie zurück in die 90er-Jahre reisen.»