«Ich wurde sozusagen entlassen»
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Schauspielerin Manuela Wisbeck:«Ich wurde sozusagen entlassen»

Sparhammer trifft Promis
«Notruf Hafenkante»-Manuela Wisbeck wird nach 16 Jahren entlassen

Nach 16 Jahren muss ZDF-Star Manuela Wisbeck gehen: Sparmassnahmen führten zum Aus ihrer Rolle in «Notruf Hafenkante». Auch MDR und SWR kürzen massiv – von den Folgen bleiben selbst grosse Namen aus dem Entertainment nicht verschont.
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Manuela Wisbeck muss sich von «Notruf Hafenkante» verabschieden.
Foto: imago stock&people

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • ARD und ZDF streichen TV-Formate, darunter «Notruf Hafenkante», «Tatort», «Polizeiruf 110»
  • Finanzlücke von etwa 70 Mio. CHF zwingt SWR zu massiven Sparmassnahmen
  • Intendanten verdienen jährlich 200'000 bis 400'000 CHF trotz Sparkurs
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Silja AndersRedaktorin People

Die Sparwelle im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland spült weitere Formate weg. «Notruf Hafenkante»-Star Manuela Wisbeck (42) bleibt davon nicht verschont und muss ihren Platz als Krankenschwester Frauke Prinz räumen – nach 16 Jahren.

«Es war schon ein Stich ins Herz», verrät Wisbeck auf Instagram. Sie sei in dem Moment wahnsinnig geschockt gewesen. Die Begründung der Produktion? «Aus ökonomischen Gründen ist die Rolle der Frauke Prinz auserzählt.» Sprich: Der Sender muss sparen, die «Randfigur» muss weichen. «Ich wusste auch gar nicht, dass ich eine Randfigur bin», sagt sie wehmütig. Ihre Fans versuchen nun mit einer Petition, die beliebte Serienfigur zu retten.

Sparhammer trifft etliche beliebte Formate

Doch Wisbeck ist längst nicht die Einzige, die unter dem Rotstift zu leiden hat, wie «Bild» berichtet. Der MDR hat kürzlich angekündigt, die Ermittlerteams aus Dresden und Magdeburg der Kultserien «Tatort» und «Polizeiruf 110» für drei Jahre in den Zwangsurlaub zu schicken. Betroffen sind prominente Schauspieler wie Martin Brambach (58), Cornelia Gröschel (38) und Claudia Michelsen (57). «Lang aufgebaute Strukturen gehen kaputt», warnte Brambach auf Facebook und fügte hinzu, dass sich das Team um neue Jobs bemühen müsse, «um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen».

«Tatort», «Polizeiruf 110» und «Notruf Hafenkante» sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs, wie es scheint – und MDR nicht der einzige Sender, der betroffen ist. Auch der Südwestrundfunk (SWR) bleibt von finanziellen Engpässen nicht verschont. Laut eigenen Angaben beläuft sich die jährliche Finanzierungslücke auf 70 Millionen Euro. Bereits im Januar 2026 verkündete der Sender das Ende der legendären Show «Immer wieder sonntags» nach über 30 Jahren. Programmdirektor Clemens Bratzler (54) erklärte: «Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns keine andere Wahl.» Stefan Mross (50), der die Sendung moderierte, äusserte sich gegenüber «Bild»: «Der Sender hatte mir schon eine Erklärung vorbereitet, die ich nur noch hätte unterschreiben müssen. Als wäre das Aus meiner Show in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt. Das war eiskalt. Natürlich sind an diesem Tag Tränen geflossen.»

Auch Schweizer Star bleibt nicht verschont

Beatrice Egli (37) weiss, wie Stefan Mross sich fühlen muss. Ihre «Beatrice-Egli-Show» wurde ebenfalls nach nur acht Ausgaben eingestellt. Offiziell habe die Sängerin den Schlussstrich gezogen, um sich auf ihre Tournee zu konzentrieren. Ein Nachfolgeformat wurde nicht angekündigt, was den harten Sparkurs der öffentlich-rechtlichen Sender weiter unterstreicht.

Während nun eine Schwemme an Entlassungen durch die Sender des ARD und ZDF zieht, freuen sich die Intendanten weiterhin über saftige Löhne. Laut «Bild» liegen diese bei den Anstalten der ARD und des ZDF zwischen 200'000 und knapp 400'000 Franken jährlich.

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