Follower nennen sie «verantwortungslos» und «verblendet»
Diana zur Löwen weiss angeblich, wie man aus dem eigenen Kind einen Millionär macht

Die deutsche Finanz-Influencerin Diana zur Löwen sorgt erneut für Empörung: Auf Instagram erklärt sie, wie man aus dem eigenen Kind ganz easy einen Millionär machen könne. In den Kommentaren hält man sie für völlig realitätsfern.
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Mit diesen Tipps will Diana zur Löwen erklären, wie jeder aus seinem Kind einfachst einen Millionär machen könnte.
Foto: Instagram: @dianazurloewen

Darum gehts

  • Diana zur Löwen erhält Kritik für ihren Kindergeld-Investitionstipp auf Instagram
  • Follower werfen ihr Realitätsferne und fehlende Einordnung gesellschaftlicher Missstände vor
  • Ein ETF mit 7 Prozent Rendite könnte nach 51 Jahren 1’046’000 Euro ergeben
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Sophie OferRedaktorin People

Die deutsche Unternehmerin und Influencerin Diana zur Löwen (30) versorgt auf Instagram über eine Million Follower mit Finanz- und Beautytipps. Ihre Zielgruppe sind junge Frauen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen. Ihnen suggeriert sie: Du hast dein (finanzielles) Glück selbst in der Hand. Gleichwohl gilt Zur Löwen als eine der umstrittensten «Finfluencer» (eine Kombination aus «Finanzen» und «Influencer»), die in den sozialen Medien Tipps zu Investitionen, Aktien oder Krypto geben.

Tiktok ist voll von Reaktionsvideos, in denen ihr Realitätsferne, Materialismus und mangelnde Authentizität vorgeworfen werden. Mit einem neuen Post gibt sie nun Tipps, wie man durch frühes Investieren sein Kind einmal zum Millionär machen könne – und liefert ihren Kritikern damit erneut Zündstoff.

«Wahnsinn, wie verblendet man sein kann»

«Lege das Kindergeld direkt nach der Geburt konsequent an», ist zur Löwens erster Ratschlag. Und zwar am besten «in einen kostengünstigen ETF mit 7 Prozent jährlicher Rendite.» Nach 18 Jahren könne das Kind so mit einem Kapital von 112’207 Euro ins Erwachsenenleben starten. «Nach weiteren 33 Jahren sorgt der Zinseszinseffekt dafür, dass daraus dann circa 1’046’000 Euro werden.» So weit, so logisch. Nur stösst zur Löwens «Finanztipp» bei ihren Followern überhaupt nicht auf Resonanz. Stattdessen tritt sie damit einen Shitstorm los.

«Super, immer diese Tipps von Kinderlosen, was man als Eltern tun sollte», schreibt ein Follower genervt in den Kommentaren. Beispiele zu den zahlreichen Negativkommentare, die sich unter dem Video sammeln: «Wahnsinn, wie verblendet man sein kann, wenn man solche Tipps raushaut»; «Ja, es ist schön, wenn man das Kindergeld zurücklegen kann – aber ich glaube, die wenigsten haben es übrig!»; «Ich liebe diese Realitätsferne». Zur Löwen wird wie so oft vorgeworfen, gesellschaftliche Missstände und die Lebensrealität anderer Frauen nicht ernst zu nehmen.

«Neoliberale Propaganda», heisst es auch jetzt unter ihrem Post. Eine andere Followerin übt scharfe Kritik: «Dieser Beitrag ist verantwortungslos und grenzt durch seine starke Verkürzung an Desinformation. Es fehlen zentrale Einordnungen zur realen Funktion von Kindergeld, das für viele Familien keine frei verfügbare Investitionssumme ist.»

Alles nur «Rage Bait»?

Es ist nicht das erste Mal, dass Zur Löwen mit ihren Ratschlägen polarisiert. Kritische Stimmen behaupten, «Rage Bait» (Inhalte, die absichtlich Empörung auslösen, um Interaktion zu steigern) sei Teil ihrer Marketing-Strategie. Gesellschaftspolitische Themen wie sexuellen Missbrauch oder Altersarmut thematisiert sie gerne in Zusammenhang mit Werbung, etwa für L’Oréal Paris oder für eine Strumpfhose mit dem Schriftzug «Retire Rich» (zu Deutsch: «Geh reich in Rente») vom Modelabel Saint Sass.

«Kapitalistischer Hyperkonsum im Endstadium trifft seelenlose Materialistin» lautet einer der wohl kritischsten Kommentare, die sich unter ihren Posts finden lassen. Zur Löwens Einsatz für politische und feministische Anliegen laufe immer auf die Vermarktung eigener Produkte oder bezahlter Partnerschaften hinaus. 

Sie selbst scheint die Kritik an ihr anders wahrzunehmen. In einem «Spiegel»-Interview sagt sie einmal: «Ich nehme den Hass in Kauf, um auf diese Themen aufmerksam zu machen.»

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