Das französische Saint-Tropez verabschiedet sich heute von einer Ikone: Brigitte Bardot (†91), die am 28. Dezember verstarb, wird unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen beigesetzt. Die historische Altstadt ist abgeriegelt, Zutritt haben nur geladene Gäste.
Zuvor hatte ihr Witwer die Todesursache von Bardot bekanntgegeben: «Sie hat zwei Operationen überstanden, aber dann ist sie an Krebs gestorben», erklärte Bernard d’Ormale (84) in einem Interview mit «Paris Match».
Ihr Tod ist nicht nur ein emotionales Ereignis, sondern auch politisch brisant. Bardot hat selbst klare Wünsche für ihre Trauerfeier hinterlassen: «Bitte ganz ohne Chichis.» Feldblumen statt prunkvoller Gestecke – so wollte sie in Erinnerung bleiben.
Die einstige Filmlegende, die zuletzt mit zahlreichen Hunden und Katzen in Saint-Tropez lebte, wird heute Mittwoch ab 11 Uhr in der Église Notre-Dame de l’Assomption verabschiedet, danach beginnt der Trauerzug. Ihr Sarg passiert zuvor den Place des Lices, wo Fans ihr die letzte Ehre erweisen dürfen. Anschliessend wird sie auf dem Seefriedhof beigesetzt, wo auch ihr erster Ehemann Roger Vadim (1928–2000) liegt. Ihr Witwer und die Fondation Brigitte Bardot organisieren die Zeremonie, die bewusst schlicht gehalten wird. «Es wird eine grosse Frau geehrt», erklärte die Stiftung im Voraus.
Macrons ausgeladen – nicht so Le Pen
Besonders heikel: Das französische Präsidentenpaar Emmanuel Macron (48) und Brigitte Macron (72) wurde ausdrücklich ausgeladen. Bardot hatte wiederholt Kritik an Macron geäussert, da sie ihn für seine Untätigkeit im Tierschutz scharf verurteilte. Bereits 2017 wetterte sie: «Der Tierschutz ist das fünfte Rad am präsidialen Wagen.» Auch im Mai 2025 bat sie ihn in einem Interview mit BFMTV eindringlich, die Hetzjagd abzuschaffen – doch Macron reagierte nicht. Ihre Ablehnung gegenüber dem Präsidenten bleibt ein deutliches politisches Statement.
Marine Le Pen (57), bekannte Rechtspopulistin, wird hingegen erwartet – allerdings privat, nicht als Vertreterin des Rassemblement National. Bardot hatte ihren letzten Mann, Bernard d’Ormale, 1992 bei einem Abendessen mit Marine Le Pens Vater Jean-Marie Le Pen (1928–2025) kennengelernt, was über Jahre hinweg für Kontroversen sorgte. Interessant: Heute jährt sich sein Todestag zum ersten Mal. Trotz ihrer Nähe zu Le Pen betonte Bardot stets, sie würde jeden unterstützen – selbst einen Kommunisten –, der sich konsequent für den Tierschutz einsetze.
Abseits der politischen Spannung wird die Beisetzung auch von einer persönlichen Wiedervereinigung geprägt. Nicolas-Jacques Charrier (65), Bardots einziger Sohn, ist aus Oslo angereist, begleitet von seiner Frau Anne-Line Bjerkan und den Töchtern Thea und Anna. Mutter und Sohn hatten erst in den letzten Jahren wieder zueinandergefunden – ein stiller, emotionaler Moment, fernab der Öffentlichkeit, die Bardot zeitlebens verfolgte.