Darum gehts
- Stefan Mross wütet nach letzter «Immer wieder sonntags»-Sendung in Rust.
- Er attackierte SWR-Verantwortliche und sprach von einer «Rache-Aktion».
- Nach 31 Jahren endet die Sendung, die seit 2004 Mross moderierte.
Emotionaler Showdown im Europa-Park Rust: Nach der letzten Ausgabe von «Immer wieder sonntags» kam es offenbar zu einem Eklat. Wie die «Bild» schreibt, habe Moderator Stefan Mross (50) eine flammende Wutrede an den Südwestrundfunk (SWR) gerichtet, die seine Sendung nach 31 Jahren aus dem Programm kippte. Er habe sie mit folgenden Worten gekrönt: «Da kann uns der Rest am A**** lecken!»
Anlass sei ein Empfang gewesen, zu dem der SWR eingeladen hatte, um sich offiziell von Mross und seinem Team zu verabschieden. Statt eines harmonischen Rückblicks sei die Veranstaltung eskaliert, als Mross selbst das Mikrofon ergriff.
Die Verabschiedung habe zunächst friedlich begonnen: Bei einem Sektempfang lobten SWR-Intendant Kai Gniffke (65) und SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler (54) den Moderator für seine jahrelange Arbeit. Doch Mross habe sichtlich genervt gewirkt, als er das Wort ergriff. «Das war wie eine Bestattungsrede. Und bei jedem Negativen haben Sie geklatscht, ich weiss nicht warum», eröffnete er seine Rede, was dem Publikum ein Lachen entlockte.
War es eine Rache-Aktion?
Schnell sei aus der humorvollen Bemerkung ein Frontalangriff geworden. Besonders Bratzler, der Mross im März über das Aus der Sendung informiert hatte, geriet ins Visier: «Clemens, ich glaube, du hattest mal eine sehr unerfolgreiche Fernsehshow. Für mich kam es so rüber, als wäre das mit mir eine kleine Rache-Aktion von dir.» Bratzler, der früher selbst als Moderator tätig war, habe die Vorwürfe abgestritten.
Weiter habe Mross seiner Enttäuschung freien Lauf gelassen: «Ich wurde vorgeführt! Es hiess überall, du hast mich rausgeschmissen. Ja, es war so! Aber nicht nur mich, ihr habt ein ganzes Format gestrichen. Und jetzt singt ihr hier eine Stunde lang Lobeshymnen, wie toll diese Sendung ist.» Bratzler soll auf die Nachfrage, was sonntags um 10.03 Uhr im kommenden Jahr gesendet werde, lediglich geantwortet haben: «Wahrscheinlich Wiederholungen von ‹Immer wieder sonntags›.»
«Bin es meinem Team schuldig»
Die Emotionen kochten hoch. Bereits während eines Auftritts des Volksmusik-Duos Sigrid und Marina, knapp zwei Stunden vor dem Empfang, zeigte sich Mross sichtlich gerührt, Tränen flossen. Diese Spannung entlud sich schliesslich in seiner Rede. «Ich wollte heute eigentlich gar nicht auf diesen Empfang kommen», gab er später im Gespräch mit der «Bild» zu. «Aber ich bin es meinem Team schuldig, das seit fast 22 Jahren hier Hand in Hand mit mir gearbeitet hat.»
Der SWR reagierte zurückhaltend auf die Vorwürfe. Sendersprecher Jürgen Ruf erklärte gegenüber der Zeitung «Der SWR hat die Leistung von Stefan Mross und des gesamten Teams am Sonntag mit einer grossen Extra-Ausgabe gewürdigt – auch als Geschenk an unser treues Publikum und die vielen Fans des Formats. Wir haben immer wieder betont, wie schwer uns die Entscheidung, ‹Immer wieder sonntags› zu beenden, gefallen ist. Bei aller verständlichen Emotionalität war und ist uns ein respektvolles Miteinander wichtig.»