«Sollte vielleicht fragen, ob er nebenberuflich als Frauenmörder tätig ist»
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Peter Nuhr in seiner Sendung:«Sollte vielleicht fragen, ob er nebenberuflich als Frauenmörder tätig ist»

Shitstorm folgt sofort
Deutscher Comedy-Star macht sich über Gewalt an Frauen lustig

Dieter Nuhr ist für seinen trockenen und sarkastischen Humor bekannt. Diesmal geht der Satiriker aber etwas zu weit. Als er über Femizide spricht, schiebt er den Opfern die Schuld an ihrem eigenen Schicksal zu. Der Shitstorm lässt nicht lange auf sich warten.
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Dieter Nuhr erntet riesigen Shitstorm nach Femizid-Witz.
Foto: IMAGO/BREUEL-BILD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Komiker Dieter Nuhr sorgt mit Witzen über Femizide für Empörung
  • Kritik: Vorwürfe der Schuldzuweisung an Opfer und Ignoranz
  • Rund 300 bis 350 Frauen werden jährlich in Deutschland von ihren Partnern ermordet
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Silja AndersRedaktorin People

Dieter Nuhr (65) eckt mit seinem sarkastischen Humor gerne mal an. Nun treibt der Satiriker es aber etwas zu weit. In der Ausgabe seiner Sendung «Nuhr im Ersten» vom 18. Juni spricht er das Thema Femizid an.

Zunächst geht es darum, dass der «alte weisse Mann» strukturell in der Gesellschaft dämonisiert werde. Dann spricht Nuhr über den Begriff «toxisch» und dass Männer allgemein heutzutage verteufelt werden. Dabei bringt er ein Argument an, welches häufig gebracht und noch häufiger kritisiert wird: Nicht alle Männer sind schlecht, nicht alle Männer sind böse, nicht alle Männer bringen ihre Frauen um.

«Vor dem Geschlechtsverkehr erst mal kennenlernen»

Nuhr gibt an, dass in Deutschland jährlich rund 300 bis 350 Frauen von ihren Partnern ermordet werden. Das seien natürlich «300 bis 350 zu viel», betont er – und hätte es dabei belassen sollen. Sein nächster Satz bringt ihm im Nachhinein einen ordentlichen Shitstorm ein. «Die Chance, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt. Vielleicht auch einfach mal fragen, ob er nebenberuflich als Frauenmörder tätig ist», witzelt Nuhr.

Bei seinem Publikum bringt ihm dieser Spruch Lacher und Applaus ein. Im Internet trifft diese Aussage jedoch auf Wut und Fassungslosigkeit. Nuhr scheint indirekt den Opfern gewisser Femizide die Schuld zuzuschieben. Lustig findet das online kaum jemand.

Aufschrei ist gross – und was macht die ARD?

Ein User schreibt auf Instagram: «Das Problem ist nicht, dass Frauen Männer nicht begutachten, sondern dass Männer extrem gut darin sind, sich zu verstellen.» Die Nutzer auf Social Media sind zudem vom Publikum enttäuscht, welches lacht und applaudiert, anstatt nach einem solchen Witz empört aufzustehen und den Saal zu verlassen. Denn der Tenor im Netz ist eindeutig: Man kann einer Person nicht direkt ansehen, ob sie gewalttätig ist oder nicht. Influencerin Josephine Schreiber zeigt sich auf Instagram schockiert über Nuhrs Ignoranz und erzählt, dass sie selbst Opfer von häuslicher Gewalt wurde. Anfangs sei ihr Partner freundlich gewesen. Plötzlich sass sie mit einer gebrochenen Nase in der Notaufnahme. 

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Eine andere Nutzerin schreibt, dass Dieter Nuhr in seinen Ferien in Frankreich doch einmal mit Gisèle Pelicot (73) sprechen solle, wieso diese ihren Mann in 50 Jahren Ehe nicht richtig kennengelernt habe. Wir erinnern uns: Der Fall Pelicot schlug international hohe Wellen. Ihr Ehemann Dominique Pelicot betäubte sie über Jahrzehnte und lud Männer in das gemeinsame Zuhause ein, um seine Ehefrau zu vergewaltigen, während diese bewusstlos war. 

Auf Anfrage von Blick, wie mit der Situation umgegangen wird, erklärt der Sender Folgendes: «Selbstverständlich sind wir uns unserer öffentlich-rechtlichen Aufgabe und Verantwortung bei der Gestaltung des Programms bewusst. Dass die zitierte Passage auf große Kritik stößt, können wir nachvollziehen. In Satireformaten gilt es jedoch auch die künstlerische Freiheit zu achten. „Nuhr im Ersten“ ist eine bekannte vom rbb (Rundfunk Berlin-Brandenburg, Anm. d. Red.) produzierte Satiresendung. Dieter Nuhr darf grundsätzlich als Künstler vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren. Es ist das Kerngeschäft von Satire, Dinge bewusst ins Gegenteil zu verkehren. Satire funktioniert durch Polarisierung und Zuspitzung. Über Geschmacksgrenzen lässt sich diskutieren und streiten. Mit Blick auf den weiten Schutzbereich der Satirefreiheit sehen wir unseren Programmauftrag nicht verletzt. Unabhängig davon nehmen wir Rückmeldungen und Kritik als wichtige Impulse für die fortlaufende redaktionelle Auseinandersetzung mit unseren Programmen auf.»

«Nuhr im Ersten XXL» vom 18.6.2026 bleibe unverändert, die Sendung werde weiterhin Teil des Programms sein, heisst es abschliessend.

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